14.04.2026

Campus Minden: Vortragsreihe „Wissen vor Ort“ geht in die nächste Runde

In vier Veranstaltungen dreht sich im Audimax auf dem Campus Minden alles um Gebäudesanierung. Die öffentlichen Vorträge finden von April bis Juli einmal monatlich dienstags um 17.30 Uhr statt und richten sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. 

Minden (hsbi). Bereits im vergangenen Wintersemester hat der Campus Minden der Hochschule Bielefeld (HSBI) die Reihe „Campus für Minden – Wissen vor Ort“ angeboten. Dekan Prof. Dr. Sven Battermann ist mit der Resonanz zufrieden: „Wir möchten den Campus Minden mit seinen vielfältigen Themen für die Bürgerinnen und Bürger aus Minden und Umgebung öffnen und greifbar machen, was hier in Lehre und Forschung passiert. Denn trotz unserer langen Historie als Hochschulstandort in Minden erleben wir immer wieder, dass der Campus doch nicht jedem bekannt ist.“ Zwischen 30 und 100 Teilnehmende kamen zu der Vortragsreihe im Wintersemester, der Raum zum Nachfragen wurde gerne genutzt, ebenso der lockere Austausch im Anschluss, wie Battermann bestätigt: „Ein Gast sagte, dass er dankbar sei für ein Bildungsangebot im MINT-Bereich, das für Erwachsene angeboten wird. Da scheinen wir also einen Nerv getroffen zu haben.“ Folgerichtig wird die Reihe nun fortgesetzt. 

Bestand als Ressource – In-Wert-Setzung von ungenutztem Gebäudebestand

Am Dienstag, 21. April, 17.30 Uhr, startet die Reihe mit dem Thema „Bestand als Ressource – In-Wert-Setzung von ungenutztem Gebäudebestand“. Der Vortrag rückt den vorhandenen Gebäudebestand als zentrale Ressource einer nachhaltigen Baukultur in den Mittelpunkt. Wie kann das Weiterdenken, Umnutzen und Transformieren bestehender Strukturen ökologische, räumliche und soziale Potenziale freisetzen? Eine einordnende Einleitung eröffnet die anschließende Vorstellung zweier Entwurfsaufgaben aus dem vergangenen Wintersemester, die den Umgang mit Bestand exemplarisch untersuchen. Thematisiert werden die Umnutzung einer Parkpalette in Berlin-Schöneberg zu einem „Sportpark“ sowie die „Entwicklung einer anschlussfähigen und kontextgebundenen Ortsmitte für Preußisch-Oldendorf“. Im Anschluss präsentieren Studierende ihre Entwürfe und diskutieren deren Relevanz im Rahmen des Nachhaltigen Bauens. Anschließend kann die aktuelle Ausstellung der besten Semesterergebnisse des vergangenen Wintersemesters aus der Architektur („best of architecture“) besichtigt werden.

Referent:innen:
Prof. Dipl.-Ing. Andreas Kopp (HSBI, Lehrgebiet Entwerfen, Gestalten und Konstruieren),
Prof. Dipl.‑Ing. Bettina Georg (HSBI, Lehrgebiet Grundlagen des Entwerfens),
sowie Studierende der Architektur und des Masterstudiengangs Integrales Bauen.

Digitale Fertigung im Bauwesen: Wie die Innovation des Beton-3D-Drucks die Baubranche bereichert

Am Dienstag, 12. Mai, 17.30 Uhr, geht es um Digitale Fertigung im Bauwesen: Wie die Innovation des Beton-3D-Drucks die Baubranche bereichert.

