08.10.2001

25 Jahre Visuelle und Haptische Kommunikation am Fachbereich Sozialwesen

Die Ausstellung des Medienfaches Visuelle und Haptische Kommunikation im Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule (FH) Bielefeld ist eine Retrospektive der Lehre von Professor Helmut Stephan Diedrich. Sie dokumentiert die vielschichtigen Möglichkeiten spezifisch ästhetischer Fragestellungen im Studium von Sozialarbeit und Sozialpädagogik in ästhetischer Praxis und Theorie.

1977, sieben Jahre nach der Gründung der FH Bielefeld und damit des Fachbereichs Sozialwesen, wurde der Lehrstuhl für Visuelle und Haptische Kommunikation besetzt. Damit konnte das Konzept einer außerschulischen ästhetischen Erziehung erstmals fachwissenschaftlich und fachpraktisch begründet in die Ausbildung von Studierenden der Sozialarbeit und Sozialpädagogik im Fachbereich Sozialwesen einmünden. Helmut Stephan Diedrich, 1978 zum Professor ernannt, vertritt seither das Lehrgebiet mit seinen theoretischen und fachpraktischen Teilgebieten.

In der Ausbildung im Bereich der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik wurde Medienpädagogik in der Vergangenheit primär als Methodenlieferant beschrieben. "Eine derartige Sicht einer instrumentalisierten ästhetischen Erziehung ging und geht an dem Prinzip einer ästhetischen Aneignung von Wirklichkeit vorbei", beschreibt Diedrich die Grundsatzdiskussion zu Beginn seiner Tätigkeit am Fachbereich. Neue Konzepte, wie die einer soziokulturellen Bildung oder einer sozialen Kulturarbeit führten zu einer sinnvolleren Zusammenarbeit zwischen Sozialwesen und ästhetischer Erziehung. "Ästhetik ist somit nicht nur ein Medium, sondern eine natürliche Artikulationsmöglichkeit des Menschen, sein kulturelles und soziales Leben zu formen", so Diedrich.

Der Aufbau des Seminars sollte daher den Studierenden eine subjektive, ganzheitliche Aneignung von Wirklichkeit ermöglichen. Um den subjektiven, ästhetischen Bedürfnissen der Studierenden zu entsprechen und sie für die vielfältigen Anforderungen in den Arbeitsfeldern des Sozialwesens zu professionalisieren, war eine vielschichtige, auf die Realität bezogene Strukturierung des Faches erforderlich. Um die gesamte optische Kultur und die Natur - zum Beispiel Ökopädagogik - einbeziehen zu können, wurde ein differenzierter und komplexer Medienapparat aufgebaut, der projektorientiertes Lehren und Lernen ermöglicht.

Professor Helmut Stephan Diedrich studierte Kunst und Kunstgeschichte an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Hier wurde er in die Mal- und Grafikklasse des Bauhaus- und Kleeschülers Professor Walter Herzger aufgenommen und in den druckgrafischen Werkstätten Erich Heckels ausgebildet. Nach Jahren freier künstlerischer Tätigkeit und als Kunsterzieher an verschiedenen Gymnasien wechselte Diedrich als wissenschaftlicher Assistent für das Fach Bildende Kunst an die damalige Pädagogische Hochschule Trier. Von 1972 bis zu seiner Berufung an die FH Bielefeld lehrte er als Assistenzprofessor an der EWH Rheinland-Pfalz, Koblenz. Zahlreiche Ausstellungen, Veröffentlichungen, Plastische Gestaltungen in Kirchen, Glasfenster, Wandmalereien, Brunnen- und Denkmalgestaltungen in öffentlichem wie privatem Auftrag dokumentieren sein umfangreiches Schaffen.

Kontakt:
Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Sozialwesen
Professor Helmut Stephan Diedrich
Kurt-Schumacher-Straße 6
33615 Bielefeld
fon 0521.106-2213
fax 0521.106-2989