Professor Thiem hat Elektrotechnik an der Universität Paderborn mit der Vertiefungsrichtung Informationstechnik studiert. Ab 1997 war er wissenschaftlicher Angestellter der Universität Paderborn und Stipendiat im Graduiertenkolleg des Paderborner Heinz Nixdorf Institutes, wo Themen wie Signal- und Bildsignalverarbeitung, Mustererkennung, neuronale Netze, Robotik und Telepräsenzsysteme Gegenstand seiner Forschungsarbeit waren. 2002 promovierte Professor Thiem auf dem Gebiet der Bildsignalverarbeitung in biologischen (Auge/Gehirn) und technischen Sehsystemen (Kamera) und war ab 2003 für das Unternehmen Hella KGaA Hueck und Co. in Lippstadt tätig. Hier entwickelte er zunächst in der zentralen Grundlagenentwicklung Prototypen und Algorithmen für Fahrerassistenzsysteme und Sensordatenfusion. Später war er für die Analyse fertigungsrelevanter Fragestellungen im Testlabor Kamerasysteme zuständig. Darüber hinaus verantwortete er als Projektleiter eine Taskforce im Bereich der Radarsystementwicklung.
Von 2009 bis 2010 war Professor Thiem Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Informations- und Elektrotechnik.
Der Tätigkeit an der FH Bielefeld blickt Professor Thiem erwartungsvoll entgegen: "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, nicht nur einen neuen Studiengang, sondern auch das Profil eines Fachbereiches mitgestalten zu dürfen. Durch meine bisherige Laufbahn sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie, habe ich erfahren, dass große Ziele vielfach nur oder einfacher disziplinübergreifend erreicht werden. Hier sind meist Ingenieure, Naturwissenschaftler und Informatiker gleichzeitig gefragt. Dies ist z.B. bei der Entwicklung eines elektronischen Gerätes der Fall, in dem sowohl Hardware als auch Software zusammenspielen muss. Aber auch bei der Erstellung von Software allein ist meist die Zusammenarbeit vieler Disziplinen notwendig. Mein Ziel ist es, auch in unserem Fachbereich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zu leben und zu fördern."