Hochschule trifft Wirtschaft: FH Bielefeld zeigt erfolgreiche Koorperationen mit Mittelstand auf der Flughafenmesse Paderborn
Forschungskooperationen mit mittelständischen Unternehmen aus der Region präsentiert die Fachhochschule (FH) Bielefeld im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung der ostwestfälisch-lippischen Hochschulen vom 24. bis 26. Januar 2003 im Flughafen Paderborn/Lippstadt.
In Workshops und Fachvorträgen können sich mittelständische Unternehmer zudem informieren, wie erfolgreiche Kooperationen mit Fachhochschulen und Universitäten gestaltet werden können.
Konzipiert und umgesetzt wird die Ausstellung im kürzlich fertiggestellten Pier B des Flughafen von der Initiative für Beschäftigung OWL e.V. und Uniconsult, der Technologie- und Wissenstransferstelle der Universität Paderborn. Die Forschungskooperationen der FH Bielefeld mit OWL-Unternehmen auf der Flughafenmesse: Spezielle Lösungen der Bildverarbeitung in der Prozessautomatisierung (Kooperationspartner Ceres Vision GmbH, Bielefeld; Kurzvortrag Professor Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba: "Wettbewerb der Regionen - Der Zukunft zugewandt - Förderung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklungskooperationen"), Neuartiger Hubtisch mit Zahnriemenantrieb (Kooperationspartner Flexlift Hubgeräte GmbH, Bielefeld; Kurzvortrag Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier: "Die Tür ist geöffnet!") und Strategisches Vertriebsmanagement für den Mittelstand (Unternehmensberater Harald Ackerschott, Kirpse).
Spezielle Lösungen der Bildverarbeitung in der Prozessautomatisierung in Kooperation mit Ceres Vision GmbH, Bielefeld, stellt das Labor für Bildverarbeitung des Fachbereichs Mathematik und Technik unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba auf der Messe vor. Die industrielle Bildverarbeitung hat sich als ein eigenständiges Feld der angewandten Informatik etabliert und ist aus vielen Automatisierungslösungen und Qualitätssicherungsaufgaben nicht mehr wegzudenken. Wo der menschliche Sehsinn nicht mehr ausreicht, um beispielsweise Qualitätsmerkmale zu erkennen, werden Bildverarbeitungssysteme eingesetzt. Unterschiedlichste Produkte können inspiziert, vermessen, identifiziert oder ihre Lage erkannt werden. Ostwestfalen als einer der führenden Wirtschaftsstandorte der Bundesrepublik mit Schwerpunkten in der Produktion von Maschinen, Möbeln, Nahrungsmittel etc. muss bislang Prüftechnik aus anderen Regionen zukaufen. Der Lösung dieses Wettbewerbsnachteils heimischer Unternehmen stellt sich die FH Bielefeld. Das Labor für Bildverarbeitung erarbeitet mit dem mittelständischen Bielefelder Unternehmen Ceres Vision GmbH spezielle Bildverarbeitungslösungen, die auf den Bedarf der heimischen Wirtschaft zugeschnitten sind.
Das Exponat stellt beispielhaft solche Möglichkeiten für die Prozessüberwachung und die Qualitätssicherung vor. Anhand eines Rundschalttisches werden aktuelle Prüfaufgaben aus ostwestfälischen Produktionsbetrieben präsentiert und mit modernsten Bildverarbeitungssensoren aufgenommen und ausgewertet. Bei der Präsentation wird die Auswertegeschwindigkeit der Prüftechnik sowie die Anpassung dieser Technik an die Breite von zu prüfenden Produkten dargestellt. In einem begleitenden Kurzvortrag unter dem Titel "Wettbewerb der Regionen - Der Zukunft zugewandt - Förderung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklungskooperationen" erläutert Professor Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit dem Labor für Bildverarbeitung.
Der Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt IBT Industrielle BewegungsTechnologie der FH Bielefeld unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier zeigt einen neuartigen Hubtisch mit Zahnriemenantrieb, der in Zusammenarbeit mit der Flexlift Hubgeräte GmbH, Bielefeld, entwickelt wurde. Projektziel war unter anderem, die Variantenfähigkeit zweier Hubtischarten durch Entwerfen eines Berechnungsprogramms zu schaffen. Die aus dem Programm resultierenden Parameter werden in dem 3D-CAD Programm Inventor verarbeitet, aus denen komplette Einzelteil-, Gesamtzeichnungen und ein 3D-Modell des Hubtisches entstehen.
Die auf Zahnriementechnologie basierenden Hubtische, davon eine Messeneuheit in 2002, wurden durchkonstruiert und als Muster gebaut. Für diese Hubtische werden statische und dynamische Berechnungen durchgeführt, die zur Auslegung einzelner Komponenten der Hubtische hinsichtlich der Festigkeit, Lebensdauer, Leistung und Sicherheit dienen. Die Berechnungen werden in einem speziell dazu entwickelten Programm durchgeführt. Das Ergebnis ist ein benutzerfreundliches, übersichtliches und speicherfähiges Programm, welches auch Last- und Drehmomentverläufe durch Diagramme veranschaulicht. Die resultierenden Werte werden über eine Schnittstelle zwischen dem Berechnungsprogramm und dem CAD-Programm Inventor verknüpft, wodurch automatisch eine Parameterkonstruktion entsteht. Aus dem 3D-Modell können mit Hilfe des Konstruktionsprogramms fertige Einzelteil- und Gesamtzeichnungen abgeleitet werden. Die daraus entstandenen Zeichnungen werden dann direkt der Fertigungsabteilung übergeben und die Produktion kann zeitnah anlaufen. Somit kann innerhalb kürzester Zeit nach Anfrage des Kunden und seiner Vorgabe von Rahmenparametern sowie über einzelne konstruktive Anpassungen und deren Eingabe im Berechnungsprogramm der theoretisch fertig konstruierte Zahnriemenhubtisch entstehen. Im begleitenden Kurzvortrag am Messestand präsentiert Professor Dr. Hörstmeier unter dem Titel "Die Tür ist geöffnet!" die FH Bielefeld als Partner der Industrie und zeigt anhand von Beispielen den gemeinsamen Nutzen solcher Kooperationen für Unternehmen und Hochschule.
Über "Strategisches Vertriebsmanagement für den Mittelstand" informiert Professor Dr. Uwe Rössler, Fachbereich Wirtschaft der FH Bielefeld , gemeinsam mit Unternehmensberater Harald Ackerschott, Kirspe.
Weitere Seminare informieren die Messebesucher über Finanzierungsmöglichkeiten, das Sonderforschungsprogramm der EU sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit lokalen Wirtschaftsförderungseinrichtungen.
Projektpartner sind neben der Fachhochschule Bielefeld die OWL-Hochschulen Universität Bielefeld, Universität Paderborn, Fachhochschule Lippe und Höxter, Fachhochschule des Mittelstandes, Fachhochschule Südwestfalen/Soest, auch die Bertelsmann Stiftung mit ihrem Arbeitskreis "Initiative für Beschäftigung", der Flughafen Paderborn/Lippstadt sowie die Initiative für Beschäftigung OWL e.V. und Uniconsult.