21.10.2026

3. Informationssicherheitstag der HSBI – „Gemeinsam tragen wir Verantwortung“

Eine Frau steht im Audimax am Redepult
Mit ihrem Vortrag „Tech Abuse im Smart Home: Digitale Gewalt als (neue) Dimension der Cybersicherheit“ lenkte Stephanie Hartmann (BSI) den Blick auf die individuelle Ebene und die Schattenseiten der vernetzten Haushaltstechnik. © DVZ
Drei Personen stehen vor Publikum. Sie halten sich an den Händen
Das Improtheater DIE STEREOTYPEN verarbeitete die Themen und Zitate des Tages zum Abschluss in einem kurzweiligen „Wrap-up“ © DVZ
Wie schützen wir Daten, Systeme und Forschung an der HSBI? Der dritte Informationssicherheitstag, ausgerichtet von der DVZ, zeigte anhand von Vorträgen, einem Workshop und Smartphone-Sicherheitscheck, wie breit das Thema von Cyber-Notlagen über Tech Abuse im Smart Home bis zur Forschungssicherheit gefächert ist. Die Improgruppe DIE STEREOTYPEN sorgte zum Abschluss dafür, dass zentrale Botschaften mit Humor im Gedächtnis bleiben.

Bielefeld (hsbi). Unter dem Motto „Gemeinsam tragen wir Verantwortung“ begrüßten Moderatorin Julia Ures, HSBI-Vizepräsident Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier und Dr. Nils Arne Brockmann, IT-Sicherheitsbeauftragter der Datenverarbeitungszentrale (DVZ) mehr als 150 Beschäftigte und Studierende der HSBI sowie Gäste aus über zehn weiteren NRW-Hochschulen im Konferenzsaal und per Livestream. Ziel des inzwischen dritten Informationssicherheitstages der DVZ war es, zum einen die Sicherheitskompetenzen der Beschäftigten zu stärken – etwa im Umgang mit Phishing-Mails, Passwörtern und Smartphones. Zum anderen sollten die vielen Facetten der Informationssicherheit sichtbar werden: Die Vorträge zeigten, wie unterschiedlich das Thema in Forschung, Lehre und Verwaltung verankert ist und wie alle Beschäftigten in ihrer jeweiligen Fachdisziplin zu professionellem Schutz und verantwortungsvollem Handeln beitragen können.

Tech Abuse als neues Forschungsfeld

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Dr. Nils Arne Brockmann, IT-Sicherheitsbeauftragter der DVZ, begrüßte die mehr als 150 Beschäftigten und Studierenden der HSBI sowie Gäste aus über zehn weiteren NRW-Hochschulen im Konferenzsaal und im Livestream.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Isabelle Ewald (BDO AG) mit ihrem Beitrag zur unterschätzten Macht der Kommunikation in Cyber-Notlagen. Sie zeigte, welche zentrale Rolle gute Kommunikation im Ernstfall spielt: Wer vorbereitet ist, schnell reagiert und offen sowie ehrlich informiert, kann Vertrauen und Glaubwürdigkeit bewahren. Taktiken wie das scheibchenweise Offenlegen von Informationen („Salamitaktik“) untergraben dagegen langfristig die Reputation einer Organisation.

Mit ihrem Vortrag „Tech Abuse im Smart Home: Digitale Gewalt als (neue) Dimension der Cybersicherheit“ lenkte Stephanie Hartmann (BSI) den Blick auf die individuelle Ebene und die Schattenseiten der vernetzten Haushaltstechnik. Sie erklärte, wie smarte Geräte zur Überwachung oder Kontrolle z.B. von (Ex-)PartnerInnen missbraucht werden. Insgesamt handelt es sich beim Thema Tech Abuse im Smart Home um ein junges Forschungsfeld mit großem Aufklärungs- und Informationsbedarf – insbesondere in Hinblick auf Risiken, Funktionsweisen und Sicherheitslücken vernetzter Produkte.

Eine Person schreibt etwas an einem  Laptop im Hörsaal

Vor dem Hintergrund der angespannten internationalen Lage gewinnt Forschungssicherheit in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Peter Paultisch von der Cyberagentur zeigte auf, welchen Bedrohungen die deutsche Forschungslandschaft ausgesetzt ist, etwa durch Spionage, Wissensabfluss oder unerwünschte Einflussnahme. Er appellierte an Wissenschaftler:innen Sicherheit als integralen Bestandteil guter Forschung zu begreifen. Gleichzeitig werden Forschende damit nicht allein gelassen: Mit dem Aufbau einer nationalen Plattform für Forschungssicherheit sollen Wissenschaftseinrichtungen künftig gezielt beim forschungsbezogenen Risikomanagement unterstützt werden.

