Der Abschluss der Zielvereinbarung mit der FH Bielefeld ist für die Landesregierung ein wesentlicher Beitrag, die nordrhein-westfälischen Hochschulen im Wettbewerb um Profil und Qualität zu stärken und Nordrhein-Westfalen als einen leistungsstarken Standort für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zu festigen. "Für die einzelne Hochschule bedeutet dies eine Profilbildung innerhalb der Hochschullandschaft mit dem Ziel", so zu den Zielen des Landes in der Vereinbarung zu lesen, "ihre Stärken zu stärken und Schwächen zu beheben".
Mit der Zielvereinbarung, die laut Vertragstext den Charakter eines Pilotprojektes hat, wird die FH Bielefeld in den nächsten drei Jahren die folgenden Enwicklungsziele und Vorhaben verfolgen:
- Erweiterung des Fächerspektrums
Geplant ist ein für NRW gänzlich neuer Bachelor-Studiengang (B.Sc.) für Gesundheitsberufe. Der Ende der Neunzigerjahre neu eingerichtete Fachbereich Pflege und Gesundheit greift die Forderung nach einer Erweiterung des Fächerspektrums an Fachhochschulen auf und richtet zum Wintersemester 2003/2004 einen Bachelor-Studiengang (Bachelor of Science) Gesundheitswesen ein. Ziel dieses Studiengangs ist es, die Studierenden auf der Basis fachwissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Kenntnisse und Methoden zur Übernahme von Planungs-, Personal- und Qualitätsverantwortung im Bereich Pflege und Rehabilitation zu qualifizieren. Der Studiengang ist auf sechs Semester und 35 Studienanfängerinnen/-anfänger jährlich angelegt und setzt im Hinblick auf die Akzeptanz am Arbeitsmarkt eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem patientennahen Gesundheitsberuf voraus.
Die Realisierung eines biotechnologischen Studienangebots befindet sich im Prüfungsverfahren.
- Weiterentwicklung des vorhandenen Studienangebots
In den klassischen Feldern soll das Studienangebot qualitativ und quantitativ weiterentwickelt werden:
- Verbindung von Studium und Berufsausbildung - "Kooperative Ingenieurausbildung" im Maschinenbau
Als neue Studiengangsform richtet der Fachbereich Maschinenbau zum Wintersemester 2002/03 die Kooperative Ingenieurausbildung ein, die eine praktische Ausbildung in einem metallverarbeitenden Ausbildungsberuf mit der wissenschaftlichen Ausbildung zur Diplom-Ingenieurin bzw. zum Diplom-Ingenieur (FH) verbindet. In der Ausbildung, die sich i.d.R. über 4,5 Jahre erstreckt, werden zwei qualifizierte Abschlüsse erworben. Mit dieser Erweiterung des Studienangebots, die ein solides Netzwerk von Industriepartnern erfordert, verstärkt die FH Bielefeld ihre Einbindung in die ostwestfälisch-lippische Region.
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- Kooperativer Master-Studiengang Computer Aided Engineering
Der Fachbereich Maschinenbau richtet in Kooperation mit der FH Westküste in Heide/Holstein einen Master-Studiengang Computer Aided Engineering ein, der zum Wintersemester 2002/03 begonnen werden soll. Gegenstand der Ausbildung ist die Entwicklung von Konzepten und Verfahren, die in der Lage sind, sämtliche Gesichtspunkte der Analyse, des Designs, der Simulation, der Fertigungsverfahren und der Testabläufe auf einer einheitlichen bzw. kompatiblen Datenbasis zu bewältigen und damit den Innovationsprozess zu beschleunigen, um die Effizienz in der Neu- bzw. Weiterentwicklung komplexer mechanischer Systeme zu steigern.
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- Master-Studiengang Mediengestaltung
Aufbauend auf den in Kooperation mit der technischen Fakultät der Universität Bielefeld betriebenen überaus stark nachgefragten Bachelor-Studiengang Mediengestaltung soll ein entsprechend viersemestriger Master-Studiengang Mediengestaltung am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld eingerichtet werden.
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- Reorganisation der technischen Studiengänge - Modularisierung und CPS
Zur Reorganisation der technischen Studiengänge beabsichtigt die FH Bielefeld, alle ingenieurwissenschaftlichen Studienangebote zu modularisieren und ein Kreditpunktesystem (CPS) einzuführen. Mit der Modularisierung will die FH Bielefeld die Wahlmöglichkeiten der Studierenden verbessern, Lehrveranstaltungen und Lernerfolgskontrolle zeitlich stärker koppeln, den Hochschulwechsel erleichtern, somit auch die Internationalisierung fördern und einen Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Studium leisten. Die technischen Fachbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau sowie Mathematik und Technik legen dabei gemeinsam das Modell des VDI - Verband Deutscher Ingenieure zugrunde. Sie konzipieren insbesondere im Vertiefungsbereich fachbereichsübergreifende Angebote und stimmen den Wahlpflichtbereich untereinander ab.
