Bielefeld (hsbi). Prof. Dr. Tim Herzig ist zum 1. September die Professur für Therapiewissenschaften mit Schwerpunkt Physiotherapie am Fachbereich Gesundheit angetreten. Seine Arbeit verbindet den Blick des Physiotherapeuten mit dem des Berufspädagogen: Wie wird therapeutisches Handeln erlernt, gelehrt und durch digitale Technologien weiterentwickelt? Seine Schwerpunkte liegen unter anderem im simulationsbasierten Lehren und Lernen sowie Digital Health and Education.
Tim Herzig studierte nach seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten an der damaligen Fachhochschule Bielefeld im Bachelorstudiengang „Anleitung und Mentoring in den Gesundheitsberufen“ sowie im konsekutiven Masterstudiengang „Berufspädagogik Pflege und Gesundheit“. Promoviert wurde er in den Gesundheitswissenschaften im Fachbereich Humanwissenschaften der Universität Osnabrück.
Vor seiner Tätigkeit an der HSBI war Tim Herzig acht Jahre am Institut für Gesundheitsforschung und Bildung der Universität Osnabrück tätig. Dort baute er das Interprofessional lab of teaching and learning for health and human services – Osnabrück (ILTHOS) auf und forschte zu Fragen des Handlungsfeldes „Skills Lab“ sowie zur Digitalkompetenz in der beruflichen Lehrer:innenbildung. Zuletzt lehrte Tim Herzig als Verwaltungsprofessor für Physiotherapie an der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen am Gesundheitscampus Göttingen.
Tim Herzig ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Interprofessionellen Verbandes zur Integration und Förderung des Skills-Lab-Konzeptes in den Gesundheitsberufen (VIFSG). Er ist Mitglied im Forschungsverbund CareTech OWL, im DIN-Normenausschuss Gesundheitstechnologien, in der Interdisziplinären Fachgesellschaft für Didaktik Gesundheit (IFDG) und in der Deutschen Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft (DGPTW). 2020 gründete er die Skills-Lab-Consulting GbR und erhielt ein Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.
Im Zentrum seiner Arbeit stehen zwei Fragen: Wie können Technologien die therapeutische Versorgung verbessern und wie erlernen Therapeut:innen diese kompetent einzusetzen? Antworten sucht er in kompetenzförderlichen Lehr-/Lernarrangements der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in transdisziplinär angelegten Reallaboren, in denen Wissenschaft, Versorgungspraxis und Zivilgesellschaft neue Ansätze der Gesundheitsversorgung erproben.
In seiner Lehre möchte Tim Herzig Fragen der Berufsbildung- sowie Versorgungsforschung gemeinsam mit den Studierenden verknüpfen. Als gebürtigem Bielefelder liegt ihm dabei besonders am Herzen, Studierende und Praxispartner in der Region zusammenzubringen, um gemeinsam die gegenwärtigen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung zu diskutieren und Lösungen zu entwickeln. (th)