Prof. Dr. Rainer Walden, der Gründer des Diplom-Studiengangs Mathematik an der Fachhochschule Bielefeld, ist am 3. Februar im Alter von 71 Jahren verstorben. Professor Walden war unter anderem Mitglied des Forschungsschwerpunkts Angewandte Mathematische Modellierung und Optimierung (AMMO) und auch noch im Ruhestand, seit dem 1. März 2009, sehr aktiv. Mit Professor Walden verliert der Forschungsschwerpunkt eines seiner langjährigen und treuesten Mitglieder, heißt es auf der AMMO-Homepage.
Walden, verheiratet und Vater von zwei Kindern, hatte an der TU Berlin Mathematik studiert, schloss 1970 das Studium mit dem Diplom ab und wurde drei Jahre später an der TU promoviert. Insgesamt vier Jahre war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Mathematischen Fakultät. 1974 ging er in die Industrie und arbeitete bei MBB - Messerschmitt, Bölkow, Blohm. Im Herbst 1976 dann der Wechsel nach Ostwestfalen-Lippe: Er übernahm eine Professur für Mathematik an der Universität-Gesamthochschule Paderborn. Ende Oktober 1994 vollzog er einen weiteren, endgültigen beruflichen Wechsel und nahm seine Lehr- und Forschungstätigkeit am Fachbereich Mathematik und Technik der FH Bielefeld auf.
"Er überzeugte als Dekan und auch als Leiter im Studiengang mit ruhigem und sachlichem Auftreten und durchdachten Vorstellungen zur Gestaltung des Lebens im Fachbereich", heißt es aus dem Kreis seiner Kollegen. Walden sei ein Mathematiker gewesen, der breit aufgestellt war, "mit dem Drang, in möglichst vielen Teilgebieten der Mathematik präsent zu sein".
In den letzten Dienstjahren und im aktiven Ruhestand wendete er sich verstärkt der Geschichte der Mathematik zu, gab eine Vorlesung dazu an der FH Bielefeld und hielt verschiedene Vorträge zu festlichen Anlässen, wie der Verabschiedung der Absolventen des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik.
Als Mitglied des Forschungsschwerpunkts AMMO veröffentlichte er im April 2014 gemeinsam mit Volker Michael Roemer in der Reihe AMMO - Berichte aus Forschung und Technologietransfer zum Thema "Methoden der quantitativen rechnergestützten CTG-Analyse". Es sollte seine letzte von zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen sein.