11.08.2026

Honorarprofessur für Fritz Grögel vom Fachbereich Gestaltung

Ein Bild zeigt verschiedene Schriftarten und Worte
Fritz Grögel, „Tapography“, Set digitaler Fonts für Letteringzwecke als Beitrag zur Vorlagensammlung „Dutch Alphabets“, herausgegeben durch Mathieu Lommen und Peter Verheul, Amsterdam: De Buitenkant, 2016. © Fritz Grögel
Bereits seit 2013 lehrt der Grafiker mit den Schwerpunkten Schrift und Typografie am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld. Zu seinen Arbeitsfeldern und damit auch Inhalten seiner Seminare gehören Editorial Design, Corporate Design und Schriftgestaltung. Zudem unterstützt er das Typografie-Festival „Ultrafett“ des Fachbereichs.

Bielefeld (hsbi). Seit 2013 hat Fritz Grögel Lehraufträge am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI) inne. Nun wurde er durch Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk zum Honorarprofessor ernannt. Die Schwerpunkte des Grafikers sind Schrift und Typografie, zu seinen Arbeitsfeldern gehören das Editorial Design, das Corporate Design und Schriftgestaltung. Über sein Fachgebiet sagt Fritz Grögel: „Drei Dinge sind mir in den typografischen Grundlagen besonders wichtig: das analoge Schreiben, Zeichnen und Drucken, die Schulung der Wahrnehmung in dialogischen Feedbackrunden sowie die Vermittlung der Schriftgeschichte. Denn Schrift steht nicht im luftleeren Raum, sie ist ein Teil unserer Kulturgeschichte.“

„Schrift steht nicht im luftleeren Raum, sie ist ein Teil unserer Kulturgeschichte. Sich über diese Geschichte hinwegzusetzen ist legitim, sie nicht zu kennen dagegen nicht.“Honorarprofessor Fritz Grögel 

Fritz Grögels akademisches Engagement an der HSBI begann bereits 2013, seit dem Wintersemester 2016/17 ist er annähernd lückenlos in der Lehre am Fachbereich Gestaltung aktiv. Seine Kurse umfassen vor allem die Grundlagen der Typografie. Darüber hinaus bietet er fortgeschrittene Lehrveranstaltungen wie „Grundlagen des Schriftentwurfs (Lettering und Typedesign)“ an. Seine Vorlesungsreihe zur Geschichte der Schrift, des Drucks und der Grafik ist in die Grundlagen eingebettet, steht jedoch allen Interessenten offen. „Wenn ich es schaffe, die Studierenden mit meiner Begeisterung für Schrift und Typografie anzustecken, ist alles gewonnen“, so Grögel. „Der Weg dorthin führt für mich über die menschliche Verbindung und viel Humor. Das schönste Feedback, das ich einmal in einer Evaluierung las, besagte ich sei ‚funny, fordernd und verständnisvoll‘.“

Eine Collage zeigt typografische Buchstaben
Analoge studentische Arbeiten aus dem Kurs „Grundlagen Typografie I" unter der Leitung von Fritz Grögel

Engagement für die Typografie-Community: Ultrafett und DIN

Fritz Grögel engagiert sich seit Jahren für die Typografie-Szene, so auch an der HSBI: 2017 moderierte er beim Typografie-Festival Ultrafett das Panel „Entering Typedesign“ und zeigte eine Ausstellung studentischer Arbeiten aus seinem Kurs „Grundlagen des Schriftentwurfs“. 2021 gestaltete er trotz Pandemie die Online-Ausgabe des Festivals mit und moderierte die Videoclips, die auf YouTube veröffentlicht wurden. Seit 2019 vertritt er die HSBI zudem im Ausschuss für Schrift beim Deutschen Institut für Normung (DIN), wo er an einer Neufassung der Schriftklassifikation von 1964 mitwirkt.

Von Potsdam über Paris und Rio nach Den Haag

Fritz Grögel, geboren im fränkischen Wassertrüdingen, absolvierte ein Designstudium an der Fachhochschule Potsdam, wo er maßgeblich von der Typolehre von Prof. Betina Müller geprägt wurde. Während seines Studiums absolvierte er ein einjähriges Auslandsstudium mit Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes und des DAAD. Dieses führte ihn zunächst an die École Estienne des arts et industries graphiques in Paris im Kurs für Typedesign und anschließend an die Escola de Desenho Industrial (ESDI) in Rio de Janeiro. Von seinem Auslandssemester in Paris beeinflusst, beschäftigte Grögel sich in seiner Diplomarbeit an der FH Potsdam mit dem Thema „French Délice – Schriftmalerei & Lettering & Schriftkultur in Frankreich“ und untersuchte Schriftformen und -gebrauch im öffentlichen Raum Frankreichs. Nach seinem Abschluss arbeitete er mehrere Jahre in einer namenhaften Berliner Agentur für Corporate Design.

Von 2009 bis 2010 absolvierte Fritz Grögel das einjährige Masterprogramm „Type and Media“ an der Königlichen Akademie der bildenden Künste (KABK) in Den Haag. Seine Abschlussarbeit, „Hinterland – An Exploration into German Lettering“, war der Beginn seiner Auseinandersetzung mit der deutschen Schriftmalerei. Diese mündete 2013 in die Veröffentlichung „Karbid, Berlin – Von Schriftmalerei zu Schriftgestaltung“ (dreisprachig: Deutsch, Englisch, Französisch) bei Ypsilon Éditeur, Paris.

2018 hielt er einen Vortrag an der Staatsbibliothek zu Berlin zum Vergleich der französischen und deutschen Schriftkultur im öffentlichen Raum, der auch online verfügbar ist: YouTube-Link.  (she)

Weitere Informationen

Fachbereich Gestaltung
www.fritzgroegel.net