Von der Anatomie zum Exoskelett: DaVinci@HSBI zeigt bei der „GENIALE 2026“ in der „Wissenswerkstadt“ anatomische Zeichnungen von Leonardo und ihre Auswirkungen auf heutige Medizintechnik.
Pünktlich zum Wissenschaftsfestival „GENIALE 2026: Wie geht’s uns?“ hat der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Hochschule Bielefeld (HSBI) seine Dauerausstellung DaVinci@HSBI in der „Wissenswerkstadt“ aktualisiert. Im Mittelpunkt der Ergänzung stehen die anatomischen Forschungen Leonardos und ihre Verbindung zu aktuellen körpernahen Assistenzsystemen und Medizintechnik. Die Ausstellungsobjekte zeigen: Orthesen oder Exoskelette basieren oft auf Grundlagenforschung aus der Renaissance.Das Modell eines Roboters verdeutlicht die Aktualität von Leonardos Ideen. Mithilfe eines Seilzugs kann die Figur ihren Arm heben und senken.
Bielefeld (hsbi). Seit 2024 zeigt die Dauerausstellung DaVinci@HSBI in der „Wissenswerkstadt Bielefeld" Modelle Skizzen und Entwürfe des Künstler-Ingenieurs Leonardo Da Vinci. Im Mittelpunkt der wechselnden Ausstellungsobjekte stehen Leonardos ingenieurswissenschaftliche Arbeiten zu Maschinen, Antrieben oder Brücken.
Passend zur „GENIALE 2026: Wie geht’s uns?“ nimmt das DaVinci@HSBI-Team das Thema Gesundheit auf und widmet sich den umfangreichen anatomischen Forschungen Leonardos. Dabei werden die Objekte der Ausstellung mit aktuellen Forschungen aus dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik kombiniert.
Andreas Wollensak betreut das DaVinci@HSBI-Projekt in der Wissenswerkstadt als Kurator.
„In seinen anatomischen Forschungen interessierte sich Leonardo immer wieder für das Zusammenspiel von Kräften und Gelenken“, erläutert Andreas Wollensak, der die Ausstellung in der „Wissenswerkstadt“ als stellvertretender Projektleiter und Kurator für die HSBI betreut. Insbesondere diese Sicht auf den menschlichen Körper als komplexes System aus Hebeln, Gelenken und den auf sie wirkenden Zugkräften bildet die Verbindung zu aktueller Medizintechnik, die nun im Mittelpunkt steht.
Verknüpfung zwischen Anatomie und technischen Asssistenzsystemen
Auch aktuelle medizinische Hilfsmittel wie Orthesen bauen auf anatomischen Grundlagenerkenntnissen wie denen von Leonardo auf.
Deutlich wird diese Verknüpfung in der Ausstellung unter anderem durch eine Arm- und eine Kopf-Orthese aus dem Labor für Biomechatronik und Eingebettete Systeme der HSBI. „Medizinische Hilfsmittel wie Orthesen oder Exoskelette greifen auch heute auf die von Leonardo und anderen Anatomen seiner Zeit beobachteten und festgehaltenen Grundprinzipien des Körpers zurück“, erklärt Wollensak.
Diese Traditionslinie verdeutlicht in der Ausstellung beispielsweise das Leonardo-Modell eines Roboters. Seilzug kann die Figur ihren Arm heben und senken und verweist damit auf die Aufgaben heutiger technischer Assistenzsysteme. „Hier schlagen wir die inhaltliche Brücke zwischen unserer Ausstellung, dem diesjährigen Thema der ‚GENIALE‘ und aktuellen Forschungen der HSBI“, wirbt Wollensak für das Ausstellungsupdate.
Die Ausstellungs-Ergänzung zu Leonardos anatomischen Studien ist bereits gestartet und bis zum Ende der GENIALE 2026 am 31.11. im Obergeschoss der „Wissenswerkstadt“ zu sehen. Der Eintritt ist frei.