Die digitale Fertigung im Bauwesen stellt ein hochdynamisches Forschungsfeld dar. Die umgesetzten Projekte reichen von gedruckten Wohnhäusern bis hin zu komplexen Brückenstrukturen. Der Beton-3D-Druck ermöglicht die automatisierte Herstellung nahezu beliebig geformter Bauteile, für die keine aufwendigen Spezialschalungen benötigt werden. Auf Basis digitaler Vorplanung können Bauteile entstehen, die dem Prinzip „Form follows Force” folgen. Dabei wird Material nur noch dort eingesetzt, wo es statisch erforderlich ist. So entstehen ressourceneffiziente, leistungsoptimierte Strukturen. Der automatisierte Beton-3D-Druck schließt somit die Lücke zwischen digitalem Entwurf und baulicher Umsetzung. In dem Vortrag werden aktuelle additive Fertigungsverfahren vorgestellt und Potenziale sowie Einsatzmöglichkeiten anhand realisierter Pilotprojekte aufgezeigt.

Referent: Niklas Freund M. Sc., TU Braunschweig, Arbeitsgruppenleiter Rheologie und digitale Fertigung.
Niklas Freund studierte Umweltingenieurwesen und Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Braunschweig. Seit mehr als sieben Jahren widmet er sich der Forschung im Bereich der digitalen Fertigung im Bauwesen. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Forschung an innovativen Fertigungsmethoden für mineralische Baustoffe. In einem hoch interdisziplinären Forschungsumfeld mit Expertinnen und Experten aus dem Maschinenbau sowie der Architektur untersucht er die Potenziale von Automatisierung und digitaler Fertigung, um Bauprozesse effizienter, ressourcenschonender und zukunftsfähiger zu gestalten.

Bauen im Bestand am Beispiel von Mindener Denkmälern

Am Dienstag, 9. Juni, 17.30 Uhr, steht das Bauen im Bestand am Beispiel von Mindener Denkmälern auf dem Programm.

Bauen im Bestand ist eine besondere Herausforderung. Insbesondere bei der Arbeit an hochwertigen Denkmälern sind viele Randbedingungen zu beachten sowie die Anforderungen vieler Akteure, wie zum Beispiel der Denkmalpflege, dem Brandschutz, der Tragwerksplanung und schlussendlich natürlich auch der Nutzer, zu erfüllen. Der Vortrag zeigt am Beispiel mehrerer Mindener Denkmäler, welche Herausforderungen in der Praxis auftreten und wie mit ihnen umgegangen werden kann.

Referentin: Dipl.-Ing. Anne Wachsmann, Planungsbüro Historische Bauten
Anne Wachsmann hat Bauingenieurwesen in Hannover, Braunschweig und Prag studiert und ein postgraduales Masterstudium Bauen im Bestand in Potsdam absolviert. Nach Tätigkeiten im Büro Assmann Beraten + Planen in Braunschweig, am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der TU Braunschweig und seit 2017 bei der Arbeitsgemeinschaft Historische Bauten in Salzgitter ist sie seit 2024 geschäftsführende Gesellschafterin in der Planungsbüro Historische Bauten GmbH in Salzgitter.

Börse der Ideen, Varel

Am Dienstag, 7. Juli, 17.30 Uhr, geht es um die Börse der Ideen, Varel.

Prof. Georg Schönborn berichtet, wie das denkmalgeschützte Gebäude der „Alten Börse“ in der Vareler Innenstadt behutsam saniert und zur „Börse der Ideen“ umgebaut wurde. Dadurch entwickelte es sich zu einem Ort der Kommunikation und Begegnung für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt. So erhielt das historische Bauwerk eine neue Präsenz im Stadtraum und im öffentlichen Leben der Stadt.

Diente es früher als Clubhaus der Vareler Gewerbetreibenden und Kaufleute, so ist es heute ein „Haus für alle“, das in die Gegenwart und Zukunft geführt wird. Mit Ideen sowie gesellschaftlichem und kulturellem Leben gefüllt, ist die Alte Börse heute ein lebendiger Teil des öffentlichen Lebens in Varel.

Referent: Prof. Dipl.-Ing. Georg Schönborn (HSBI, Lehrgebiet Gebäudekunde und Entwerfen)

Weitere Informationen 

Um Anmeldung wird gebeten:

Campus für Minden - Wissen vor Ort