23.01.2026

NRW-Familienministerin besucht HSBI, Hochschule arbeitet an der Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“

Josefine Paul kniet an einem niedrigen Tisch neben spielenden Kindern
NRW-Familienministerin Josefine Paul informierte sich in der HSBI über mögliche Innovationen für Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in der Altersgruppe 0-10 Jahre und tauschte sich mit Lehrenden und Kindern aus dem Kindergarten St. Johannes in Beelen aus. © P. Pollmeier/HSBI
Kinder rennen im Theater der HSBI herum
Im Theater der HSBI wärmten sich die kleinen und großen Teilnehmer:innen des Bildungsgrundsätze-Treffens auf. © P. Pollmeier/HSBI
Zwei Kinder und eine Frau betrachten eine Roboter-Biene auf einem Tisch
Ziel des neuen Entwurfs der „Bildungsgrundsätze NRW“ ist es, dass die einschlägigen Fach- und Lehrkräfte Anregungen für ihr pädagogisches Handeln erhalten, Bildungschancen von Kindern in ihrem Alltag noch besser erkennen und den Status quo reflektieren. © P. Pollmeier/HSBI
Ingeborg Schramm-Wölk im Gespräch mit einer Frau
HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk: „In der Bildungswerkstatt der HSBI wird das Bildungsverständnis, das maßgeblich war für die Überarbeitung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘, konkret erfahrbar." © P. Pollmeier/HSBI
Helen Knauf sitzt lachend auf dem Boden im Theater mit anderen Personen im Kreis
Prof. Dr. Helen Knauf, die an der HSBI zuständig ist für das Lehrgebiet Bildung und Sozialisation im Kindesalter, und ihr Team hatten das Ministerium maßgeblich bei der Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“ unterstützt. © P. Pollmeier/HSBI
Kinder und Personen knien an einem niedrigen Tisch, darauf sind MAterialien zum Brückenbauen zu sehen. Im HIntergrund hängen Fotos von großen bekannten Brücken
Station Technik: Kleine Brückenbauer:innen am Werk. Im Hintergrund: Fotos der großen Vorbilder. © P. Pollmeier/HSBI
Kinder an einem Tisch mit Bastelmaterialien
Kinder lernen durch Erfahrung und Mitgestaltung – eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche frühkindliche Bildung. © P. Pollmeier/HSBI
Ein Kind von oben fotografiert, das mit einer Roboterbiene spielt
Kinder programmieren Bienenroboter: Der Entwurf der überarbeiteten „Bildungsgrundsätze NRW" greift neue Herausforderungen frühkindlicher Bildung auf, darunter das Thema Digitalisierung. © P. Pollmeier/HSBI
Eine Frau sitzt an einem Tisch, auf dem Obst und Gemüse liegen
Raupe Nimmersatt und die Beschäftigung mit dem Thema Ernährung, ein wichtiges Aktivitätsfeld in der frühkindlichen Bildung. © P. Pollmeier/HSBI
Neue Leitlinien für pädagogisches Handeln in Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege, Grundschule und Ganztag berücksichtigen unter anderem aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie beispielsweise die wachsende Verbreitung von digitalen Medien im frühen Kindesalter und die zunehmende Bedrohung von Gemeinschaft und Demokratie. 

Bielefeld (hsbi). Nach welchen Grundsätzen sollen Kinder in den nordrhein-westfälischen Kitas, in der Tagespflege, in Grundschulen und im schulischen Ganztag begleitet werden? Auf diese Frage geben die „Bildungsgrundsätze NRW“ Antworten. Sie wurden erstmals 2010 erarbeitet und orientieren sich am „Gemeinsamen Rahmen der Länder für Bildung in Kindertageseinrichtungen“, den die Kultusministerkonferenz und die Jugend- und Familienministerkonferenz bundesweit gesetzt haben.

Zehn Jahre nach der letzten Überarbeitung ist eine Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“ nun auf der Zielgeraden. Aus diesem Anlass besuchte am 23. Januar dieses Jahres Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bildungswerkstatt der Hochschule Bielefeld (HSBI).

 

HSBI-Präsidentin begrüßt Ministerin – maßgebliche Unterstützung bei der Aktualisierung

Ministerin Paul sitzend an einem Tisch, sie schaut lächelnd an der Kamera vorbei
Ministerin Paul: „Mit der Aktualisierung der ‚Bildungsgrundsätze NRW‘ machen wir deutlich: Frühkindliche Bildung ist vielfältig, aktiv und gemeinschaftlich."

