Der Besuch an der Hochschule Bielefeld (HSBI) begann mit einer Begrüßung durch den Dekan des Fachbereichs Sozialwesen, Prof. Dr. Michael Stricker, und den Teamleiter von Spielen mit Kindern e. V., Tim Tiedemann, der den Austausch auf deutscher Seite betreut. Die Gäste erfuhren danach, welch große Rolle Praxisorientierung, Projektarbeit und internationaler Austausch in den Studiengängen am Fachbereich Sozialwesen spielen: Prof. Dr. Anna Lena Rademaker und Studentin Anne-Lena Röhrs führten durch den Studiengang Soziale Arbeit, während Prof. Dr. Nadine Madeira Firmino gemeinsam mit Doktorandin Milena Förster den Studiengang Kindheitspädagogik präsentierte.
Die Gäste lieferten Einblicke in die sozialpädagogische Arbeit in Japan: Noriko Kajiki, Professorin an der Kobe Women’s University und Vorstand der Japan Adventure Playground Association, stellte das japanische Konzept ibasho vor, das Orte bezeichnet, an denen Menschen ganz sie selbst sein können. Hiroki Sekido, Delegationsleiter und Vorstand der Japan Adventure Playground Association, betonte in seinem Vortrag die wachsende politische Bedeutung dieses Konzepts angesichts sinkender Geburtenraten in Japan. Die Pädagog:innen Yutaro Aoki und Megumi Ebana berichteten anschließend aus ihrem Arbeitsalltag: Sie zeigten, dass Abenteuerspielplätze nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ein ibasho sein können, und unterstrichen, wie wichtig sozialpädagogische Angebote insbesondere dort sind, wo Kinder durch Naturkatastrophen ihr Zuhause verlieren.
Neben den Vorträgen wurde es auch praktisch: Bei einem Rundgang lernten die Gäste unter anderem das m Schüler:innenlabor kennen.
Neben den Vorträgen wurde es auch praktisch: Auf einem Rundgang mit Maximilian Köster vom Welcome Center des International Office der HSBI lernten die Gäste den Campus kennen. Im Schüler:innenlabor probierten sie Experimente aus, die hier regelmäßig mit Schulklassen durchgeführt werden. Und im Theater des Fachbereichs Sozialwesen erfuhren sie von Prof. Dr. Ingrid Hentschel, wie Theaterübungen für die Ausbildung sozialpädagogischer Fachkräfte genutzt werden, und versuchten sich unter Anleitung von Studierenden auch selbst an einer Übung.
Der Besuch hat beiden Seiten neue Einblicke ermöglicht – manchmal mit überraschenden Unterschieden, manchmal mit überraschenden Gemeinsamkeiten zwischen Japan und Deutschland. Fest steht: Weiterer Austausch ist geplant, denn insbesondere das ibasho-Konzept ist auch für die sozialpädagogische Arbeit in Deutschland spannend. Finanziert wird der Austausch durch das Bundesfamilienministerium und sein japanisches Pendant (MEXT). (Text: Maximilian Köster)