16.09.2025

HSBI-Jahresempfang 2025: Sascha Lobo, KI, neuer Lehrpreis und eine positive Zwischenbilanz

Ingeborg Schramm-Wölk  hinter dem Redepult
Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk: „Die HSBI hat sich in Zeiten des tiefgreifenden Wandels einmal mehr als erfolgreich lernende Organisation in Lehre, Forschung und Transfer gezeigt und in den strategisch entscheidenden Themenfeldern Internationalisierung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung substantielle Fortschritte erzielt." © P. Pollmeier/HSBI
Sascha Lobo hinter dem Redepult
KI sei für Deutschland die Chance für „ein zweites Wirtschaftswunder“, lautete einer der Thesen von Keynote-Speaker Sascha Lobo. © P. Pollmeier/HSBI
Eine Person schlägt den aktuellen Jahresbericht auf, auf der Seite steht die Überschrift \
Der aktuelle HSBI-Jahresbericht, der traditionell zum Jahresempfang herauskommt, stand in diesem Jahr unter der plakativen Überschrift „Alexa, Siri und wer hilft uns sonst noch weiter?". © P. Pollmeier/HSBI
Eine Nahaufnahme der Jahresgabe
Die diesjährige Jahresgabe mit dem Titel „Decomposition“ wurde von Prof. Herwig Scherabon gestaltet und zeigt dreidimensionale Scans von Luftwurzeln im Amazonasgebiet. © P. Pollmeier/HSBI
Roboter Pepper
Der humanoide Roboter „Pepper" half dabei, die Gäste ins Audimax zu lotsen. © P. Pollmeier/HSBI
20250916_Jahresempfang_Pollmeier_13089691_Slider
Neben den 450 Gästen im Audimax des HSBI-Hauptgebäudes verfolgten über 150 Besucher:innen die Veranstaltung online im Livestream. © P. Pollmeier/HSBI
20250916_Jahresempfang_Pollmeier_13159710_Slider
Die Veranstaltung wurde auch als Live-Stream übertragen und lockte so zahlreiche Besucher:innen an, die nicht persönlich vor Ort erscheinen konnten. © P. Pollmeier/HSBI
20250916_Jahresempfang_Pollmeier_14339775
Prof. Dr. Jörn Loviscach hielt die Laudatio für die Engagementpreisträgerin, die verhindert war und eine Videogrußbotschaft schickte. © P. Pollmeier/HSBI
Eine Musikerin am Kontrabass und ein Musiker am Keyboard
Zwischen den verschiedenen Programmpunkten trat das Jazz-Trio „Response Unit“ von der Hochschule für Musik in Detmold auf und hatte am Ende sogar noch ein Rätsel parat, denn eines der gespielten Stücke war eine Komposition der KI „udio“. © P. Pollmeier/HSBI
Mit dem brandaktuellen Leitthema „Künstliche Intelligenz“ und Sascha Lobo als Gastredner zog der Jahresempfang der Hochschule Bielefeld so viele Gäste an wie nie zuvor. HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk bedankte sich bei den Hochschulangehörigen und den Partnern der Hochschule für ihre Unterstützung: „Sie alle haben dazu beigetragen, dass die HSBI in herausfordernden Zeiten gut aufgestellt ist für die Zukunft!“ Ein besonderes Highlight war die Verleihung des neuen HSBI-Lehrpreises an Prof. Dr. Susanne Nienaber, womit, so die Präsidentin „das Kerngeschäft des Hauses die verdiente Sichtbarkeit erhält“.

Bielefeld (hsbi). Volles Haus zum Jahresempfang 2025 der Hochschule Bielefeld (HSBI). Neben den 450 Gästen im Audimax des HSBI-Hauptgebäudes verfolgten über 150 Besucher:innen die Veranstaltung online im Livestream. Auch vor den im Eingangsbereich aufgestellten Bildschirmen versammelten sich die Interessierten, die keinen Sitzplatz mehr gefunden hatten, als HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk in ihrer Begrüßungsrede die Bilanz der jüngeren Vergangenheit zog: „Die Hochschule Bielefeld hat sich in Zeiten des tiefgreifenden Wandels einmal mehr als erfolgreich lernende Organisation in Lehre, Forschung und Transfer gezeigt und in den strategisch entscheidenden Themenfeldern Internationalisierung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung substantielle Fortschritte erzielt.“ Nach dem Durchbruch der großen generativen Sprachmodelle habe die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz (KI) nicht nur wie seit vielen Jahren die Forschung, sondern nun auch alle Bereiche des Hochschullebens erfasst, so Schramm-Wölk: „Für Studierende, Lehrende und Verwaltung steht die KI-Kompetenzentwicklung ganz oben auf der Agenda. Es geht um die Fähigkeit, grundlegende Konzepte von KI zu verstehen, kritisch zu bewerten und die Technologien verantwortungsvoll einzusetzen.“

Freier Kreativer und „Spiegel“-Kolumnist Sascha Lobo spricht über KI

Foto: Sascha Lobo hinter dme Rednerpult
In der Keynote von Sascha Lobo, „Spiegel“-Kolumnist und Vordenker für digitale Transformation und KI, ging es um die Auswirkung von KI auf Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft und Hochschulwesen.

