Global Minds, Local Stories: ViSiB ehrt internationale Studierende von HSBI sowie Universität und macht ihre Erfahrungen zwischen Fremdsein und Ankommen sichtbar
Beim Sommerfest des Vereins zur Förderung internationaler Studierender in Bielefeld (ViSiB) wurden internationale Studierende der Hochschule Bielefeld und der Universität Bielefeld für ihr besonderes Engagement im interkulturellen Austausch ausgezeichnet. Persönliche Erfahrungsberichte zwischen Kulturschock, Integration und Ankommen in Deutschland standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.Die Preisträger:innen zusammen mit (v.l.) Michael W. Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Böllhoff Gruppe und Vorsitzender von ViSiB, Prof. Dr. Volker Dürr, Laudator der Uni Bielefeld, Prof. Dr. Andreas Unger, Laudator der HSBI, Judith Peltz von der HSBI und Prof. Dr. Michaela Vogt von der Uni Bielefeld.
Bielefeld (hsbi). Wie ist es, in einem neuen Land anzukommen – zwischen Sprachbarrieren, unbekannten Gewohnheiten und den vielen kleinen Momenten, die Fremdes langsam vertraut werden lassen? Antworten auf diese Frage standen im Mittelpunkt des diesjährigen Sommerfestes des Vereins zur Förderung internationaler Studierender in Bielefeld (ViSiB), bei dem rund 75 Gäste aus Hochschulen, Wirtschaft und Stadtgesellschaft im Konferenzbereich der Hochschule Bielefeld (HSBI) zusammenkamen.
Der Verein setzt sich seit mehr als 40 Jahren für internationale Studierende in der Region ein. Neben finanzieller Unterstützung in Notlagen erhalten die Studierenden auch Hilfen beim Ankommen in Bielefeld. Zusätzlich ehrt der Verein im Rahmen des ViSiB-Sommerfestes jährlich Studierende der HSBI und der Universität Bielefeld, die sich in besonderer Weise akademisch, gesellschaftlich oder interkulturell für ihre Hochschule und die Gemeinschaft engagieren.
Internationale Studierende sind eine Bereicherung für die Hochschulen
Michael W. Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Böllhoff Gruppe und Vorsitzender von ViSiB, begrüßte die Gäste.
ViSiB-Vorstandsvorsitzender Michael W. Böllhoff, Judith Peltz, Vizepräsidentin Internationales der HSBI, und Prof. Dr. Michaela Vogt, Prorektorin für Internationales, Diversität und Gesellschaft an der Universität Bielefeld, eröffneten den Abend und hoben die Rolle internationaler Studierender für die Region hervor. Internationale Absolvent:innen sind laut dem Unternehmer Böllhoff nicht nur eine Bereicherung für die Hochschulen, sondern auch für Wirtschaft, Forschungseinrichtungen und die Gesellschaft in Ostwestfalen-Lippe insgesamt.
„ViSiB macht seit 40 Jahren das, was man sich erhofft, wenn man in einem neuen Land ankommt: Kontakte herstellen in die Region und in die Wirtschaft und in allen Lebenslagen helfen“, betonte Judith Peltz in ihrem Grußwort. Prof. Dr. Michaela Vogt ergänzte: „ViSiB zeigt seit Jahrzehnten, was gelebte Willkommenskultur bedeutet: Internationale Studierende konkret zu unterstützen, ihnen Orientierung zu geben und auch in schwierigen Situationen verlässlich an ihrer Seite zu stehen. Dieses Engagement ist für den Studienstandort Bielefeld von unschätzbarem Wert.“
Global Minds, Local Stories: interkulturelle Erlebnisse zwischen Fremdsein und Ankommen
Im Zentrum des Abends stand in diesem Jahr ein Perspektivwechsel: Internationale Studierende berichteten persönlich von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland. Unter dem Titel „Global Minds, Local Stories – Interkulturelle Erlebnisse zwischen Fremdsein und Ankommen“ schilderten Treasure Njimbong Jing (HSBI) und Hope Onwenu (Universität Bielefeld) Situationen zwischen Kulturschock, Missverständnis und unerwarteter Nähe – mal humorvoll, mal irritierend, mal berührend.
Hope Onwenu schilderte, wie ein erster Aufenthalt sie überzeugte, zum Studium nach Bielefeld zu kommen: „Mein erster Eindruck von Deutschland war sozusagen ein ‚Testbesuch‘ aus der Türkei und nicht aus meiner Heimat Uganda. Dieser Besuch war so schön, dass mich das überzeugt hat, meine Sachen zu packen und nach Deutschland, genauer gesagt nach Bielefeld, zum Studieren zu ziehen.“
Die internationalen Studierenden Hope Onwenu (l.) und Treasure Njimbong Jing (r.) berichteten persönlich von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland.
Treasure Njimbong Jing beschrieb das Ankommen an der Hochschule mit einem besonderen Bild: „Die Hochschule ist wie ein Käsekuchen, mein Lieblingskuchen übrigens: Viele verschiedene Schichten, die unerwarteter Weise gut zusammenpassen – eine Mischung aus Heimweh, Bürokratie, finanzieller Hilfe und Freundschaften.“
Besonders die Mischung aus humorvollen und ernsten Erlebnissen machte deutlich, wie prägend die ersten Monate in einem neuen Land sind und wie wichtig Offenheit, Begegnung und strukturierte Unterstützung beim Ankommen für internationale Studierende sind. Viele von ihnen entscheiden sich trotz anfänglicher Herausforderungen bewusst dafür, ihr Studium und ihre Zukunft in Ostwestfalen-Lippe zu gestalten.
