Im Rahmen des Stipendienprogramms haben sich vier ostwestfälisch-lippische Hochschulen, namentlich die Universität Bielefeld als Sprecherhochschule des Konsortiums, die Fachhochschule Bielefeld, die Universität Paderborn sowie die Hochschule Ostwestfalen-Lippe zusammen geschlossen, um gezielt Studierende aus der Zielregion »Ehemaliges Jugoslawien« zu fördern. Adnan Bahic und Ismar Omerbasic studieren beide »Wirtschaftsinformatik« und Amel Curt »Betriebswirtschaftslehre«. Alle drei Studenten kommen aus Bosnien-Herzegowina, das ehemals zu Jugoslawien gehörte, und erhalten für ihr Bachelorstudium jeweils 750 Euro Förderung im Monat. Gaetan Boumi Kakamba kommt aus Gabun in Zentralafrika. Er studiert den Masterstudiengang »Optimierung und Simulation« am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Um sich das Studium leisten zu können, wird er mit 850 Euro im Monat finanziell unterstützt. Neben der monatlichen Zuwendung erhalten die Studierenden eine Pauschale für die Krankenversicherung sowie eine einmalige Heimreisepauschale während des Stipendienzeitraums, der derzeit bis Ende 2011 festgelegt ist.
Die Gründe für die Konzentration auf die Zielregion Ex-Jugoslawien sind vielfältig. Durch das Programm sollen zivile und sozio-kulturelle Strukturen der Zielländer gestärkt und gleichzeitig das Wissenspotenzial, über das die Region am östlichen Mittelmeer verfügt, mit Kerneuropa verbunden werden. Nicht zuletzt kann das Programm auf der operativen Ebene auch einen Beitrag dazu leisten, den Eintritt der Zielländer in die EU zu befördern. Denn das Stipendienprogramm und insbesondere die Schwerpunktsetzung der vier Konsortialhochschulen in OWL ist keineswegs eine Einzelinitiative, sondern befindet sich inmitten zahlreicher Bemühungen seitens Politik, Wirtschaft und Kultur. Die gemeinsame Zielrichtung aller Initiativen ist es, eine Win-Win-Situation zu schaffen, bei der es für die betroffenen Länder um die Beförderung des Vorankommens auf dem Weg nach Europa, konkret in die EU, und für die einzelnen Studienbewerber um eine gute Ausbildung in einer pluralistischen Gesellschaft und - nicht zuletzt - für die deutschen Hochschulen um die Gewinnung bester Studienbewerber geht.
Die Organisation und Verwaltung des Stipendienprogramms liegt - in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Akademischen Auslandsämter der vier Hochschulen - beim Studienfonds OWL, der im Jahr 2006 von den fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe gegründet wurde, um besonders begabte und im Einzelfall bedürftige Studierende per Stipendium sowohl finanziell als auch ideell zu fördern.