RESILIENT CARETECH@HOME
Versorgungssicherheit technikabhängiger Menschen in Krisen und Katastrophen
Eine Machbarkeitsstudie am Fallbeispiel Bielefeld
Im Falle eines längeren Stromausfalls sind Menschen, die zu Hause auf medizintechnische Versorgung angewiesen sind, innerhalb weniger Stunden gefährdet. Dazu zählen beispielsweise Personen mit Heimbeatmung, Sauerstoffkonzentratoren, Absauggeräten, Heimdialyse oder kühlpflichtiger Medikation. Anders als Krankenhäuser, die als Einrichtungen Teil der kommunalen Gefahrenabwehrplanung sind, werden Menschen mit stromabhängiger Medizintechnik in häuslicher Versorgung bislang nicht systematisch in der Katastrophenschutzplanung erfasst. Wo diese Menschen leben, welche Geräte sie nutzen und wie lange ein Stromausfall toleriert werden kann, ist den zuständigen Behörden häufig nicht bekannt.
Das Forschungsprojekt Resilient CareTech@Home untersucht als nicht-invasive Machbarkeitsstudie, unter welchen Voraussetzungen technikabhängige Menschen in der häuslichen Versorgung in der kommunalen Katastrophenschutzplanung berücksichtigt werden könnten. Am Fallbeispiel Bielefeld wird ermittelt, welche fachlichen, organisatorischen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen für eine tragfähige Schnittstelle zwischen ambulanter Versorgung und Gefahrenabwehr erforderlich sind. Die Studie umfasst die Analyse freigegebener Planungsdokumente, sowie leitfadengestützte Interviews mit Fachpersonal aus Katastrophenschutz und ambulanter Pflege.
Gemeinsam mit CareTech OWL wird eine gerätebezogene Vulnerabilitätsmatrix entwickelt. Sie systematisiert gängige Gerätetypen der häuslichen Versorgung nach Energiebedarf, Akkulaufzeit, Ausfallkaskade und klinischer Toleranzzeit. Daraus lassen sich Priorisierungsstufen ableiten und pflegerische Versorgungslagen in eine für die Gefahrenabwehr anschlussfähige Kategorisierung überführen. Die Ergebnisse aus Dokumentenanalyse, Interviews und Vulnerabilitätsmatrix werden in einem Validierungsworkshop evaluiert und sollen zu einem Anforderungsprofil zusammengeführt werden. Dieses zeigt auf, was eine Kommune leisten müsste, um die Versorgungssicherheit technikabhängiger Menschen im Katastrophenfall zu stärken.
Projektbeteiligung:
Feuerwehr Bielefeld
ASB – Ambulanter Pflegedienst
Dr. phil. Marén Schorch, CareTech OWL
Prof. Dr.-Ing. Jens Otto, HSBI- Fachbereich Wirtschaft
Laufzeit:
01.10.2026 – 31.03.2027
Projektförderung:
HSBI – Hochschulinterne Anschubfinanzierung für sicherheitsrelevante Forschung