01.04.2009

Spektakuläre Technik-Modenschau als Höhepunkt

Fachhochschule Bielefeld feiert 50 Jahre Ingenieurausbildung mit großem Jubiläumsfest.

Der Höhepunkt war Augenweide und außergewöhnliche Leistungsschau gleichermaßen: Mit einem Jubiläumsfest mit spektakulärer Technik-Modenschau hat gestern (Dienstag, 31. März 2009) die Fachhochschule Bielefeld "Das Ding mit dem Ing. - 50 Jahre Ingenieurwissen aus Bielefeld" gefeiert. Den Festvortrag über "Innovation" hielt ein Absolvent: Professor Dr. Joachim Milberg, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG. Rund 1.700 geladene Gäste sahen in der Bielefelder Stadthalle eine umfangreiche ingenieurwissenschaftliche Präsentation und den zweistündigen Festakt.

Seit fünf Jahrzehnten werden in Bielefeld Ingenieurinnen und Ingenieure ausgebildet. Die einstige Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Bielefeld wurde 1958 unter Beteiligung der Stadt Bielefeld, des Wirtschaftsministeriums und des Kulturministeriums Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Detmold, der parallel ins Leben gerufenen Gesellschaft der Förderer und Freunde der Staatlichen Ingenieurschule, dem Verein Deutscher Ingenieure Teutoburger Bezirksverein e.V., dem Arbeitgeberverband Metall sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund gegründet.

Später ist sie in der Fachhochschule (FH) Bielefeld aufgegangen, das ingenieurwissenschaftliche Hochschulangebot ist um Forschung und Transfer erweitert, der Ausbildungsbereich stark ausgeweitet worden. Was mit einst 105 Studenten begann, ist heute mit fast 2.100 Studierenden und elf Studiengängen zu einem der größten ingenieurwissenschaftlichen Fachbereiche der Region gewachsen.

Milberg als Festredner

Rund 1.700 Gäste - Absolventinnen und Absolventen, Studierende und (ehemalige) Hochschulangehörige, Vertreterinnen und Vertreter der Gründungsmitglieder und Förderkreise, von Bund und Land, aus Politik und Gesellschaft sowie Kooperationspartner aus der Wirtschaft - waren gestern aus der Region, dem ganzen Bundesgebiet sowie den Niederlanden, Großbritannien, Österreich und Polen in die Stadthalle Bielefeld gekommen. Sie erlebten ein abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm mit Podiumsgesprächen, mit Film- und Originalbeiträgen, mit künstlerischen und musikalischen Darbietungen.

 

In seinem Festvortrag zum Thema "Nur Innovation schafft Wohlstand" unterstrich Professor Dr.-Ing. Joachim Milberg die Bedeutung der praxisorientierten Fachhochschulen als Motor für Innovation und damit für Wirtschaft und Gesellschaft: "Wohlstand braucht Beschäftigung, Beschäftigung braucht Innovation, Innovation braucht Bildung, Bildung braucht Investition ", so Milberg, der auch als Chefberater für Innovation von Bundeskanzlerin Angela Merkel fungiert, zum volkswirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Kreislauf.

 

Kostüme aus Industrieprodukten

Einen glanzvollen Höhepunkt stellte die 15-minütige Technik-Modenschau mit der Tanzgruppe Partss und dem Duo Glupo dar. Mit Anmut, Grazie und Witz präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer 15 Kostüme, Kopfbedeckungen und Handtaschen der besonderen Art: Diese waren sämtlichst aus unzähligen kleinteiligen und größeren Produkten von regionalen Unternehmen kreiert, die dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik als Partner und Sponsoren verbunden sind. Ob Bobbycar, Filtertüte oder Folie, Kabel oder Kronkorken, Nähmaschine oder Mülltonne, Reifen oder Rollstühle, Schrauben oder Verbindungselemente, Staubsauger oder Waschmaschinentrommel - die "Ing.-Kollektion 2009" bot ein facettenreiches Potpourri heimischer Produkte, die dank Ingenieurleistung entstehen. Die Hutmodelle seien, so befand Moderator Andreas Liebold, zwar auffällig genug, allerdings für die Pferderennen in Ascot nicht geeignet, weil zu maritim.

Nach dem Bühnenprogramm hatten die Besucherinnen und Besucher nochmals Gelegenheit, sich auf etwa 15 Themeninseln im Foyer und im kleinen Saal der Stadthalle über das breite Spektrum der ingenieurwissenschaftlichen Hochschulausbildung mit praxisorientierten Studiengängen, über anwendungsbezogene Forschungs- und Entwicklungsprojekte, über künftige Planungen und Visionen des Fachbereichs oder unterschiedliche Berufsfelder für Ingenieurfachkräfte zu informieren. Hier wurden Fachgespräche geführt, Anekdoten und Erinnerungen ausgetauscht, alte Kontakte vertieft und neue geknüpft. Das außergewöhnliche Jubiläumsfest fand erst gegen Mitternacht ein Ende - jetzt heißt es für den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik, "Das Ding mit der Zukunft" anzugehen, mit allen Chancen und Herausforderungen.

