29.04.2026

Fortschritt für die Automatisierungstechnik: HSBI-Absolvent für Bachelorarbeit auf der AALE-Konferenz gewürdigt

Nahaufnahme eines CNC-Werkzeugs bei der Bearbeitung eines Metallbauteils; die Schneide folgt präzise einem berechneten Werkzeugpfad und trägt Material von der Oberfläche ab.
Präzision in Bewegung: Das CNC-Werkzeug folgt einem neuartigen, direkt aus der Bauteilgeometrie berechneten Pfad. Ohne vereinfachende Approximation bleiben alle Forminformationen erhalten. © HSBI
Nahaufnahme eines CNC-Werkzeugs bei der Bearbeitung eines Metallbauteils; die Schneide folgt präzise einem berechneten Werkzeugpfad und trägt Material von der Oberfläche ab.
Das Ergebnis sind deutlich präzisere Bearbeitungen komplexer Oberflächen mit dem Potenzial, die Fertigungsqualität zu steigern und gleichzeitig Zeit- und Kostenaufwand zu reduzieren. © HSBI
Linus Bröker, Absolvent des praxisintegrierten Studiengangs Mechatronik/Automatisierung am Campus Gütersloh der Hochschule Bielefeld, wurde auf der 22. Konferenz für Angewandte Automatisierungstechnik in Lehre und Entwicklung (AALE) für die beste Bachelorarbeit im Bereich der Automatisierungstechnik 2025 ausgezeichnet.

Bielefeld (hsbi). Unter dem Leitthema „Mechatronische Systeme für die Automatisierung: Fortschritt durch Präzision und Flexibilität“ versammelte die 22. Konferenz für Angewandte Automatisierungstechnik in Lehre und Entwicklung (AALE) an der Technischen Hochschule Rosenheim zahlreiche Fachleute aus Wissenschaft, Lehre und Industrie. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen, innovative Methoden und zukunftsweisende Trends der Automatisierungstechnik.

Zu den Höhepunkten der Konferenz zählt traditionell die Prämierung herausragender Abschlussarbeiten. In diesem Jahr wurde Linus Bröker, Absolvent des praxisintegrierten Studiengangs Mechatronik/Automatisierung am Campus Gütersloh der Hochschule Bielefeld (HSBI), für die beste Bachelorarbeit im Bereich der Automatisierungstechnik 2025 ausgezeichnet.

Präzisere Fertigung durch neue Wege

Linus Bröker hält einen Vortrag und schaut zur Präsentationsfolie.
Preisträger Linus Bröker stellte seine Arbeit zur präzisen Pfadplanung für CNC-Anwendungen vor.

Seine Arbeit mit dem Titel „Analytische Oberflächenbeschreibung zur Erstellung nicht approximierter Pfade für CNC-Anwendungen“ verfolgt einen neuen Ansatz zur Steigerung der Präzision von CNC-Maschinen. Auf dem Weg von der Konstruktion zur Fertigung gehen bislang häufig Informationen über die exakte Bauteilgeometrie verloren, was zu Ungenauigkeiten und erhöhten Kosten führen kann. Die von Bröker entwickelte Methode setzt genau hier an: Werkzeugwege werden direkt aus der ursprünglichen Bauteilgeometrie berechnet, ohne vereinfachende Approximation. So lassen sich Oberflächen deutlich präziser bearbeiten – mit dem Potenzial, die Fertigungsqualität zu verbessern und die Kosten zu senken.

Mehr als eine Abschlussarbeit: Mit Anspruch in die Praxis

Für Linus Bröker ist die Auszeichnung eine wichtige Bestätigung seiner Arbeit: „Der Preis ist für mich eine besondere Anerkennung für die intensive Arbeit und die Detailgenauigkeit, die ich in meine Bachelorarbeit investiert habe. Gleichzeitig stellt er eine wertvolle Bestätigung für die Relevanz des zugrunde liegenden Forschungsthemas dar.“

Die Arbeit entstand in Kooperation mit Beckhoff Automation. In enger Zusammenarbeit mit seinem fachlichen Ansprechpartner, Dr. Alexander Weddemann, entwickelte Bröker seine Ergebnisse praxisnah weiter. Dabei betont er seinen eigenen Anspruch: „Ich habe meine Bachelorarbeit nie als reines Pflichtprojekt verstanden, sondern als abschließende Ausarbeitung, die meinen persönlichen Anspruch an Qualität, Genauigkeit und technische Tiefe widerspiegelt.“

Im Dialog mit Forschung und Industrie

Gruppenfoto mit den Nominierten und Preisträger:innen.
Die Nominierten und Preisträger:innen des AALE Student Awards, der exzellente Abschlussarbeiten in der DACH-Region auszeichnet.

Das wissenschaftliche Programm der AALE-Konferenz bot ein breites Spektrum an Vorträgen, Posterpräsentationen und Diskussionsrunden. Im Mittelpunkt standen sowohl etablierte als auch neue Methoden zur Steigerung von Präzision und Flexibilität in Automatisierungssystemen sowie Ansätze zur Verkürzung von Entwicklungszyklen.

Ergänzt wurde das Programm durch eine Fachausstellung mit zahlreichen Anbietern und Anwendern aus der Automatisierungstechnik. Der enge Austausch zwischen Hochschulen und Industriepartnern machte die starke Verzahnung von Forschung und Praxis dabei besonders deutlich. Bröker: „Die AALE-Konferenz hat mir die große Bandbreite der Ingenieurwissenschaften und der Automatisierungstechnik deutlich vor Augen geführt. Besonders der interdisziplinäre Austausch mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten technischen Bereichen war sehr bereichernd.“ (abo/jrf)