28.10.2005

Fremdwasser darf nicht in den Kanal

Symposium an der FH Bielefeld zeigt praktische Lösungen.

Mehr als achtzig Fachleute aus Wissenschaft, Aufsichtsbehörde, Kommunen und Wirtschaft haben am Mindener Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der Fachhochschule (FH) Bielefeld das Thema "Fremdwasser" diskutiert. Das Symposium war ein Auftakt in der Region, um theoretische, juristische, verwaltungsrechtliche und praktische Fragen der Vermeidung von Fremdwasser zu beraten. "Die Veranstaltung zeigt, dass hier noch ein großes Informationsbedürfnis vorliegt", äußert sich Bert Schumacher von der Bezirksregierung Detmold. Weitere workshops zum Thema sind geplant.

Fremdwasser ist Regen-, Grund und Dränagewasser das in die Kanalisation gelangt. Etwa ein Viertel der Wassermenge in der Kläranlage ist Fremdwasser. Das weitgehend unbelastete Fremdwasser verdünnt die Schadstoffe, die im Kanal abgeleitet werden. Die Kommunen und die Bürger sind verpflichtet, die Dichtheit ihrer Kanäle sicher zu stellen. Handlungsempfehlungen sind in den Kommunen noch nicht ausreichend präsent.

Der Verein BEU hat zusammen mit der FH Bielefeld, dem Staatlichen Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz OWL (StAfUA OWL) und der Abwasserberatung NRW dieses Symposium durchgeführt. Erhard Kölling, Leiter des StAfUA hat in seinem Einleitungsreferat die Bedeutung des Themas dargestellt.

Die wasserwirtschaftlichen Probleme, der aktuelle Rechtsrahmen, die Situation und der Handlungsbedarf aus Sicht der Aufsichtsbehörde, die praktischen Probleme vor Ort und Technologien zur Beseitigung des Problems wurden diskutiert. Im Weiteren wurden Beispiele im Umgang mit dem Thema aus den Kommunen vorgetragen. Aus OWL wurden die Beispiele Porta Westfalica und Stadt Lage dargestellt. Das Göttinger Modell und das Schwanauer Modell wurden als weitere Erfahrungen in die Diskussion eingebracht. Die Kooperationsmodelle zielen auf die rechtzeitige Beteiligung der Bürger. Die Abwasserberatung hat ihre internetbasierte Handlungsempfehlungen präsentiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Beatrix Wallberg, Leiterin des Umweltamtes des Kreises Minden-Lübbecke.

Weitere Informationen und Kontakt:
Professor Dr.-Ing. Johannes Weinig
Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen
Tel. 0171 201 94 05