Zum Jubiläum ist ein Buch mit Ausführungen zu Historie, aktuellem Stand und Visionen sowie Interviews und Zitaten erschienen (ISBN 978-3-89534-850-1).

 

Zitate zur Veranstaltung:

Dr. Werner Efing
Geschäftsführer des Unternehmerverbandes der Metallindustrie Bielefeld,
Vorstand Fachhochschulgesellschaft

"Das Fest war abwechslungsreich, bunt und lustig und nicht so bierernst wie andere Jubiläumsveranstaltungen. 'Das Ding mit dem Ing.' ist ein toll gewählter Titel, denn er verbindet die Historie mit der Staatlichen Ingenieurschule, die Gegenwart mit der FH Bielefeld und die Zukunftsperspektiven.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass trotz aller Krisen, junge Ingenieure die besten Aussichten haben. Daher ist es wichtig, dass die Beziehungen zwischen Wirtschaft, Unternehmen, Betrieben und der Fachhochschule Bielefeld weiter ausgebaut werden."

Dipl.-Betriebswirt Manfred Nienhaus
Prokurist der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Kreis Warendorf

"Ich fand die Veranstaltung super gelungen. Wie der Maschinenbau sich präsentiert hat war originell und kreativ. Die große Resonanz auf das Jubiläum zeigt, wie sich sowohl die Wirtschaft als auch die ehemaligen Studierenden und Lehrenden der Fachhochschule Bielefeld verbunden fühlen. Sie ist ganz wichtig als Zeichen für OWL und darüber hinaus auch für das Münsterland sowie die Kreise Warendorf und Gütersloh. Die gesamte Region lebt vom Maschinenbau. Er ist lebenswichtig für die Wirtschaft in unserer Region. Wir kämpfen gemeinsam für den Ausbau der technischen Studiengänge - die sogenannten MINT-Fächer. Wir wollen das Interesse der Jugendlichen an technischen Fächern auch für die Zukunft erhalten."

Dipl.-Ing. Uwe Lück
Referent für Technologie und Innovation der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

"Die Veranstaltung war klasse, kurzweilig und ein tolles Event. Sie zeigte eine ganz neue Herangehensweise an das Thema Ingenieurwissenschaften - das fand ich innovativ. Die Ingenieurausbildung der Fachhochschule Bielefeld ist praxisnah und in enger Abstimmung mit der Wirtschaft. Das kommt den Absolventen der FH Bielefeld und den Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe entgegen. Es ist wichtig, dass unser Technologiestandort OWL auch in Zukunft mit Fachkräften der FH Bielefeld versorgt wird."

Dipl.-Ing. Klaus Meyer
Geschäftsführer von Energie Impuls OWL
Vorstandsvorsitzender VDI OWL

"Die Jubiläumsfeier war frisch und jung. Wirklich einer innovativen Hochschule gemäß. Die beste Veranstaltung, die ich je gesehen habe: Ein tolles Programm, das Spirit hatte und wirklich Freude und Zukunft geatmet hat. Die gesamte Veranstaltung war ein Highlight: Die Rede von Herrn Milberg, die gezeigten Kurzfilme, die Modenschau. Mein persönliches Highlight war der Treffpunkt im Foyer: Das Who-is-Who der Region ist gekommen.

Mit der Gründung der Staatlichen Ingenieurschule vor 50 Jahren hat diese Region Mut bewiesen und den Grundstein für die heutige Technik-Landschaft OWL gelegt. Diese Entwicklung muss fortgeführt werden. In den nächsten 50 Jahren stehen große Themen an, wie erneuerbare Energien, Mobilität, Gesundheitstechnik und Informationstechnik, die auch viel Mut für wichtige Entscheidungen verlangen. Die FH Bielefeld hat bereits vor Jahren den Blick in die Zukunft gewagt, als sie 1999 den Zweig der erneuerbaren Energien aufmachte und war damit mal wieder Vorreiter."

Dipl. Ing. Hans-Hermann Staasmeier
Stadtwerke Bielefeld, Fachbereichsleiter Elektrizität

"Als Überschrift für die Veranstaltung könnte man wählen: Gelungenes Fest. Es hatte ein kurzweiliges Programm, sowohl optisch mit der Modenschau, als auch akustisch mit der Band 'Men in Blech'. Von den Referenten stach natürlich Professor Milberg hervor. Der Inhalt hat mir sehr gut gefallen. Überzeugt hat auch die Organisation: 1.700 Gäste auf hohem Niveau so perfekt zu unterhalten.

Die Bedeutung der FH Bielefeld und der Ingenieurwissenschaften für die Region OWL als Innovationsmotor ist gut rüber gekommen. Wir als Unternehmen profitieren natürlich von den kurzen Wegen zur FH Bielefeld und greifen gerne auf Ingenieure der FH zurück."