Bielefeld (fhb). Das Präsidium der Fachhochschule Bielefeld hat die Zielvereinbarungen zum ‚audit familiengerechte hochschule‘ unterzeichnet. Die ‚berufundfamilie gGmbH‘ bietet mit diesem Audit und der Vergabe eines Qualitätssiegels nach eigenen Angaben den Hochschulen „ein Managementinstrument zur familiengerechten Gestaltung der Arbeits- und Studienbedingungen an“.
Das ‚audit familiengerechte hochschule‘ wird als ein kontinuierlicher Prozess verstanden. Im Rahmen der Auditierung, die in der Regel nach drei Monaten abgeschlossen ist und an deren Ende die Vergabe des Zertifikats steht, werden konkrete Ziele und Maßnahmen erarbeitet. Ein solcher ‚Katalog‘ liegt nun für die FH Bielefeld vor.
In der Präambel wird hier festgehalten, dass die Hochschule einen „erweiterten Familienbegriff“ zugrunde legt, „der alle Beziehungen umfasst, in denen insbesondere für Partner und Partnerinnen, für Kinder und Verwandte soziale Verantwortung getragen wird“. Ziel sei es, „eine Balance zwischen den Interessen der Hochschule und der familiären Verantwortung ihrer Beschäftigten und Studierenden zu finden“, so Hildegard Schumacher-Grub, die Gleichstellungsbeauftragte der FH Bielefeld.
Davon profitieren soll die Hochschule als Ganzes. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden soll steigen, wenn familiäre Belange berücksichtigt werden und zum Beispiel die Studienabbruchsquote und die Studienzeiten sinken, weil studierende Eltern Unterstützung erfahren. Schumacher-Grub: „Frauen und Männer sollen aktiv am Familienleben teilnehmen und ihre beruflichen und akademischen Chancen optimal nutzen können.“
Schon jetzt gibt es an der FH Bielefeld eine Reihe von familienfördernden Maßnahmen. Dazu zählen die Kindertagesstätte und die Betreuung von Kindern in der Ferienzeit. Die Zielvereinbarungen sehen nun deutlich mehr vor. Unterteilt in sieben Aktionsfelder geht es künftig um neue Dienstvereinbarungen zur Gleitzeit, um die Erarbeitung eines Führungsleitbildes zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um die Unterstützung von Studierenden mit Kindern im Verbundstudium und um die Aktualisierung von Informationsmaterial zu den Themen „Studieren mit Kind“ und „Beruf und Familie“. Ausdrücklich halten die Zielvereinbarungen fest: „Die familienfreundliche Hochschule wird ins Leitbild der Hochschule sowie in die Leitbilder der Personalführung integriert.“
In einem ersten Schritt ist mittlerweile die gesamt Projektplanung aufgestellt worden. Die Detailplanung für die vielen Teilprojekte liegt in der Verantwortung der dafür zuständigen Kolleginnen und Kollegen in Wissenschaft und Verwaltung. Die Beauftragung erfolgt durch das Präsidium. Das Projektcontrolling übernimmt die Gleichstellungsbeauftragte mit Unterstützung des Dezernats Planung, Controlling, Qualitätsmanagement.
Nach der erfolgreichen Durchführung des ‚audit familiengerechte hochschule‘ darf die Hochschule das europaweit geschützte Signet offiziell verwenden. „Eine auditierte Hochschule übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und erfüllt gesetzliche Forderungen nach Gleichstellung der Geschlechter und Förderung Studierender und Beschäftigter mit Familienaufgaben“, heißt es auf der Internet-Seite der „berufundfamilie gemeinnützige GmbH - eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung“. Die Initiative wird vom Bundes-Familienministerium gefördert.
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