ViSiB-Preisträger der HSBI: Michael Konadu Ampadu baut Brücken am Campus Gütersloh
Michael Konadu Ampadu, Preisträger der HSBI, studiert den Bachelorstudiengang „Mechatronics and Automation“ am Campus Gütersloh.
Einer der beiden mit jeweils 750 Euro dotierten ViSiB-Preise ging in diesem Jahr an Michael Konadu Ampadu von der HSBI. Er studiert seit dem Wintersemester den englischsprachigen Bachelorstudiengang „Mechatronics and Automation“ am Campus Gütersloh. Nominiert wurde er von Prof. Dr. Mariam Dopslaf, die Laudatio übernahm der Studiengangsleiter Prof. Dr. Andreas Unger.
Seit Beginn seines Studiums engagiert sich Ampadu in besonderer Weise für den Austausch zwischen internationalen und deutschen Studierenden. Er unterstützt internationale Kommiliton:innen bei organisatorischen, sprachlichen und kulturellen Fragen und fördert aktiv die Vernetzung am Campus Gütersloh. Darüber hinaus betreibt er einen eigenen YouTube-Kanal mit praktischen Tipps für internationale Studierende in Deutschland und engagiert sich in einer Bielefelder Kirchengemeinde für interkulturelle Begegnungen. Sein Einsatz, so die Laudatio, leiste einen wichtigen Beitrag zu einem offenen und internationalen Campusleben.
„Michael ist für mich ein Brückenbauer: Vor allem mit seinem YouTube-Kanal gibt er jungen Menschen aus aller Welt Orientierung und unterstützt sie dabei, in unserer Sprache, unserer Gesellschaft und an unserer Hochschule anzukommen. Mut, Stärke und Gemeinschaft prägen sein Wirken, und wir sind sehr stolz, ihn als Teil unserer Hochschule zu haben“, so Prof. Dr. Andreas Unger.
ViSiB-Preisträgerin der Universität Bielefeld: Mansi Dave verbindet herausragende wissenschaftliche Leistungen und Engagement im Studienalltag
Mansi Dave, Preisträgerin der Universität, studiert den Masterstudiengang „Behaviour: From Neural Mechanisms to Evolution“.
Als Preisträgerin der Universität Bielefeld wurde die internationale Masterstudentin Mansi Dave ausgezeichnet. Sie studiert seit dem Wintersemester 2023/2024 im internationalen Masterstudiengang „Behaviour: From Neural Mechanisms to Evolution“. „Mit ihren außergewöhnlichen Leistungen und ihrer schnellen Integration in das Studien- und Laborleben hat Mansi von Beginn an überzeugt. Dass sie als erste Absolventin dieses seit über 20 Jahren bestehenden Studiengangs diesen Preis erhält, ist eine besondere Auszeichnung und ein bemerkenswerter Erfolg“, sagte Prof. Dr. Volker Dürr, Professor an der Fakultät für Biologie, in seiner Laudatio.
Besonders hervorgehoben wurde ihre Masterarbeit zum Lernverhalten von Bienen, in der sie einen außergewöhnlich umfangreichen und publikationswürdigen Datensatz erhoben und ausgewertet hat.
Neben ihrer Forschung brachte sich Mansi Dave in Laborpraktika und Teamarbeiten mit Offenheit, Kommunikationsstärke und wissenschaftlicher Neugier ein. Ihre Fähigkeit, sich eigenständig in anspruchsvolle theoretische und analytische Themenfelder einzuarbeiten, mache sie, so die Laudatio, zu einer außergewöhnlich leistungsstarken und vorbildlichen internationalen Studentin.
Think global, act local: ViSiB vernetzt Hochschulen, Wirtschaft und Stadtgesellschaft
Rund 75 Gäste aus Hochschulen, Wirtschaft und Stadtgesellschaft kamen im Konferenzbereich der HSBI zusammen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1985 unterstützt ViSiB internationale Studierende in der Region und bringt Hochschulen, Unternehmen und Stadtgesellschaft zusammen. Mit Veranstaltungen wie dem Sommerfest schafft der Verein Räume für Austausch, Vernetzung sowie gegenseitiges Verständnis und macht zugleich sichtbar, welchen Beitrag internationale Studierende für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Region leisten.
Michael W. Böllhoff betonte die Bedeutung der ViSiB-Stipendien für die internationalen Studierenden und die Arbeit der International Offices der beiden beteiligten Hochschulen: „‚Think global, act local‘ ist für die Böllhoff Gruppe und mich mehr als ein Leitsatz. Die tägliche Unterstützung, Vernetzung und Begleitung internationaler Studierender durch die International Offices ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wichtig lokales Engagement für internationale Erfolge ist. Mein Dank gilt allen Beteiligten – und meine Anerkennung den Studierenden, die die Herausforderung eines Studiums in einem fremden Land mit großem Erfolg meistern.“ (kon/abo)
Weitere Informationen
Damit der Verein internationale Studierende auch künftig bei ihrem Ankommen und ihrer Vernetzung in der Region unterstützen kann, setzt der ViSiB e.V. weiterhin auf engagierte Mitglieder und Partner aus Hochschulen, Unternehmen und Gesellschaft. Willkommen sind alle, die sich für internationale Begegnung, kulturellen Austausch und ein offenes Miteinander in Bielefeld einsetzen möchten. Kontakt: visib@uni-bielefeld.de