Bei der Neo.Fashion in Berlin präsentierten die besten Mode-Nachwuchstalente aus ganz Deutschland ihre Abschlusskollektionen im Rahmen der Berlin Fashion Week. Die Mode-Absolventinnen Jana Przibylla und Bahareh Razavi von der Hochschule Bielefeld überzeugten die internationale Fachjury und erhielten die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Handwerkskunst“ für ihre detailreichen manuellen Stickereien und individuellen Siebdruckmuster. Mode-Absolventinnen Bahareh Razavi und Jana Przibylla von der HSBI erhielten bei der Neo.Fashion 2026 die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Handwerkskunst“ für ihre Kollektion „Skill Sharing".
Bielefeld (hsbi). Den besten Nachwuchstalenten aus dem Modedesign eine Bühne bieten – darum geht es bei der Neo.Fashion, die jährlich im Rahmen der Berlin Fashion Week stattfindet. Anfang Juli präsentierten über 100 Mode-Absolvent:innen aus ganz Deutschland ihre Abschlusskollektionen. Darunter erneut sechs Absolventinnen der Studienrichtung Mode des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI): Jana Przibylla, Bahareh Razavi, Elena Richter, Isabella Matic, Lorena Kapp und Tracy Sakyi.
Besonders herausragende Arbeiten werden bei der Neo.Fashion in den Kategorien „Bestes Design“, „Bestes Nachhaltigkeitskonzept“ und „Beste Handwerkskunst“ ausgezeichnet. Ein besonderer Erfolg für die HSBI: Jana Przibylla und Bahareh Razavi erhielten für ihre gemeinsame Master-Abschlusskollektion die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Handwerkskunst“. Ihre Kollektion „Skill Sharing“ überzeugte die internationale Fachjury mit detaillierten Stickereien und Nachahmungen von Mustern und Symbolen, durch Bleachtechniken sowie Siebdrucktechniken.
Stickerei trifft auf Bleachtechniken; Skate-Kultur auf Tradition
Die gemeinsame Master-Kollektion der Absolventinnen erzählt von Zusammenhalt und kulturellen Brücken - durch die fiktive Geschichte fünf queerer Skater:innen aus Iran, China, Portugal, Japan und Marokko die sich zu einem kreativen Kollektiv zusammenschließen. Westen, übergroße Hemden und Jacken werden über Hosen und Shorts in Schichten getragen und schaffen damit voluminöse und ausdrucksstarke Silhouetten. Jana Przibylla erklärt: „Die Kollektion ist eine Erzählung, die durch die Verschmelzung von 80er-Jahre-Skate- und Hip-Hop-Kultur mit jahrhundertealten Handwerkstraditionen zum Leben erwacht.“
Die Kollektion der Absolventinnen ist eine Erzählung, die durch die Verschmelzung von 80er-Jahre-Skate- und Hip-Hop-Kultur mit jahrhundertealten Handwerkstraditionen zum Leben erwacht.
Bahareh Razavi legte einen besonderen Fokus auf die vielschichtige Oberflächengestaltung der Kleidungsstücke: Mit über acht verschiedenen Hand- und Maschinenstickereien, darunter Perlenstickerei, Paillettenstickerei, Fabric Slashing, Punch-Nadel-Stickerei und 3D-Stickerei, entstand eine einzigartige, haptische Materialsprache. Jana Przibylla konzentrierte sich auf die Entwicklung von Kleidungs-Silhouetten, neuer funktionaler Sticktechniken sowie textiler Bleachtechniken und Siebdrucke. Die Techniken verleihen den Kleidungsstücken eine grafische Dimension und zusätzliche Tiefe. Przibylla: „Die Printmuster entstanden durch das Scannen und Verfremden von Maschenwaren und Symbolen, welche die verschiedenen Kulturen miteinander verbinden und die anschließend mit der Bleachtechnik oder dem Siebdruckverfahren auf die Stoffe aufgetragen wurden. Die Motive reichen von abstrahierten Stadtplänen internationaler Metropolen über Karos und Streifen als typische Elemente der Skaterkultur bis hin zu Tattoos aus iranischen Kaugummiverpackungen.“
Nachhaltigkeit und bewusster Umgang mit Ressourcen
Die Handwerkstechniken verleihen den Kleidungsstücken eine grafische Dimension und zusätzliche Tiefe. Ein wiederkehrendes Motiv sind abstrahierte Stadtpläne internationaler Metropolen, wie hier Teheran.
Ein zentrales Anliegen der Kollektion ist Nachhaltigkeit: Gespendete Stoffe sowie das innovative Upcycling eines Heißluftballons und zweier Gleitschirme unterstreichen den bewussten Umgang mit Ressourcen. Die Materialien wurden wiederverwendet und durch die aufwendigen Stickereien, Bleaching-Techniken und Siebdrucke in neue Designs verwandelt. Betreut wurde die gemeinsame Arbeit der beiden Preisträgerinnen von Prof. Philipp Rupp und Prof. Dr. Anna Zika am Fachbereich Gestaltung der HSBI. Prof. Rupp: „Die Kollektion überzeugt durch ihre konzeptuelle Tiefe und gestalterische Klarheit und steht somit nicht nur für ästhetische Innovation, sondern auch für eine Vision von Gemeinschaft, Wissenstransfer und nachhaltiger Mode.“ (she)