HSBI beteiligt sich an europäischem Innovationsprojekt für die Gesundheitsversorgung der Zukunft
Die EU fördert das internationale Hochschulprojekt THRIVE zur Beschleunigung von Gesundheitsinnovationen mit zwei Millionen Euro. 14 Partner aus neun europäischen Ländern wollen in dem zweijährigen Projekt Forschungsergebnisse im Gesundheitswesen schneller in praxistaugliche und gesellschaftlich wirksame Innovationen überführen.
Die Hochschule Bielefeld (HSBI) ist Partner eines neuen europäischen Innovationsprojekts, das die Entwicklung und Markteinführung innovativer Gesundheitslösungen beschleunigen soll. Das Projekt „THRIVE – Transforming Healthcare Research into Validated Solutions through Alliance-Knowledge and Innovation Communities Cooperation“ wurde im Rahmen der European Institute of Innovation and Technology (EIT) Higher Education Initiative der Europäischen Union zur Förderung ausgewählt. 138 Förderanträge wurden eingereicht und max. 35 Projekte bewilligt. Die Gesamtfördersumme beträgt zwei Millionen Euro bei einer Laufzeit von 24 Monaten. THRIVE vereint 14 Partner aus neun europäischen Ländern, darunter zehn Hochschulen der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0, Unternehmen aus Gesundheit und Technologie sowie Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Forschungsergebnisse im Gesundheitswesen schneller in praxistaugliche und gesellschaftlich wirksame Innovationen zu überführen.
Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der HSBI.
Die HSBI übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Aufbauend auf ihren Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt „DigiCare Innovation“ bringt sie ihre Expertise in Gesundheitsökonomie, Innovationsmanagement und Entrepreneurship ein. Konkret beteiligt sind die Fachbereiche Gesundheit sowie Ingenieurwissenschaften und Mathematik, das Center for Entrepreneurship (CFE), CareTech OWL und HSBI Transfer. Zudem wird die Hochschule maßgeblich am Aufbau neuer europäischer Strukturen zur Bewertung und Validierung von Gesundheitsinnovationen beteiligt sein. „Mit THRIVE stärken wir die Verbindung von Forschung, Lehre und Innovation im Gesundheitsbereich. Das Projekt ermöglicht es uns, gemeinsam mit unseren europäischen Partnern neue Wege zu entwickeln, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller und nachhaltiger in die Versorgungspraxis zu bringen“, sagt Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der HSBI.
Europaweites Innovationsökosystem für Gesundheitslösungen
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung eines europaweiten Innovationsökosystems für Gesundheitslösungen wie z.B. in der Digitalen Nachsorge oder KI-gestützten Entscheidungsunterstützung. „Dazu werden neue Validierungsstrukturen aufgebaut, mit denen innovative Technologien, digitale Anwendungen und Geschäftsmodelle bereits vor ihrem Einsatz in der Praxis hinsichtlich klinischer Umsetzbarkeit, wirtschaftlicher Tragfähigkeit, regulatorischer Anforderungen und Implementierungsfähigkeit geprüft werden können“, erläutert Dr. Sandra Jansen, Projektleiterin des DigiCare Innovation Projekts. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung unternehmerischer Kompetenzen. In den kommenden Jahren sollen Studierende, Forschende sowie Mitarbeitende der Partnerhochschulen in innovativen Weiterbildungsformaten für Gesundheits-Entrepreneurship qualifiziert werden. Geplant sind unter anderem Micro-Credentials, internationale Bootcamps und ein europaweites Fellowship-Programm.
Judith Peltz ist an der HSBI Vizepräsidentin für Internationales.
Besondere Bedeutung hat THRIVE auch für die strategische Weiterentwicklung der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0. Das Projekt trägt dazu bei, die Zusammenarbeit der Allianz mit den europäischen Innovationsgemeinschaften „EIT Health“ und „28Digital“ zu vertiefen und langfristige Strukturen für Innovation und Technologietransfer zu etablieren. „THRIVE zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Zusammenarbeit europäischer Hochschulen steckt. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern in der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0 entwickeln wir innovative Lösungen für Herausforderungen, die kein Land allein bewältigen kann. Das Projekt stärkt nicht nur den Wissens- und Innovationstransfer, sondern auch den europäischen Hochschulraum und die internationale Handlungsfähigkeit unserer Studierenden, Forschenden und Mitarbeitenden“ fasst Judith Peltz, HSBI-Vizepräsidentin für Internationales, zusammen.
