20.06.2025

Neue Doppelspitze am Fachbereich Gestaltung der HSBI

Mit einer klaren Agenda für Studium, Forschung und Transfer sowie einem Fokus auf postdigitale Berufspraxis übernehmen Prof. Nils Hoff und Prof. Claudia Rohrmoser das Dekanat des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Bielefeld. Im Zentrum stehen Sichtbarkeit, Weiterentwicklung der Studiengänge und digitale Zukunftsfragen.  

Bielefeld (hsbi). Der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI) hat eine neue Leitung: Prof. Nils Hoff wurde zum Dekan gewählt, Prof. Claudia Rohrmoser zur Prodekanin. Sie übernehmen das Amt als gleichberechtigtes Leitungsteam und folgen auf Prof. Dirk Fütterer und Prof. Patricia Stolz.

In ihrer vierjährigen Amtszeit verfolgt die neue Spitze des Fachbereichs das Ziel, Studium und Lehre sowie Forschung und Transfer strategisch weiterzuentwickeln und stärker zu verzahnen. Zentrale Themen sind der Ausbau künstlerischer und gestalterischer Forschung, die Weiterentwicklung der Studiengänge sowie die Förderung interdisziplinärer und bilingualer Lehrformate. Auch Transferleistungen und Publikationen sollen künftig sichtbarer werden. Prof. Hoff: „Unser Ziel ist es, das Profil des Fachbereichs als innovativen, kooperativen und zukunftsorientierten Gestaltungsort weiter zu schärfen und dem gesellschaftlichen Wandel mit konkreten Konzepten zu begegnen.“ Dabei orientiert sich das Team an den hochschulweiten Schwerpunkten Internationalisierung, Digitalisierung, Diversität, Gleichstellung, Familienfreundlichkeit und Nachhaltigkeit.

Postdigitale Praxis und Digital Literacy

„Nach der erfolgreichen Digitalisierung von Lehrmethoden, Infrastruktur und Inhalten steht der Fachbereich nun vor der Aufgabe, die Realität postdigitaler Berufsfelder neu zu fassen“, erklärt Prof. Rohrmoser. „Digitale Technologien sind heute allgegenwärtig – gerade deshalb rücken analoge, manuelle, konzeptuelle und kritische Kompetenzen stärker in den Fokus.“ Die neue Doppelspitze setzt deshalb auf den Aufbau einer Digital Literacy am Fachbereich, die ein kritisches Verständnis versteckter digitaler Strukturen mit gestalterischer Praxis und fachlichem Wissen verbindet.

Studiengänge strategisch weiterentwickeln

„Unser Ziel ist es, das Profil des Fachbereichs als innovativen, kooperativen und zukunftsorientierten Gestaltungsort weiter zu schärfen und dem gesellschaftlichen Wandel mit konkreten Konzepten zu begegnen.“

Prof. Nils Hoff, Dekan des Fachbereichs Gestaltung

Ein weiteres zentrales Thema ist die Weiterentwicklung der Studiengänge: Im Bachelorstudium sollen künftig flexiblere, kleinere Module den interdisziplinären Austausch und Selbstlernkompetenzen stärken. „Wir wollen Stimmen aus der Praxis durch Exkursionen und Vorträge verstärkt einbinden“, betont Prof. Hoff. „Gleichzeitig werden wir die Internationalisierung durch Gaststudierende, Sprachförderung und Unterstützungsangebote z.B. durch bezahlte studentische Buddys aktiv vorantreiben“, so Prof. Hoff.

Zudem soll der Masterstudiengang Gestaltung grundlegend überarbeitet werden: Neue Lehrformate wie Teamteaching, Coaching, internationale Workshops, Forschungsschwerpunkte und ein Praxismodul sollen die Attraktivität weiter steigern. Geplant sind außerdem eigene Projektarbeitsräume für Masterstudierende.

Forschung fördern – Transfer sichtbar machen

Zur gezielten Unterstützung der Forschung sagt Prof. Rohrmoser: „Durch Coachingangebote, eine stärkere Drittmittelorientierung, eine koordinierte Forschungsstrategie und den Ausbau des bestehenden Forschungsfonds wollen wir die Forschungslandschaft des Fachbereichs voranbringen. Gleichzeitig werden wir Transfer als eigenständiges Forschungsfeld weiterentwickeln und sichtbarer machen.“

Der Fachbereich Gestaltung bietet vier Studienrichtungen an, die jeweils im Bachelor und Master studiert werden können: Fotografie und Bildmedien, Kommunikationsdesign, Mode sowie Digital Media and Experiment (DMX). In den Studiengängen entstehen Projekte, die Themen aus Gesellschaft, Kunst und Kultur aufgreifen und mit originärer Idee und durchdachtem Konzept zeitgemäß übersetzen. Die Studierenden sollen befähigt werden, eine eigene Gestaltungsposition zu entwickeln. Die Abschlussarbeiten der vier Studienrichtungen werden jedes Semester in einer dreitägigen Werkschau ausgestellt. (abo)

Zu den Personen

Prof. Nils Hoff studierte von 1994 bis 1999 Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und wurde danach Meisterschüler bei Prof. Nanne Meyer. Von 2001-2011 war er als wissenschaftlicher Zeichner und Grafiker am Museum für Naturkunde Berlin tätig, wo er unter anderem an mehreren Sonderausstellungen mitarbeitete und Ausstellungsprojekte kuratierte. Währenddessen übernahm er Lehraufträge für Zeichnung und Illustration an der HFBK in Bremen, an der Hochschule für Kunst und Design Burg-Giebichenstein, sowie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 2012 ist er Professor an der HSBI und leitet hier seit 2019 den Bachelorstudiengang Gestaltung. Gleichzeitig illustrierte er Bücher unter anderem für Hanser, Suhrkamp und Aufbau-Verlag.

Prof. Claudia Rohrmoser studierte MultiMediaArt mit Diplom in Computeranimation an der FH Salzburg sowie Medienkunst bei Prof. Maria Vedder und Narrativen Film bei Prof. Jutta Brückner an der Universität der Künste Berlin. Sie unterrichtete als Dozentin für experimentelle Animation an der FH Salzburg sowie als Professorin für Motion Design und Mediale Räume an der Technischen Kunsthochschule Berlin. Seit 2019 lehrt und forscht sie als Professorin für Motion Design und mediale Rauminszenierung am Fachbereich Gestaltung der HSBI, wo sie maßgeblich die Studienrichtung Digital Media and Experiment (DMX) mitaufgebaut hat.

Rohrmoser ist Animations- und Videokünstlerin und bewegt sich mit ihren Arbeiten im Grenz- und Zwischenbereich von Film, Musik und Bühne. In medialen Bühnenbildern und Videoinstallationen erweitert sie die Grenzen konventioneller Filmformate und inszeniert Bewegtbild räumlich als Expanded Cinema, audiovisuelle Konzertperformance oder architekturbezogenes Projection Mapping. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem bei Mutek Tokio, im Center for Computer Research in Music and Acoustic (CCRMA) der Stanford University, im Hamburger Bahnhof Berlin, bei den Salzburger Osterfestspielen, der Ars Electronica und am Theater Bielefeld.

Weitere Informationen

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