Damit hatte die Präsidentin auch das Leitthema des Jahresempfangs umrissen, zu dem ein prominenter Gastredner eingeladen war: „Spiegel“-Kolumnist Sascha Lobo kam nach Bielefeld, um an der HSBI die Auswirkung von KI auf Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft und Hochschulwesen zu erörtern. KI sei für Deutschland die Chance für „ein zweites Wirtschaftswunder“, lautete eine seiner Thesen. Wer seine Chancen nutzen wolle, müsse allerdings die veränderten Prämissen anerkennen, unter denen die Transformation vonstattengehen würde. Lobo: „Google hat sich perfekt auf die KI-Transformation vorbereitet, dennoch war dieser Gigant total überrascht, als ChatGPT den aktuellen Hype ausgelöst hat.“ Mit anderen Worten: Charakteristisch für die KI-Transformation sei, dass die großen Veränderungen nicht vorhersehbar seien. Was lernt man daraus? „Wir brauchen eine Kultur des Ausprobierens, wir müssen lernen voranzuscheitern“, sagte Sascha Lobo. Dabei empfahl er Institutionen und Unternehmen, die Grenzen des EU AI Acts auszureizen. „Andernfalls kommt die KI-Revolution von unten.“ Eine weitere Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von KI sei, so Lobo, die Zusammenarbeit mit Partnern. Die Hochschule Bielefeld lobte er vor diesem Hintergrund für ihre zahlreichen Kooperationen mit Unternehmen.

Von dieser engen erfolgreichen Zusammenarbeit zeugten auch die Beiträge im aktuellen HSBI-Jahresbericht, der traditionell zum Jahresempfang herauskommt und in diesem  Jahr unter der plakativen Überschrift stand „Alexa, Siri und wer hilft uns sonst noch weiter?“ Alle Fachbereiche trugen mit Themen aus Forschung und Lehre zum Bericht bei, Grundsatzfragen wurden aus verschieden Perspektiven beleuchtet. Wie in den vergangenen Jahren ist auch dieser Jahresbericht wieder ein gestalterisches Unikat, entwickelt von Hassan Haider, einem Alumnus des Fachbereichs Gestaltung der HSBI, der sich die neuen Möglichkeiten, die durch die Anwendung von KI-Tools entstanden sind und die die Kreativwirtschaft zurzeit umwälzen, für sein Konzept zunutze machte.

Mehr Sichtbarkeit für die Lehre durch den neuen HSBI-Lehrpreis

Gruppenfoto von drei Personen die Frau in der Mitte hält einen Bilderrahmen mit einer urkunde in der hand
Wirtschaftsrechtlerin Prof. Dr. Susanne Nienaber (m.) hat den erstmals ausgeschriebenen HSBI-Lehrpreis gewonnen, Jury-Mitglied Prof. Dr. Michaela Hoke und Vizepräsident für Studium und Lehre Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier überreichten den Preis.

Ein Bereich, der sich ebenfalls durch KI-Anwendungen drastisch geändert hat, ist das Lehren und Lernen an Hochschulen. Die HSBI möchte hier den Fokus auf neue Möglichkeiten lenken und hat zu diesem Zweck den neuen Lehrpreis 2025 ausgeschrieben. Studierende konnten Seminare und Vorlesungen nominieren, die vorgeschlagenen Lehrenden waren daraufhin aufgefordert, ihr Lehrkonzept vorzustellen. Eine vielfältig besetzte Jury aus internen und externen Expert:innen und Studierenden bewertete daraufhin die Konzepte. Gewonnen hat am Ende die Wirtschaftsrechtlerin Prof. Dr. Susanne Nienaber vom Fachbereich Wirtschaft mit ihrer Vorlesung „Privatrecht 1“, an der traditionell sehr große Gruppen teilnehmen. „Die Dozentin setzt mit ,Privatrecht 1‘ Maßstäbe in digital gestützter Lehre“, heißt es in der Begründung der Jury. „Das durchdachte Zusammenspiel aus Lehrbuch, präzise ergänzenden Studienbriefen und klar strukturierten Lehrvideos ermöglicht einen exzellenten Einstieg in das Zivilrecht – auch im Selbststudium.“ Bevor Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, HSBI-Vizepräsident für Studium und Lehre, der Preisträgerin auf dem Jahresempfang Blumen und Urkunde überreichte, hob er die hervorragende Qualität aller zwölf Lehrveranstaltungen hervor, die es in die Endauswahl geschafft hatten. Schäfermeier: „Wir hatten die Qual der Wahl, denn es hat sich gezeigt, dass sich die Lehre an der HSBI nicht nur durch Anwendungsbezug und Praxisnähe auszeichnet, sondern auch didaktisch sehr viel zu bieten hat durch interaktive und digitale Formate, die in vielen Lehrveranstaltungen eine erfolgreiche Synthese bilden.“