Smartphone-Sicherheitscheck auf der Magistrale und Workshops

Begleitend zum gesamten Informationssicherheitstag bot die DVZ auf der Magistrale einen Smartphone-Sicherheitscheck für Android- und iOS-Geräte an. An einem Infostand leiteten studentische Mitarbeitende die Beschäftigten dazu an, selbstständig Sicherheitseinstellungen wie Updates, App‑Berechtigungen, Diebstahlschutz, Backup- und Verbindungseinstellungen zu überprüfen. Das Angebot wurde sehr gut angenommen und soll künftig erneut durchgeführt werden.

Nach der Mittagspause teilte sich die Teilnehmerschaft: Ein Teil besuchte den Workshop „Sichere Software-Entwicklung im Zeitalter von KI“ mit Dr. Stefan Dziwok und Sebastian Leuer vom Fraunhofer IEM. Dort erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten KI-gestützter Softwareentwicklung – von der Codegenerierung mit unterschiedlichen Modellen und deren Qualitätsunterschieden bis hin zum Erkennen von Sicherheitslücken im Code. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Formulierung geeigneter Prompts für eine gezielte KI-gestützte Sicherheitsanalyse. Im anschließenden Praxisteil konnten die Teilnehmenden das Erlernte direkt anwenden und Codeausschnitte sowohl manuell als auch mit KI-Unterstützung auf Schwachstellen prüfen.

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Lukas Heuveldop (DVZ) zeigte anhand konkreter Beispiele, wie ein sicherer Umgang mit Phishing-Mails, Deepfakes und Passwörtern dazu beiträgt, die Informationssicherheit an der HSBI zu stärken. Rechts: Moderatorin Julia Ures.

Parallel zum Workshop fanden zwei Vorträge statt. Prof. Dr. Johann Pongratz (TU Dortmund) führte in die Welt autonom agierender KI-Agenten ein. Sein Fazit: Solche Agenten werden auch an Hochschulen künftig viele Arbeitsprozesse erleichtern, zugleich entstehen aber neue Risiken für die Informationssicherheit. Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig geeignete Governance-Strukturen – also klare Regeln und Zuständigkeiten – zu entwickeln.

Unter dem Titel „Informationssicherheit – jeder trägt Verantwortung: Wie können Sie dazu beitragen?“ wandte sich Lukas Heuveldop (DVZ) direkt an die Teilnehmenden. Er erläuterte die drei Grundpfeiler der Informationssicherheit – Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität – und zeigte anhand konkreter Beispiele, wie ein sicherer Umgang mit Phishing-Mails, Deepfakes und Passwörtern dazu beiträgt, die Informationssicherheit an der HSBI zu stärken.

Humorvolles Finale mit Improtheater und Ausblick

„Humor festigt die Erinnerung“ – mit diesen Worten leitete Moderatorin Julia Ures den krönenden Abschluss des Tages ein: das Improtheater DIE STEREOTYPEN. In einem kurzweiligen „Wrap-up“ verarbeitete die Gruppe die Themen und Zitate des Tages. Da wurde der IT‑Grundschutz im Garten verlegt, die Informationssicherheit mit DVZ-Schwertern in mittelalterlichen Burgen verteidigt und der Mülleimer zum sensiblen Kooperationsgegenstand. So blieb die Informationssicherheit zum Schluss vor allem eines: ausgesprochen einprägsam.

Wer sich trotz der humorvollen Aufarbeitung nicht an alle Inhalte erinnern kann, findet die Vorträge und Diskussionen künftig im Medienportal der HSBI als Aufzeichnung.  Die DVZ freut sich auf den vierten Informationssicherheitstag in zwei Jahren. (nab)

Weitere Informationen

Der Informationssicherheitstag richtet sich an Beschäftigte und Studierende der HSBI, steht gleichzeitig aber auch Interessierten anderer Hochschulen offen. Er wird von der DVZ ausgerichtet und findet im zweijährigen Rhythmus statt.

Informationssicherheit an der HSBI:
Viele Informationen zum Thema Informationssicherheit an der HSBI finden sich auf der DVZ-Webseite. Eine neue Unterseite beschäftigt sich auch mit Vertraulichkeitsklassen.

Publikation zum Vortrag Kommunikation in Cybernotlagen:
Das Buch von Isabelle Ewald befindet sich auch im Katalog der Hochschulbibliothek. Es ist auffindbar unter: Isabell Ewald, Alexander Schinner (2025): Kommunikation in der Cyberkrise Sprach- und handlungsfähig im IT-Ernstfall. O`Reily.

Sicherheitsrelevante Forschung:
Peter Paulitsch erläuterte in seinem Vortrag Anforderungen an sicherheitsrelevante Forschung, die in einer FAQ zusammengefasst sind.