10.04.2014

Mut machen für die MINT-Fächer

Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik veranstaltet Schnuppertag unter dem Motto "StudIuM - Ready for Tec-off?"

Bielefeld (fhb). Schnuppervorlesungen, Studienberatung, Mitmach-Aktionen. Die Ingenieurwissenschaften der Fachhochschule Bielefeld stellten sich am 10. April vor und wollten Schülerinnen und Schüler für MINT gewinnen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dass hier nicht nur stur gepaukt wird, sondern dass lebendig und verständlich formuliert gelehrt wird, war eine zentrale Botschaft des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM).  Dass mit einem Ingenieur-Abschluss in der Tasche auch gutes Geld verdient werden kann, war eine weitere, nicht weniger interessante. IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde: "Wir wollen Hilfestellung geben, ob das Studium auch wirklich das richtige ist für den, der sich einschreiben will. Es geht nicht darum, quasi in Rattenfängermethode jeden an den Fachbereich locken zu wollen."   

Die FH-Ingenieure hatten zur Veranstaltung "StudIuM - Ready for Tec-off?" eingeladen, die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet und Jobmesse sowie Schnuppertag zugleich sein will.  Rund 400 Schülerinnen und Schüler konnte Budde im Audimax begrüßen. Er machte Mut: "Wir bieten eine umfassende, berufsorientierte akademische Ausbildung. Unsere Ingenieurinnen und Ingenieur haben sehr gute Möglichkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und durchzustarten."

Den engen Kontakt des Fachbereichs zu den Unternehmen in der Region dokumentierten sieben Sponsoren, die mit Informationsständen Einblicke in den Berufsalltag und die Erwartungen an den Nachwuchs vermittelten. Mit Claas, Ferchau, Goldbeck, Harting, Miele, den Stadtwerken Bielefeld und der Techniker Krankenkasse allesamt bekannte Namen und Indiz dafür, dass die Hochschule qualifizierte Partnerschaften pflegt. Dekan Budde: "Bachelor- und Masterstudiengänge sind uns gleichermaßen wichtig, und wir haben die Inhalte an den Bedürfnissen der Arbeitswelt orientiert. Was wir von unserem studentischen Nachwuchs erwarten, sind Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen."      

Die Schnuppervorlesungen gaben einen ersten Einblick in die fachlichen Ausrichtungen. Ob "Technische Kommunikation für Wirtschaftsingenieure", "Umweltfreundliche Mobilität" oder "Technische Herausforderungen bei der Entwicklung eines Verkehrsflugzeuges": Vorgestellt wurde die Ingenieur-Welt, die nicht allein Technisches ausmacht, sondern in der es auch um gesellschaftliche Verantwortung und Zukunftsgestaltung geht.

Josef Schulte-Nölle, Physiklehrer an der Bielefelder Marienschule, war mit seinen Schülern gekommen. Die Begrüßung im Hörsaal hat ihm gut gefallen: "Die Schüler dürfen nicht überfordert oder abgeschreckt werden, sondern müssen mitgenommen werden in die Welt der Technik und Naturwissenschaften." Dies sei dem Fachbereich gut gelungen, so Schulte-Nölle. Prof. Dr. Franz Feyerabend, er lehrt Konstruktion und technische Mechanik, machte deutlich, dass es ein Eigeninteresse des Fachbereichs sei, die richtigen Studierenden anzusprechen: "Wir wollen keine Studienabbrecher produzieren, und wir wollen sofort klarstellen, dass das Studieren keine heile Welt ist bei uns, sondern ein richtiger Beruf." Sein Kollege Prof. Dr. Lutz Grünwoldt, verantwortlich für die Ingenieur-Informatik, verbindet mit der Veranstaltung die Erwartung, für die MINT-Fächer "gezielt auch die Gymnasien anzusprechen, die mit dem Typus Fachhochschule und den Leistungen oftmals noch nicht so vertraut sind". Die Berufskollegs seien hier in der Regel näher dran.   

"StudIuM - Ready for Tec-off?" wurde zum zweiten Mal am Fachbereich IuM an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße durchgeführt. Dieses Veranstaltungsformat hat den bekannten "Energietag" der FH Bielefeld abgelöst. "Der Name hat nicht mehr gepasst, schließlich bieten wir am Fachbereich IuM ein viel breiteres Spektrum an Studiengängen an. Das reicht von Mathematik über Produktentwicklung bis hin zur Apparativen Biotechnologie", meinte Professor Budde. Mitmach-Aktionen wie "Solarfiguren bauen", "Elektrizität ohne Kabel", "Mini-Fahrsimulator zum Selberfahren, "Cola-Dose zum Platzen bringen" und die "Automatisierung und Visualisierung eines Fabrikmodells" spiegelten gleichsam diese neue Vielfalt.

Das zdi-Schülerinnen und Schülerlabor experiMINT und die Informationsstände der Bielefelder Agentur für Arbeit und des Kompetenzzentrums "Technik-Diversity-Chancengleichheit" rundeten das Programm ab, letzterer unter dem Motto: "Komm, mach MINT".