HSBI-Fördergesellschaft vergibt 1.000 Euro an ehrenamtlich engagierte Studentin

Dass viele Studierende sich neben dem Studium ehrenamtlich engagieren, nimmt der alljährlich von der HSBI gemeinsam mit der Fördergesellschaft der Hochschule Bielefeld vergebene und mit 1.000 Euro dotierte Engagementpreis in den Fokus. In diesem Jahr wurde Nele Kühle ausgezeichnet. Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin studiert sie aktuell den Bachelorstudiengang Gesundheit mit dem Schwerpunkt Berufspädagogik an der HSBI. Als Leiterin der Bereitschaft des Deutschen Rotes Kreuzes in Lage organisiert sie ehrenamtlich Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, koordiniert Einsätze im Katastrophenschutz und unterstützt beispielsweise bei Evakuierungen oder Großschadensereignissen. Ein ebenso wichtiger Bestandteil ihres Engagements ist die Arbeit mit jungen Menschen im Jugendrotkreuz. Hier organisiert sie Gruppenstunden, in denen Erste Hilfe, Gemeinschaft und Verantwortungsbewusstsein vermittelt werden. Auf dem Jahresempfang hielt Prof. Dr. Jörn Loviscach die Laudatio, während die Preisträgerin, die verhindert war, live per Video zugeschaltet wurde.

Kompositionen und „Decomposition“: Moderatorin Julia Ures verbindet die Programmpunkte perfekt

Foto: Alle Sitzplätze des Audimax sind besetzt mit Menschen
Nationale und internationale Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik sowie zahlreiche Hochschulmitglieder waren der Einladung des Präsidiums zum Jahresempfang gefolgt – sowohl vor Ort als auch online.

Moderiert wurde der Jahresempfang von Julia Ures, der es einmal mehr gelang, auf unverkrampfte Weise Information und Unterhaltung miteinander zu verbinden, sodass sich alle auf der Bühne, im Zuschauerraum und vor den Bildschirmen „abgeholt“ fühlten. Zwischen den verschiedenen Programmpunkten trat das Jazz-Trio „Response Unit“ von der Hochschule für Musik in Detmold auf und hatte am Ende sogar noch ein Rätsel parat, denn eines der gespielten Stücke war eine Komposition der KI „udio“.

Foto: Eine Person schaut sich die aufgeklappte jahresgabe an
Die diesjährige Jahresgabe mit dem Titel „Decomposition“ wurde von Prof. Herwig Scherabon gestaltet und zeigt dreidimensionale Scans von Luftwurzeln im Amazonasgebiet.

Nach dem abschließenden Sektempfang hatten die Gäste Gelegenheit, noch die HSBI-Jahresgabe mit nach Hause zu nehmen. Sie wird alljährlich von einem Dozenten oder einer Dozentin des Fachbereichs Gestaltung konzipiert und ist mittlerweile zu einem beliebten Sammlerstück geworden. In diesem Jahr hat Prof. Herwig Scherabon sie gestaltet und mit dem Titel „Decomposition“ überschrieben. Der Künstler über die Arbeit, die während einer Feldforschung im Amazonasgebiet entstand: „Decomposition folgt den verflochtenen Lebensprozessen pflanzlicher Intelligenz und Verfalls. Grundlage der Arbeit sind dreidimensionale Scans von Luftwurzeln. Diese Strukturen schweben zwischen Boden und Krone, zwischen Stütze und Atmung. Die Scans sind nicht nur dokumentarische Aufnahmen, sondern zugleich spekulative Diagramme dessen, was Suzanne Simardals Wood Wide Web beschreibt, ein Netzwerk aus Wurzeln, Pilzen und wechselseitigem Austausch. In digitaler Form zeigen die Wurzeln mehr als reine Anatomie. Sie lassen eine unsichtbare Architektur erkennen, in der Fürsorge, Gedächtnis und Koexistenz ineinandergreifen. Der Wald erscheint nicht als Kulisse, sondern als System, dezentral, vielstimmig und in einem kontinuierlichen Prozess der Zersetzung, der sein Fortbestehen sichert. Der Titel verweist somit weniger auf Zerfall als auf Transformation, auf ein langsames und zugleich intelligentes Auflösen, das Leben ermöglicht.“ (lk)

Für weiteres Bildmaterial können Sie sich gerne an presse@hsbi.de wenden.

Lehrpreis 2025 © DVZ Video Services/HSBI

Jahresempfang 2025: Bild und Ton im Audimax und live im Netz

Die Bildtechnik im Audimax, sowie die zweisprachige Videoübertragung ins Netz auf Deutsch und Englisch über live zugeschaltete Dolmetscher wurde in diesem Jahr erstmalig vom Team Video Services der Datenverarbeitungszentrale (DVZ) übernommen.

Zwei Tage lang installierte das Team aus zwei festen Mitarbeitenden der DVZ und sechs Studentischen Hilfskräften für diese Veranstaltung im Audimax die benötigte Technik.

Dazu wurden über 600 m Videoleitungen verlegt und mit 3 Kameras, 3 Videomischern, unzähligen Signalkonvertern, 9 Computern und diversen Monitoren und Zubehör sorgte das gesamte Team souverän für eine bildtechnisch reibungslose Veranstaltung. 

Die Beschallung im Saal und das Licht wurde von einem externen Dienstleister übernommen.