Die Ministerin informierte sich vor Ort über mögliche Innovationen für Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in der Altersgruppe 0-10 Jahre und tauschte sich mit Lehrenden und Kindern aus dem Kindergarten St. Johannes in Beelen aus. Außerdem schlossen sich Beratungen mit HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk an sowie mit Prof. Dr. Helen Knauf, die an der HSBI zuständig ist für das Lehrgebiet Bildung und Sozialisation im Kindesalter. Knauf und ihr Team hatten das Ministerium maßgeblich bei der Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“ unterstützt.

Ministerin Paul: „Mit der Aktualisierung der ‚Bildungsgrundsätze NRW‘ machen wir deutlich: Frühkindliche Bildung ist vielfältig, aktiv und gemeinschaftlich. Die Bildungsgrundsätze wurden überarbeitet, um zentrale gesellschaftliche Entwicklungen und neue fachliche Diskurse zu berücksichtigen. Dabei ist klar: Kinder gestalten Bildung mit, und wir müssen sie entsprechend beteiligen und ihnen zuhören. Gute frühkindliche Bildung braucht Aufmerksamkeit, Qualität und verlässliche Rahmenbedingungen – dafür bieten die Bildungsgrundsätze eine wichtige Grundlage.“ 

HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk sagte: „In der Bildungswerkstatt der Hochschule Bielefeld wird das Bildungsverständnis, das maßgeblich war für die Überarbeitung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘, konkret erfahrbar. Hier geht es um die enge Verbindung von Theorie und Praxis und darum, Studierenden und Forschenden Raum zu geben für Kinderperspektiven, Bildungsprozesse und die Auseinandersetzung mit anregenden, kreativen und innovativen Bildungsumgebungen.“

Prof. Dr. Helen Knauf ergänzt: „Die Weiterentwicklung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘ unterstreicht das Recht von Kindern auf Bildung und versteht seine Umsetzung als gemeinsame Aufgabe aller Bildungsorte. Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege, Grundschule und Ganztag sind Lern- und Lebensräume, in denen Kinder sich die Welt aktiv und in wertschätzenden Beziehungen erschließen. Im Kern geht es darum, Bildung frühzeitig zu stärken und damit die Chancen aller Kinder auf Teilhabe und gelingende Bildungswege zu erhöhen.“

Der Dekan des Fachbereichs Sozialwesen an der HSBI, Prof. Dr. Michael Stricker, betonte: „Gut ausgebildete Kindheitspädagog:innen machen einen spürbaren Unterschied: Die Hochschulausbildung liefert das fachliche Fundament, auf dem qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit in Kitas und Grundschulen aufbauen kann.“

Kinder stehen in der Wissenswerkstatt an einem Tisch, auf dem Bastelsachen liegen

Veröffentlichung noch in diesem Jahr angestrebt – konkrete Tipps für pädagogisch Handelnde

Sechs Frauen stehen nebeneinander vor einem Holzregal und schauen lächelnd in die Kamera
Ministerin Paul (3.v.l.) und das Team der Bildungswerkstatt des Fachbereichs Sozialwesen der HSBI, darunter Prof. Dr. Helen Knauf (2.v.l.) und Milena Förster (4.v.l.), die das Ministerium maßgeblich bei der Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“ unterstützen.

Der neue Entwurf der „Bildungsgrundsätze NRW“ wird zurzeit vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sowie vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen geprüft und soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Ziel ist es, dass die einschlägigen Fach- und Lehrkräfte Anregungen für ihr pädagogisches Handeln erhalten, Bildungschancen von Kindern in ihrem Alltag noch besser erkennen und den Status quo reflektieren.

Knauf: „Bildung in der frühen Kindheit ist ein ganzheitlicher sozialer und ko-konstruktiver Prozess. Kinder erschließen sich ihre Welt im Austausch mit anderen – handelnd, fragend, entdeckend und gestaltend. Körperliche, emotionale, sprachliche, soziale und kognitive Entwicklung greifen dabei ineinander. Bei der Überarbeitung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘ ging es uns darum, die pädagogischen Grundlagen der kindheitspädagogischen Arbeit übersichtlicher und verständlicher zu machen, um die pädagogisch Handelnden möglichst konkret unterstützen zu können.“

Knauf ist Prodekanin am Fachbereich Sozialwesen der HSBI, lehrt im Studiengang Kindheitspädagogik und hat sich in der Vergangenheit als entschiedene Verfechterin hochwertiger und bildungsorientierter Arbeit im Elementarbereich profiliert. (lk)

Kinder knien auf dem Boden vor Tellern mit Obst


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