Zwölf Schulteams mit Unterstützung von Unternehmen und einer Hochschule traten beim diesjährigen Solar Racing Cup in fünf Kategorien gegeneinander an. Die Veranstaltung hat zum Ziel, Schüler:innen bereits in der Mittelstufe für Technik- und Nachhaltigkeitsthemen zu begeistern. Den Großen Preis gewann das Team des Gymnasiums St. Kasper aus Bad Driburg.Bei der Jurysitzung in der HSBI stellten die Schüler:innenteams ihre umgebauten Solar-Racer vor. Insgesamt zwölf Schulteams mit Unterstützung von Unternehmen und einer Hochschule traten beim diesjährigen Solar Racing Cup gegeneinander an.
Bielefeld (hsbi). Diese Idee nötigte der Jury Respekt ab: Das Team von Marienschule der Ursulinen und Hochschule Bielefeld (HSBI) hatte sein Bobby Car kurzerhand quer in zwei Teile zerschnitten. Diese verbanden die jugendlichen Entwickler:innen dann mit einer leichten Holzkonstruktion. Der gewonnene Zwischenraum schaffte Platz für die wesentlichen Komponenten des Elektroantriebs.
„Das Doppelbodenkonzept ist wirklich eine gute Idee“, lobte denn auch Dipl.-Ing. Klaus Meyer, als Vorsitzender des Verein Deutscher Ingenieure OWL e.V. (VDI OWL) zugleich Juryvorsitzender und „Erfinder“ des Solar Racing Cups. Der Schüler:innenwettbewerb um die smartesten, schnellsten und am besten aussehenden solarbetriebenen Elektromobile auf Bobby-Car-Basis fand Ende vergangener Woche seit 2023 bereits zum vierten Mal statt.
Großer Preis für das Gymnasium St. Kasper, Realschule aus Lichtenau ebenfalls stark
Jakob Kampe steuert testweise den Solar-Racer der Marinenschule der Ursulinen durch den Parcours auf dem HSBI-Vorplatz.
Nach der Jurysitzung in der HSBI am Freitag fehlten noch die Rennen: Zwölf Teams mussten am Sonntag auf dem Parkplatz des Hauptsponsors Westfalen Weser in Herford erst einen Geschicklichkeitsparcours bewältigen und danach um die Wette fahren. Hier hatte zwar zweimal die Städtische Realschule Lichtenau die Kunststoffnase von Benteler vorn, und die Lichtenauer gewannen auch in der Kategorie „Optisches Design“. Dennoch räumte eine andere Schule den Großen Preis des Solar Racing Cups 2026 ab: das Gymnasium St. Kasper. Denn beim Hauptpreis geht es um Technische Kreativität und Handwerk und die Schüler:innen aus Bad Driburg überzeugten hier auf ganzer Linie.
Die Bielefelder Marienschüler musste sich ob der starken Konkurrenz allerdings keinesfalls grämen: Beim Großen Preis wurden sie Dritter und beim Foto- und Videowettbewerb standen sie sogar ganz oben auf dem Treppchen. Das wurde bereits bei der professionellen Powerpoint-Präsentation durch die beiden Achtklässler Elias Eberhardt und Jakob Kampe während der Jurysitzung deutlich: Souverän steuerten die beiden 13-Jährigen durch die Slides und gaben mit Texten und Bildern sympathische Einblicke in ihre Arbeit am Racer. Diese fand größtenteils während der Sommerferien auf einem Bauernhof der Familie eines der Teammitglieds statt. Wie alle Schulteams hatten auch Elias, Jakob und ihre Mitstreiter:innen dabei einen Partner an ihrer Seite. In diesem Fall war das die HSBI, aus der heraus Prof. Dr. Lars Fromme und Prof. Dr. Herbert Funke vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik das Team mit Tipps unterstützen.
Bausätze sollen modifiziert werden – der Kreativität sind (fast) keine Grenzen gesetzt
Bei der Jury-Sitzung in der HSBI wurden die Solar-Racer von der Fachjury begutachtet.
Beim Solar Racing Cup erhalten die Teams große Teile der Komponenten als Bausätze gestellt. Dazu gehören zum Beispiel das Bobby Car selbst, der Elektromotor, die Akkus und die Solarzellen mit dazugehörigen Reglern. Sie dürfen und sollen all dies innerhalb bestimmter Regeln optimieren und sich eigene Konstruktionen überlegen. Und so treten am Ende ganz unterschiedlich aussehende und technisch konzipierte Mobile gegeneinander an.
