„Unser Lern- und Arbeitsklima ist offen und anregend“
Präsidentin Ingeborg Schramm-Wölk begrüßt 400 Gäste zum 1. Jahresempfang der FH Bielefeld / Prof. Rita Süssmuth hält Festvortrag / Engagement-Preis der Fördergesellschaft wird erstmals verliehen.
Bielefeld (fhb). Prof. Dr. Rita Süssmuth hielt am 29. September den mit viel Beifall bedachten Festvortrag anlässlich des 1. Jahresempfangs der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Die ehemalige Bundestagspräsidentin (1988 bis 1998) und Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (1985 und 1988) und immer noch engagierte Hochschulpolitikerin sprach vor rund 400 Gästen und Hochschulmitgliedern zum Thema Internationalisierung.
FH-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk skizzierte die aktuellen Entwicklungen an ihrer Hochschule. Zudem wurde der Engagement-Preis erstmals an der Hochschule verliehen: Über jeweils 1.000 Euro konnten sich die beiden Studierenden Semire Cilgin und Dominik Kammertöns freuen. Die Fördergesellschaft der FH stiftete das Preisgeld.
Rita Süssmuth warb für Internationalisierung und die Bereitschaft, Hochschulperspektiven global zu denken. Sie nahm zudem eine Positionsbestimmung für die Hochschulen vor: „Denken Sie daran, dass bei aller Wissensvermittlung die Persönlichkeitsentwicklung nicht zu kurz kommt.“ Die Gestaltungsmöglichkeiten für die junge Generation seien heute weitaus größer als zu ihrer Studienzeit, so die 79-Jährige: „Nehmen Sie die Chancen wahr, sich auch abseits des Studiums zu engagieren.“ Sie zeigte sich erfreut darüber, dass sich viele junge Leute mit großer Selbstverständlichkeit an internationalen Projekten im sozialen Bereich engagieren. Deutlich sprach sie sich aus für eine Balance der Fächer: So wichtig naturwissenschaftliche und technische Disziplinen auch seien, ohne Kultur- und Sozialwissenschaften wäre Hochschulausbildung unvollständig. „Hochschulen sind Orte freiheitlichen Denkens und Erkennens, hier soll nicht nur Wissen erworben, sondern hier soll für Haltung geworben werden. Wer diese Kategorie vergisst, verhält sich unverantwortlich gegenüber Menschen, Tier, Natur, unserem Planeten“, so Süssmuth unter dem Beifall der Zuhörer.
Mit einer guten Portion Aufbruchstimmung geht Präsidentin Schramm-Wölk in das zweite Jahr ihrer Amtszeit an der FH Bielefeld. Im neuen Hauptgebäude auf dem Campus Bielefeld habe man ein „arbeitsreiches, manchmal hektisches, aber immer kollegial geprägtes Jahr durchlebt“. Diese „ausgezeichnete Atmosphäre überall an der Hochschule“ stimme sie zuversichtlich. Sie zitierte aus dem Leitbild der Hochschule: „Unser Lern- und Arbeitsklima ist offen, anregend, förderlich und kooperativ. Dieses Selbstverständnis wird gelebt.“
Die Hochschule wird sich nach den Worten der Präsidentin „künftig noch intensiver mit dem Thema Forschung beschäftigen“. Schramm-Wölk mit Blick auf das Hochschul-Selbstverständnis: „Die FH Bielefeld orientiert sich mit ihrem Forschungsprofil an den globalen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft und setzt ein besonderes Gewicht auf die Bedarfsfelder Klima und Energie, Gesundheit, Mobilität und Kommunikation.“
E
rstmals wurde beim Jahresempfang der „Engagement-Preis“ an Studierende verliehen, die über ihr reines Studium hinaus in Vereinen, Verbänden oder sonstigen Initiativen gemeinwohlorientiert aktiv tätig sind. „Wir haben 36 Nominierungen aus allen Fachbereichen bekommen, den Bewerberinnen und Bewerbern gilt unser Dank für ihr vielfältiges Engagement“, sagte der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Michael Stricker, Dekan des Fachbereichs Sozialwesen. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis ging an zwei Preisträger:
Semire Cilgin, die den Bachelor Angewandte Mathematik an der FH Bielefeld abgeschlossen hat, engagiert sich seit der Schulzeit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in einem Bürgerzentrum in Gütersloh-Blankenhagen. Hier liegen ihr vor allem die Mädchengruppen am Herzen. Neben ihrem mathematisch geprägten Masterstudium „Optimierung und Simulation“ studiert sie nun auch im Bachelor Soziale Arbeit an der FH Bielefeld. Der zweite Preisträger Dominik Kammertöns, der auf dem Campus Minden praxisintegriert Wirtschaftsingenieurwesen studiert und bei DENIOS beschäftigt ist, ist seit seinem 16. Lebensjahr bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG aktiv. Er engagiert sich als Rettungssanitäter beim Deutschen Roten Kreuz und anderen Organisationen. Zudem bildet er sich laufend weiter. Außerdem ist er als „Mobiler Retter“ registriert und hat schon zu Schulzeiten an der Hans-Ehrenberg-Schule in Sennestadt eine Schülerfirma für Veranstaltungstechnik gegründet.
Teilen müssen sich die beiden das Preisgeld übrigens nicht: Die Fördergesellschaft FH Bielefeld e.V. hatte kurzfristig eine Verdoppelung des Preisgeldes beschlossen, so dass beide jeweils 1.000 Euro erhalten.