22.12.2025

HSBI-Absolventin Isabella Matic gewinnt Pierre Cardin Young Designer Award 2025

Isabella Matic zupft eine Jacke zurecht, die von einem Model getragen wird
Für ihre Kollektion „Durch den Winter kommen“ fertigte Isabella Matic unter anderem eine eigens kreierte Jacke an. © Felix Löseke. Model: Moritz Gabriel
Ein Model trägt ein schwarzes langes Kleid
Für das Finale des Pierre Cardin Young Designer Award designte Isabella Matic ein Kleid und und die dazu passenden Schuhe. © Felix Löseke. Model: Lia Venne
Ein schwarzer High heel miit Plateusohle und hohem Absatz
Der Schuhingenieur Serigne Buck unterstützte Matic im Design und Fertigung der Schuhe. © Jonas Glanz. Model: Noera Roberg
Isabella Matic steckt etwas an einem Kleidungsstück ab
Hinter den Kulissen ihrer Kollektion „The Hairdresser“, die sie anfertigte während sie an der Ecole Nationale Supérieure des Arts décoratifs in Paris studierte. © Maïa Caraly
Mit einer eigenständigen, klaren und präzisen Kollektion überzeugt die Modeabsolventin eine internationale Jury und gewinnt ein dreimonatiges Designpraktikum im Pariser Modehaus Pierre Cardin.

Bielefeld (hsbi). Wenn Tradition auf moderne Gestaltung trifft, entsteht oft etwas Besonderes. Für Isabella Matic begann dieser Weg früh: Die junge Designerin, die im Sommer 2025 ihren Bachelor of Arts in der Studienrichtung „Mode“ des Studiengangs Gestaltung am Fachbereich Gestaltung  der Hochschule Bielefeld (HSBI) abgeschlossen hat, wurde schon als Kind von ihrer Großmutter geprägt, die als Maßschneiderin arbeitete. Nun geht sie ihren eigenen Weg und erreichte den ersten Platz beim renommierten Pierre Cardin Young Designer Award European Edition 2025. Der Pierre Cardin Young Designer Award zählt europaweit zu den wichtigsten Nachwuchsformaten der Branche. Jedes Jahr sucht das Pariser Modehaus nach jungen Talenten, „die Mode nicht nur verstehen, sondern weiterdenken“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Ein Wettbewerb mit internationalem Anspruch

Ein weibliches Model trägt ein langes schwarzes Kleid
Als Inspiration dienten der Bachelor-Absolventin geometrische Formen, die an die zentralen Motive des Hause Pierre Cardin erinnern. © Felix Löseke. Mode: Lia Venne

Im Mai 2025 wurden 64 Studierende aus ganz Europa zu einem zweitägigen Workshop nach Paris eingeladen, darunter Vertreter:innen renommierter Hochschulen unter anderem aus Paris, Mailand oder Athen – und Isabella Matic für die HSBI. Auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht wurde sie durch das Team der Studienrichtung Mode, das ihr Potenzial erkannte. „Isabella Matic zeigte bereits früh im Studium ein ausgeprägtes Talent für die Entwicklung innovativer und eigenständiger Formen im Modedesign. Ihre Fähigkeit, gestalterische Lösungen mit einer bemerkenswert eigenständigen und kritischen Denkweise zu verbinden, macht sie zu einer reflektierten und vielversprechenden Designerin“, beschreibt Professorin Meiken Rau stellvertretend für das Lehrendenteam der Studienrichtung Mode Isabella Matic. Die Teilnahme am Workshop war jedoch erst der Anfang. Am Ende des Workshops wählte eine international besetzte Jury unter der Leitung von Rodrigo Basilicati-Cardin, Präsident und künstlerischer Leiter des Hauses, 13 Finalist:innen aus, die ihre Entwürfe im Oktober in Athen präsentieren durften.

Für das Finale fertigte Isabella Matic ein Kleid und ein Paar Schuhe an. Als Inspiration dienten ihr die zentralen Motive des Hauses Pierre Cardin, allen voran geometrische Formen. Wichtig war ihr, respektvoll mit der Tradition Cardins umzugehen und nicht zur Kopie zu werden. Zudem sollte ihr Werk eine zeitlose, elegante und moderne Designsprache übertragen. Unterstützung erhielt sie dabei vom Schuhingenieur Serigne Buck, der seine Expertise im Design und in der Fertigung einbrachte. „Ich hätte die Ästhetik des Modehauses imitieren können“, sagt Matic. „Aber es war mir wichtiger, das Vokabular des Hauses zu sprechen, ohne meine eigene Stimme zu verlieren.“ Isabella Matic überzeugte die Fachjury mit ihrem Ansatz und setzte sich gegen die internationale Konkurrenz durch.

drei Bilder mit Skizzen für den Wettbewerbsentwurf
Konzept- und Entstehungsskizzen des späteren Werks.

Der Preis: Drei Monate im Design Department von Pierre Cardin in Paris

Der erste Preis umfasst ein bezahltes dreimonatiges Praktikum im Pariser Atelier des Modehauses. Eine seltene Gelegenheit, Einblicke in die tägliche Arbeitsweise eines Traditionsunternehmens in der Modebranche zu gewinnen. Für Matic knüpft dieser Schritt an eine persönliche Verbindung zur Stadt an. „Ich habe schon einmal in Paris gelebt“, sagt sie. „Ich freue mich darauf, wieder dort zu arbeiten und das Leben mit Ruhe, Kultur und kreativen Eindrücken zu genießen.“

Die Modebranche gilt als schnelllebig und Matic hat gelernt, mit dieser Dynamik zu leben. Feste Pläne macht sie nicht: „Es entstehen ständig neue Möglichkeiten. Deswegen möchte ich flexibel bleiben, auch was meinen Wohnort betrifft“, sagt sie. Perspektivisch strebt sie eine Selbstständigkeit an. Dabei betont sie ein Prinzip, das ihr zunehmend wichtig geworden ist: „Man sollte flexibel bleiben, aber auch seine Grenzen kennen und setzen. In jeglicher Hinsicht.“ (yda)