Frauen haben es immer noch schwer, im Ingenieurberuf Fuß zu fassen. Oftmals sogar besser qualifiziert als ihre männlichen Kollegen, werden sie nicht überall mit offenen Armen empfangen. Nur 10 % der Erwerbstätigen in den Ingenieurberufen sind Frauen. Auch wegen der demografischen Entwicklung kann es sich Deutschland zukünftig nicht leisten, auf gut qualifizierte Fachfrauen zu verzichten. Diese Problematik wurde im Rahmen der Fachtagung "Frauen gestalten Naturwissenschaft und Technik - Chancen für Hochschulen und Unternehmen in OWL" an der Fachhochschule (FH) Bielefeld aufgezeigt. Mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hochschule, Unternehmen und Verbänden folgten der Einladung des Gleichstellungsbüros der FH Bielefeld und diskutierten mit Persönlichkeiten aus der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft.
Der Ingenieurberuf muss für Frauen selbstverständlicher werden, lautet eine Forderung. Impulse kommen nicht nur aus Politik und Verbänden, sondern vor allem auch von den Unternehmen. "Wir müssen den jetzt schon vorherrschenden Mangel an Fachkräften in diesem Bereich kompensieren. Die deutsche Industrie benötigt daher dringend Frauen in technischen Berufen. Wenn heute eine Frau ein entsprechendes Studium ergreift, hat sie hervorragende Chancen für eine zukünftige Beschäftigung", so Professor Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer von Phoenix Contact. Die Zahl der Studentinnen in den Ingenieurwissenschaften steigt zwar, doch ist der Frauenanteil in den 'harten' Disziplinen wie Maschinenbau und Elektrotechnik immer noch sehr gering. An der FH Bielefeld liegt er derzeit bei 7 %. "Haben sie sich aber für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entschieden, fehlt den Studentinnen im Gegensatz zu den männlichen Kollegen oft das nötige Netzwerk, um den Berufseinstieg zu schaffen", so Hildegard Schumacher-Grub, Gleichstellungsbeauftragte der FH Bielefeld. Weil aber gerade Kontakte und Erfahrungsaustausch den Einstieg erleichtern, sind Absolventinnen, die Karriere im Ingenieurberuf machen wollen, auf verlässliche Informationen aus der Praxis angewiesen. An diesem Punkt setzten die Unternehmenspatenschaften für Studentinnen ingenieur- und naturwissenschaftlicher Studiengänge an.
"Während ihres Studiums werden Studentinnen durch Führungskräfte regionaler Unternehmen unterstützt. Die Unternehmen bieten Praktika an und ermöglichen den Studentinnen, ihre Abschlussarbeit in interessanten Projekten zu realisieren", betont die Koordinatorin des Projektes Brigitte Böwingloh. Die beteiligten Unternehmen können dabei potentielle Mitarbeiterinnen kennen lernen und Talente frühzeitig fördern. Auf der Veranstaltung wurde weiter darüber diskutiert, wie Einstellungspraxis und die Vorbereitung durch die Hochschule verbunden werden kann. In einem anderen Forum stellten Studentinnen des Patenschaftsprojektes ihre Zukunftsvisionen dar. "Ich möchte auf jeden Fall Kinder haben und wünsche mir einen Arbeitgeber, bei dem ich Familie und Beruf vereinbaren kann", so Clara Ringel, Studentin der Elektrotechnik.
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