Bielefeld (fhb). Informationen aus erster Hand über das deutsche Hochschulsystem, insbesondere über die Aufgaben und Leistungen der Fachhochschulen, gab es gestern für Dr. Carl Amrhein, den Präsidenten der University of Alberta mit Sitz im kanadischen Admonton. Er besuchte die Fachhochschule Bielefeld und hatte gleich vier Gesprächspartner: Vizepräsident Prof. Dr. Friedrich Biegler-König, Prof. Dr. Christian Schröder vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik, Kerstin Sommer vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit sowie Dr. Ursula Frank vom Verler Unternehmen Beckhoff Automation GmbH.
Im Mittelpunkt standen die Themenfelder praxisintegrierte Lehre und anwendungsorientierte Forschung. Biegler-König verwies unter anderem auf die sehr guten Erfahrungen der Hochschule bei der gemeinsamen Ausbildung von Studierenden mit regionalen Partnern. Er machte aber auch auf die vergleichsweise hohen Lehrverpflichtungen der Professorenschaft aufmerksam und auf das Fehlen eines akademischen Mittelbaus, der an den Universitäten selbstverständlich sei, um etwa in der Forschung erfolgreich arbeiten zu können.
Dass Fachhochschulen sich dennoch durchaus auf Augenhöhe mit den Universitäten befinden, verdeutlichte Professor Schröder. Das gemeinsam von seinem Fachbereich mit der Firma Miele betriebene Forschungsinstitut Mieletec und das mit der Universität Bielefeld unlängst gestartete Forschungskolleg "Modellbasierte Realisierung intelligenter Systeme in der Nano- und Bio-Technologie (MoRitS) nannte er als Beispiele einer gelungenen, anerkannten FH-Positionierung.
Dr. Ursula Frank erläuterte das Unternehmensinteresse an der Zusammenarbeit mit der FH Bielefeld, um den richtigen Nachwuchs rechtzeitig kennenlernen und mit ausbilden zu können. Kerstin Sommer, die am Fachbereich im Bachelor-Studiengang International Studies in Management aktiv ist, stellte die internationalen Kooperationen vor und erklärte das Interesse des Fachbereichs an einem Studierendenaustausch mit der University of Alberta.
Seine Universität habe, so ihr Präsident Amrhein, als bislang einzige in Kanada eine gezielte Berufungspolitik betrieben, um praxiserfahrene Professoren für Lehre und Forschung zu gewinnen. Eine Kooperation mit der FH Bielefeld kommt ihm gelegen: Er lud Professor Schröder ein, ihn in Edmonton zu besuchen.