Der Wettbewerb ist eine Aktion des VDI OWL und wird umgesetzt vom Verein Energie Impuls e.V. Gefördert ist das Projekt von den Agenturen für Arbeit in Ostwestfalen-Lippe, die ein Interesse daran haben, junge Menschen im Rahmen der Berufsberatung frühzeitig an Technik- und Nachhaltigkeitsthemen heranzuführen. Jedes einzelne Team hat zudem einen Unterstützer, in der Regel eine Firma, die auch als Sponsor fungiert.
Die Teststrecke auf dem Vorplatz der HSBI. Am vergangenen Sonntag mussten die Teams dann auf dem Parkplatz des Hauptsponsors Westfalen Weser in Herford erst einen Geschicklichkeitsparcours bewältigen und danach um die Wette fahren.
Das Ziel: Junge Menschen frühzeitig für Technik und erneuerbare Energien gewinnen
Die Teams erhalten die großen Teile der Komponenten als Bausätze gestellt, darunter das Bobby Car selbst, den Elektromotor, die Akkus und die Solarzellen mit dazugehörigen Reglern. Diese müssen dann optimiert werden.
„Probleme lösen, gemeinsam Entscheidungen treffen, aus Fehlern lernen und immer wieder neue Wege finden – genau das macht Innovation aus“, erklärt Monika Pieper, Vorsitzende des Vereins Energie Impuls OWL. „Uns ist es wichtig, dass erneuerbare Energien nicht nur ein Thema für die Schulbücher sind, sondern dass die Teams erleben, wie Sonnenenergie ganz praktisch genutzt werden kann und wie spannend Technik ist, wenn man selbst aktiv wird.“
Prof. Dr. Marc-Oliver Schierenberg, der die Zusammenarbeit zwischen HSBI und Solar Racing Cup einst initiierte, stößt ins gleiche Horn: „Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Ideen, setzen sie praktisch um und bringen sie am Ende auf die Rennstrecke. Besonders angesichts des wachsenden Fachkräftebedarfs und der Herausforderungen bei der Gewinnung von Nachwuchs in technischen Berufen ist es der HSBI ein Anliegen, junge Menschen früh für Technik zu begeistern.“ (lk)
Gewinner des Solar Racing Cups
Großer Preis Preis des Vereins Deutscher Ingenieure OWL e.V. für Technische Kreativität & Handwerk über 350 Euro
1. Gymnasium St. Kaspar, Bad Driburg, mit Karl Hartinger Kranbetriebe 2. Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück mit Venjakob 3. Marienschule der Ursulinen, Bielefeld, mit der HSBI
Geschicklichkeitsparcours Preis von Westfalen Weser über 350 Euro
1. Städtische Realschule Lichtenau mit Benteler 2. Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück mit Venjakob 3. Realschule Enger mit Boge Kompressoren
Kopf-an-Kopf-Rennen Preis von Westfalen Weser über 350 Euro
1. Städtische Realschule Lichtenau mit Benteler 2. Gesamtschule an der Ahornallee, Gütersloh, mit Fritz Husemann 3. Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück mit Venjakob
Optisches Design Preis der Bundesagentur für Arbeit, Agenturen für Arbeit in Ostwestfalen-Lippe über 350 Euro
1. Städtische Realschule Lichtenau mit Benteler 2. Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück mit Venjakob 3. Gymnasium St. Kaspar, Bad Driburg, mit Karl Hartinger Kranbetriebe
Foto- & Videowettbewerb Preis von Energie Impuls OWL über 100 Euro
1. Marienschule der Ursulinen, Bielefeld, mit der HSBI
Anmerkung: Die angegebenen Preisgelder verteilen sich stufenweise auf die ausgezeichneten Teams. In der Kategorie Foto & Video wurde nur ein Team prämiert.
Weitere Teams, die erfolgreich mitgemacht und präsentiert haben: Steinhagener Gymnasium mit Energieversum, Stemwerder Berg Schule mit Röhe Elektrotechnik, Gymnasium Bethel mit Starrag, Gymnasium Am Markt Bünde mit EWB, Franz Stock Realschule Hövelhof mit ELHA und SZ – Rudolph-Brandes-Gymnasium mit Rollax.
Jury 2026
Dipl.-Ing. Klaus Meyer, Energie Impuls OWL e.V, VDI OWL e.V. (Vorsitzender) Patrick Miles, Regionalreferent Westfalen Wester Energie GmbH & Co. KG Andrea Wesemann, Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn Günter Voß, Klimaschutzmanager Stadt Lichtenau Addy Schulze, Technischer Berater von Schulze Spezialbau Erfinderwerkstatt Lemgo Kersten Kröger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HSBI
Sponsoren und Fördermittelgeber
Westfalen Weser (Hauptsponsor) Bundesagentur für Arbeit (Fördermittelgeber) VDI OWL e.V. Energie Impuls OWL e.V. Innovationsmanufaktur Gütersloh (IMA)