HSBI bring Expertise in Gesundheitsinnovation, Gesundheitsökonomie und Entrepreneurship ein
Die HSBI übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Aufbauend auf ihren Erfahrungen als Koordinatorin des europäischen Projekts DigiCare Innovation bringt sie ihre Expertise in den Bereichen Gesundheitsinnovation, Gesundheitsökonomie und Entrepreneurship ein. DigiCare Innovation entwickelte bereits innovative Testumgebungen für digitale Gesundheitslösungen und etablierte innerhalb der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0 erste Strukturen zur Förderung des Wissenstransfers zwischen Forschung, Lehre und Praxis. Zu den bereits entstandenen Innovationsumgebungen zählen eine Virtual-Reality-Anwendung zur Förderung der psychischen Gesundheit, ein Living Lab für die digitale Krebsversorgung sowie das KogniHome mit Beteiligung der HSBI: eine intelligente Modellwohnung, in der digitale Assistenzsysteme und KI-Anwendungen für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben im Alltag entwickelt und unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden.
Mit THRIVE werden diese Vorarbeiten nun auf die nächste Stufe gehoben: Statt ausschließlich technologische Lösungen zu testen, sollen Gesundheitsinnovationen künftig systematisch hinsichtlich ihrer klinischen Umsetzbarkeit, wirtschaftlichen Tragfähigkeit, regulatorischen Anforderungen und erfolgreichen Implementierung bewertet werden. So könne die KogniHome-Wohnung künftig beispielsweise von als Praxistestumgebung für Ideen und Produkte europäischer Startups genutzt werden. Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung an der HSBI: „Mit THRIVE stärken wir den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkrete Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Gerade im Gesundheitswesen ist es entscheidend, dass innovative Ideen nicht in der Forschung verbleiben, sondern den Weg in die Versorgung und zu den Menschen finden. Gemeinsam mit unseren europäischen Partnerinnen und Partnern schaffen wir Strukturen, die diesen Transfer nachhaltig unterstützen und die Innovationskraft unserer Hochschulen stärken.“ Für die HSBI unterstreicht die erfolgreiche Einwerbung die wachsende internationale Sichtbarkeit im Bereich Gesundheitsinnovation und die aktive Rolle der Hochschule bei der Gestaltung der digitalen und nachhaltigen Gesundheitsversorgung in Europa. (Text: S. Jansen / vku)
Weitere Informationen
Über THRIVE THRIVE („Transforming Healthcare Research into Validated Solutions through Alliance-KIC Cooperation“) ist ein zweijähriges europäisches Kooperationsprojekt im Rahmen der EIT Higher Education Initiative. Ziel ist der Aufbau dauerhafter Innovations- und Validierungsstrukturen für Gesundheitsinnovationen innerhalb der Europäischen Hochschulallianz EduCare 5.0. Das Projekt verbindet Hochschulen, Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen aus neun europäischen Ländern und fördert die enge Zusammenarbeit von Bildung, Forschung und Innovation.
Über EduCare 5.0 EduCare 5.0 ist eine Europäische Hochschulallianz mit zehn Hochschulen aus Deutschland, Spanien, Finnland, Portugal, Polen, Rumänien, Tschechien, Litauen und Österreich. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, Bildung, Forschung und Innovation stärker miteinander zu verknüpfen und innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Themen Gesundheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Studierende, Forschende, Lehrende sowie Praxispartner arbeiten über Länder- und Fachgrenzen hinweg zusammen, um neue Ansätze für die Gesundheitsversorgung und das Wohlergehen der Menschen in Europa zu entwickeln.
Die Hochschule Bielefeld (HSBI) ist Gründungsmitglied der Allianz und koordiniert das Netzwerk. Mit Projekten wie DigiCare Innovation und THRIVE trägt sie dazu bei, die europäische Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich nachhaltig auszubauen und die Innovationskraft der Allianz weiter zu stärken.