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- Studiengang Wirtschaftsrecht - Erhöhung der Studienplatzkapazität
Die FH Bielefeld will der außerordentlich hohen Nachfrage sowohl bei Studienbewerbern wie bei Arbeitgebern nach Absolventen mit dem Abschluss Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) bzw. Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) entgegenkommen und den mit erheblicher Überlast betriebenen Studiengang Wirtschaftsrecht im Fachbereich Wirtschaft stärken.
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- Studiengang Projektmanagement Bau - Netzwerk Praxisplätze
Der vom Expertenrat als innovativ gewürdigte im Aufbau befindliche Studiengang Projektmanagement Bau des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen in Minden hat bei der Entwicklung eines Netzwerkes für die Vermittlung von Praxisplätzen besonderen Unterstützungsbedarf. Ein sinnvoll mit dem Studium verzahntes Praxissemester, in dem die durch das Studium vermittelte Handlungskompetenz noch während der Studienzeit erprobt werden kann, ist entscheidend für die Qualifikation und Akzeptanz der Absolventinnen und Absolventen in der Wirtschaft. Im Rahmen der finanziellen Handlungsspielräume stellt die FH Bielefeld Mittel zur Verfügung, um ein Praxisnetz beschleunigt aufbauen zu können.
- Verstärkung der Forschungsaktivitäten
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der FH Bielefeld sollen in den technischen und nicht-technischen Bereichen verstärkt werden. Aufbauend auf die bereits etablierten Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte "Industrielle Bewegungstechnologie", "Systemoptimierung und Lärmminderung im Maschinenbau" sowie "CI-Verfahren zur Automatisierung und Optimierung verfahrenstechnischer Prozesse" will die FH Bielefeld zur Vernetzung von Forschung und Lehre die Kompetenzplattform IT im Maschinenbau errichten. Als Querschnittstechnologie sollen in dieses Projekt nahezu alle Felder der ingenieurwissenschaftlichen Fächer der FH Bielefeld integriert werden, Kooperationen mit anderen Hochschulen und die Unterstützung durch zahlreiche Unternehmen der Region sind geplant.
Auch im Fachbereich Gestaltung wird die Entwicklung einer Kompetenzplattform angestrebt.
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- Internationalisierung
Innerhalb des Planungszeitraumes sollen Bachelor- und Master-Studiengänge entwickelt, hochschulweit ein Kreditpunktesystem eingeführt, das Fremdsprachenangebot ausgebaut und die internationalen Kooperationen verstärkt werden.
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- Interdisziplinarität
Die FH Bielefeld setzt einen Preis zur Förderung von Synergien in der Lehre aus (Anmerkung: Bereits hochschulintern ausgeschrieben). Gefördert werden fach- und/oder fachbereichsübergreifende, für den laufenden Lehrbetrieb geeignete Lehrveranstaltungen und Module.
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- Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen
Hier sind besondere Anstrengungen zur Gewinnung weiblicher Studierender in den technischen Studiengängen geplant, und die technische Basiskompetenz der Studentinnen in den nicht-technischen Studiengängen soll gefördert werden. Die Frauenforschung wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Chancengleichheit für Frauen in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern
Zur Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern hat die FH Bielefeld mit Durchführung des Modellversuchs Frauen im Ingenieurstudium und der modellhaft durchgeführten Frauenstudienrichtung Energietechnik und Energiemarketing besondere Erfahrungen gewonnen und Erfolge erzielen können. Eine Fortsetzung auf diesem Gebiet bietet sich insbesondere durch eine Kooperation mit dem Kompetenzzentrum "Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie" (An-Institut an der FH Bielefeld) und im Rahmen der Frauenforschungsprofessur im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen an.
- Qualitätsentwicklung
Im Bereich der Lehre ist eine permanente Qualitätsentwicklung durch Akkreditierung und Evaluation vorgesehen. Das Prinzip der neuen Qualitätsentwicklung soll darüber hinaus in allen Bereichen der FH Bielefeld verankert werden. Konkrete Vorhaben zur Steigerung der Qualität der Lehre sind außerdem Maßnahmen zur Verbesserung des Übergangs Schule/Hochschule und Hochschule/Praxis, zur Verbesserung des fremdsprachlichen Angebots und zur Verbesserung der Informations- und Medienkompetenz sowie eine Intensivierung der hochschuldidaktischen Weiterbildung.