28.10.2013

Der Geruch von jungem, mittelaltem und altem Kautschuk

Verbund-Studierende der Lehreinheit Wirtschaft auf Exkursion bei Pirelli, ZF und BMW.

Im Rahmen des berufsbegleitenden Studiums der Technischen Betriebswirtschaft (MBA) startete Anfang Oktober eine Gruppe von Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Uphaus mit dem Kleinbus Richtung Bayern. Für die kommenden drei Tage standen Betriebsbesichtigungen bei namhaften Automobilzulieferern und bei BMW auf dem Programm, um die aktuellen rasanten technologischen Entwicklungen in der Automotive Industry "live" erleben zu können und diese Erfahrungen im Anschluss an die Exkursion sinnvoll im Modul Managementsysteme einzubringen. Neben fachlichen Aspekten waren auch kulturelle Einblicke in die Herstellung fränkischer Weine und die Stadtgeschichte Münchens im 12. Jahrhundert Bestandteil der Exkursion.

Erster Stop der Reise war das Pirelli-Werk im Odenwald. Entlang des Fertigungsprozesses konnten die Studierenden die Reifenproduktion bei Pirelli Deutschland mit allen Sinnen erleben und zwar auf traditionelle wie auch zukunftsorientierte Weise. Von der Mischung des spezifischen Rezepts über die Aufbringung des Stahlgürtels und die Erzeugung des Profils in der "Heizung" wurden alle Schritte der Fertigung gezeigt. Dabei lernten die Studierenden auch den unterschiedlichen Geruch von jungem, mittelaltem und altem Kautschuk kennen und die zu jeder Jahreszeit angenehmen Arbeitsbedingungen im Bereich der Backöfen.

Zum Abschluss konnten die Studierenden einen Blick auf das innovative Automatisierungskonzept MIRSTM werfen, eine Art "Minifabrik", die extrem flexibel und autonom in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugherstellers komplette Reifen produzieren kann.

Nach einer Übernachtung in Würzburg ging es am nächsten Morgen zu ZF in Schweinfurt. Die Division Antriebstechnik der ZF Gruppe, ehemals Sachs, fertigt dort Drehmomentwandler, Pkw-Kupplungen und Hybridmodule. Die Gruppe Studierender konnte einen exklusiven Einblick in die moderne Technologie der Hybridmodulfertigung gewinnen. Die Hybridgetriebe und Hybridkomponenten werden aktuell in den Serienfahrzeugen BMW AcitveHybrid 3 und 5, Audi Q5 hybrid quattro, A6, A8 und VW Jetta Hybrid verbaut. Die Produktion für den Mercedes-Benz S 400 Hybrid, der in 2008 als erstes deutsches Hybridfahrzeug in Serie ging, endete in 2012.

Mit diesen Neuentwicklungen stellt sich ZF gut für die Zukunft auf, da nach Einschätzung von Dr. Ralf Kubalczyk, dem Leiter Entwicklung Hybridgetriebe bei ZF, um das Jahr 2030 so viele Hybridfahrzeuge im Einsatz sein werden, dass sie den Hauptanteil des CO2-Einsparpotenzials von Automobilen tragen werden.

In München angekommen ging es am dritten Tag der Fahrt in die BMW-Welt, wo sich die Studierenden die aktuellen BMW-Modelle anschauen und testsitzen konnten. Bei der Führung im Werk München erhielten die Studierenden Einblicke in die vollautomatisierten Prozesse im Presswerk, in der Karosseriefertigung und der Lackiererei und konnten entlang der Montagelinie der neuen 4er-Reihe die rund 450 Mitarbeiter unter anderem beim Einbau von Getrieben und Reifen sehen.

Getreu dem Slogan "Freude am Fahren" konnten die Studierenden im Anschluss auf der BMW Driving Academy in Maisach ihr Fahrkönnen in den aktuellen BMW M1er- und 3er-Modellen unter Beweis stellen. Unter der Anleitung von erfahrenen Instruktoren erhielten die Studierenden praktische Fahrtipps, theoretische Grundlagen und Fahrübungen zur Notbremsung sowie Unter- und Übersteuerung als Basis des sicheren Fahrens im täglichen Straßenverkehr.

Text und Foto: Anja Kruschel