02.10.2026

Der optimale Weg zu ausgezeichneter Lehre: Prof. Dr. Jonas Ide erhält den HSBI-Lehrpreis 2026 für seine Lehrveranstaltung „Diskrete Optimierung“

Die ausgezeichnete Lehre und das Engagement der Lehrenden an der HSBI wird seit 2025 auch mit dem HSBI-Lehrpreis sichtbar gemacht. Dieser Preis wurde nun zum zweiten Mal verliehen. Die zahlreichen Nominierungen durch Studierende zeigen, dass eine solche Auszeichnung exemplarisch erfolgt und stellvertretend für die herausragende Lehre an der gesamten HSBI steht. Der diesjährige Preis geht an den Mathematiker Prof. Dr. Jonas Ide für seine Lehrveranstaltung im Master Computational Engineering.

Bielefeld (hsbi). Ausgezeichnete und innovative Lehre ist für die HSBI von zentraler Bedeutung, betont Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Studium und Lehre an der HSBI: „Die Lehre ist unsere zentrale Aufgabe an der HSBI und ein Schlüsselfaktor für ein erfolgreiches Studium. Mit dem Lehrpreis möchten wir herausragende Lehre auf besondere Weise sichtbar machen.“ Der Lehrpreis wurde im Rahmen des HSBI-Jahresempfangs am 23. September verliehen. 

Bei der prämierten Lehrveranstaltung handelt es sich um „Diskrete Optimierung“ von Prof. Dr. Jonas Ide, der diese im Masterstudiengang „Computational Engineering“ am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik anbietet. In seiner Laudatio beschreibt Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier: „Prof. Dr. Jonas Ide gelingt es in ausgezeichneter Art und Weise, anhand von praxisrelevanten Fallbeispielen komplexes Fachwissen zu vermitteln und die Motivation seiner Studierenden über das Semester hinweg hochzuhalten. Der – zumindest für Fachfremde – abstrakte Name der Lehrveranstaltung lässt zunächst nicht vermuten, wie stark der Anwendungsbezug tatsächlich ist.“ Die Fragen aus Prof. Ides Lehrkonzept veranschaulichen, in welch vielfältigen Anwendungsgebieten Ansätze der „Diskreten Optimierung“ eine Rolle spielen: In welcher Reihenfolge müssen Paketbot:innen ihre Pakete austragen, damit möglichst wenig Strecke zurückgelegt wird? Wie entsteht ein sinnvoller Stundenplan der Hochschule? Wie werden vorhandene Ressourcen wie etwa Rohstoffe oder Finanzmittel möglichst sinnvoll eingesetzt? Wie sieht ein sinnvoller Fahrplan des ÖPNV aus?

Die Studierenden lernen bei Prof. Ide also, Problemstellungen in mathematische Optimierungsmodelle zu überführen, zu implementieren und zu lösen. Bei der abschließenden Interpretation der gefundenen Lösungen diskutieren sie als zentrale Frage, was „sinnvoll“ in den verschiedenen Kontexten überhaupt bedeutet: Ist der sinnvollste Fahrplan der, der am wenigsten Fahrzeuge einsetzt oder der, der die Passagiere möglichst flexibel und komfortabel transportiert?

Prof. Dr. Jonas Ide wurde mit dem Lehrpreis 2026 ausgezeichnet

Einschätzungen der Studierenden und der Lehrpreis-Jury

Sinnvoll finden die Studierenden das Lehrkonzept von Prof. Dr. Jonas Ide in jedem Fall und nominierten die Veranstaltung daher für den Lehrpreis: „Hier liegt wirklich eine Veranstaltung vor, bei der Lust auf Diskussion und aktive Mitarbeit entsteht“, lautet eine Bewertung der Studierenden. Bestnoten vergaben sie für den Medieneinsatz, die Gestaltung der Lehr-Lernmaterialien und die Entwicklung ihrer Fachkompetenz. Ein studentischer Kommentar beschreibt es bildlich: „Statt Wissen einfach wie Wasser aus einem Eimer über Lernende zu schütten und die Pflanze zu ertränken, werden Inhalte systematisch für die unterschiedlichen Pflanzenarten vorbereitet und diese mit der richtigen Gießkanne bewässert.“

Die systematische Aufbereitung und Anpassung an unterschiedliche Ausgangssituationen in der Lehre hob auch die Lehrpreis-Jury in ihrer Bewertung hervor: Prof. Dr. Jonas Ide gelinge es hervorragend, „heterogenes Vorwissen aufzufangen und Alle auf denselben Wissensstand zu bringen“. Diese Einschätzung zielt insbesondere darauf ab, dass Studierende im Masterstudiengang Computational Engineering unterschiedliche Bachelorabschlüsse und damit ganz unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen.

Besonders positiv sieht die Jury den Bezug der Lehrveranstaltung zu aktuellen Themen und hebt die gemeinsame Reflexion von KI-Output als Teil der Lehre besonders hervor. Jonas Ide erläutert dazu: „In der Lehrveranstaltung zeige ich den Studierenden aktuelle Grenzen von Large Language Models (LLMs), die Problemstellungen nicht verstehen und daher oft keine sinnvollen Modelle produzieren. Dies verdeutlicht vor allem die Notwendigkeit für die Studierenden, Modelle und Algorithmen wirklich verstehen zu müssen, um bewerten zu können, ob der entsprechende KI-Output sinnvoll ist.“

Die Qual der Wahl – die Auswahl fiel der Jury nicht leicht

Auch in diesem Jahr ist der Jury die Entscheidung schwergefallen, wie Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier zusammenfasst: „Die Jury durfte qualitativ hochwertige Lehrkonzepte aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen bewerten und die Auswahl fiel ihr nicht leicht. Schließlich ist die Wahl auf die Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Jonas Ide gefallen: Der Ansatz des Problem-based Learnings, der hier verfolgt wird, tritt im Lehrveranstaltungskonzept klar zutage. Allen Studierenden mit ihren unterschiedlichen Vorkenntnissen werden Materialien und Gelegenheiten geboten, um sich auf den erforderlichen Wissensstand zu bringen. Aktuelle Themen fließen ein und der Spaß am Lernen kommt auch nicht zu kurz. Eine wirklich tolle Lehrveranstaltung!“

Studierende nominieren Lehrveranstaltungen

Alle HSBI-Studierenden konnten während eines zweimonatigen Zeitraums im Wintersemester 2025/2026 eine Lehrveranstaltung per Online-Befragung für den Lehrpreis nominieren. Nominiert werden konnten sowohl Lehrveranstaltungen des zurückliegenden Sommer- als auch des laufenden Wintersemesters. Lehrende, deren Lehrveranstaltung mindestens drei studentische Nominierungen erhielt, konnten ihr Lehrkonzept als Bewerbung einreichen. Eine paritätisch besetzte Jury aus Studierenden, Lehrenden und einem externen professoralen Mitglied entschied schließlich anhand der Begründungen der Studierenden und der Bewerbungsunterlagen zur Lehrveranstaltung über die Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten HSBI-Lehrpreises. Das Preisgeld ist für die Weiterentwicklung von Lehrvorhaben gedacht. Studierende können Lehrveranstaltungen, die in diesem Jahr nicht prämiert wurden, im Wintersemester 2026/2027 für den Lehrpreis 2027 erneut nominieren. (vku)