Beim Makeathon „Future Energies“ entwickelten rund 30 Teilnehmende in acht Teams innovative Lösungen für konkrete Herausforderungen der Energiewende. Fünf Studierende des Bachelorstudiengangs Regenerative Energien der HSBI waren an allen prämierten Teams beteiligt.Rund 30 Studierende, Meisterschüler und Gründende haben am Wochenende in der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld Lösungen für die Energiewende entwickelt.
Rund 30 Studierende, Meisterschüler und Gründende haben beim Makeathon „Future Energies" in der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld innerhalb von zwei Tagen Lösungen für Herausforderungen der Energiewende entwickelt. In acht Teams traten die Teilnehmenden gegeneinander an. Die besten Ideen – von einer Software zur Bewertung von Windkraftpotenzialen auf Firmendächern über einen Sandspeicher für überschüssige Energie bis zu einem digitalen Stromausfall-Check – wurden von einer Jury ausgewählt und mit insgesamt 5.000 Euro prämiert. Ausgerichtet wurde der Makeathon von der OWL GmbH gemeinsam mit dem Fraunhofer IEM, der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld, dem Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, der Hochschule Bielefeld (HSBI), der Technischen Hochschule OWL und der IHK Akademie. Das Preisgeld wurde von Westfalen Weser zur Verfügung gestellt.
Nachwuchskräfte entwickeln Lösungen für reale Herausforderungen
Das spätere Sieger:innenteam bei der Ideenfindung (v. l.): Mohamed Mohamed Cheikh (TH OWL), Liam Poggengerd (Handwerkskammer OWL), Farah Ajak (HSBI) und Sven Nolte (Handwerkskammer OWL).
Die Idee des Makeathons (von to make und Marathon): Unternehmen bringen ihre aktuellen Fragestellungen mit. Verschiedene Teams entwickeln in zwei Tagessprints neue Lösungsideen dazu. So erhalten die Betriebe neue Perspektiven von außen, die Teams Einblicke in die Unternehmenspraxis. „Die Ergebnisse des Makeathons zeigen, welches Innovationspotenzial entsteht, wenn Nachwuchskräfte aus Handwerk, Hochschule, Unternehmen und Start-ups ihre kreativen Ideen zusammenbringen und über den Tellerrand schauen. In nur zwei Tagen haben die Teams Lösungen für reale Herausforderungen entwickelt. Genau diese Zusammenarbeit, Dynamik und Schwarmintelligenz brauchen wir für die Energiewende in OWL“, sagt Wolfgang Marquardt, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH. Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin der Handwerkskammer OWL ergänzt: „Die Energiewende muss umgesetzt werden: Energiemanagementsysteme müssen aufgebaut, Wallboxen und Wärmepumpen installiert werden, und das zunehmend in Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Dazu entwickeln wir Formate wie den Makeathon, in denen junge Talente diese Arbeitsweisen und Methoden trainieren können.“
Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Leiterin des Bachelorstudiengangs Regenerative Energien.
„Aus Sicht der Hochschule Bielefeld zeigt der Makeathon ‚Future Energies‘ eindrucksvoll, welchen Mehrwert anwendungsorientierte Lehre und interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Fachkräfte von morgen schaffen“, betont Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Leiterin des Bachelorstudiengangs Regenerative Energien an der HSBI. „Studierende arbeiten an realen Herausforderungen aus Unternehmen und wenden ihr theoretisches Wissen unmittelbar in der Praxis an. Dadurch erwerben sie nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern stärken auch zentrale Zukunftsfähigkeiten wie Innovationskraft, Teamarbeit, kreatives Problemlösen und unternehmerisches Denken.“
Sieger:innenteam entwickelt Software zur Bewertung von Windkraftpotenzialen
Lösungsideen für die Energiewende: Die drei Siegerteams erhalten Preisgelder von insgesamt 5.000 Euro.
Den ersten Platz hat das Team „Roofwind“ mit Sven Nolte, Liam Poggengerd (beide Handwerkskammer OWL), Farah Ajak (Hochschule Bielefeld) und Mohamed Mohamed Cheikh (Technische Hochschule OWL) belegt. Das Bielefelder Unternehmen Parker Hannifin hatte die Fragestellung eingereicht, ob die Ausstattung eines bisher ungenutzten Firmendachs mit kleinen Windkraftanlagen sinnvoll sein könnte. Das Team analysierte zunächst den Standort in Bielefeld und kam zu dem Ergebnis, dass kleine Windkraftanlagen dort nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. Darauf aufbauend entwickelte es eine Software, mit der Parker Hannifin auch das Windkraftpotenzial seiner internationalen Standorte bewerten kann. Mit dieser Idee sicherte sich das Team ein Preisgeld von 3.000 Euro.
Platz zwei:Sandspeicher und digitales Tool zur Bewertung der Energiesicherheit
„Für die Hochschule Bielefeld ist der Makeathon [...] weit mehr als ein Wettbewerb. Er ist ein Lern- und Innovationslabor, in dem Studierende Verantwortung übernehmen, Netzwerke knüpfen und Lösungen für gesellschaftlich relevante Herausforderungen entwickeln.“
Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Leiterin des Bachelorstudiengangs Regenerative Energien
Den zweiten Platz teilten sich zwei Gruppen: Das Team „TeutoTherm“ mit Rouven Meyer, Fabian Umhang (beide Hochschule Bielefeld), Parves Rumi (Fraunhofer IEM) und Philipp Schmutte (Technische Hochschule OWL) hat ein Konzept für die Nutzung von Sand als Speicher für überschüssigen Strom entwickelt. Bei starkem Wind oder hoher Sonneneinstrahlung produzieren erneuerbare Energiequellen häufig mehr Energie, als das Netz abnehmen kann. Diese Energie könnte zukünftig in einem Sandspeicher gespeichert werden, indem Sand auf bis zu 600 Grad erhitzt wird. Die gespeicherte Wärme könnte später wieder zur Energieversorgung genutzt werden. Eingereicht wurde die Herausforderung von Westfalen Weser. „Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Der Makeathon zeigt, wie wertvoll neue Perspektiven sind: Die Teams haben in kurzer Zeit kreative Lösungsansätze für konkrete Herausforderungen entwickelt“, sagt Katja Voß, Leiterin Strategische Geschäftsfeldentwicklung bei Westfalen Weser.
Ebenfalls auf dem zweiten Platz landete das Team „Netzpiloten“ mit Amar Akram, Björn-Hard Astroth (beide Hochschule Bielefeld) und Dominic Beckhoff (Handwerkskammer OWL). Aufgabe war es hier eine Methode zu entwickeln, mit der Unternehmen ihre eigene Anfälligkeit für Stromausfälle prüfen können. Dafür hat das Team ein digitales Werkzeug geschaffen, in dem verschiedene Kennzahlen abgefragt werden, die für die Energieversorgung eines Betriebs relevant sind. Anschließend wird eine Auswertung erstellt, in der das Unternehmen eine Wertung sowie erste Handlungsempfehlungen zur Verbesserung seiner Widerstandsfähigkeit erhält. Zudem kann die Analyse mit wenigen Klicks an Westfalen Weser weitergeleitet werden, die auch diese Challenge eingereicht hatte.
HSBI-Studierende überzeugen in allen prämierten Teams
Besonders erfreulich ist laut Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp die starke Leistung der Studierenden der HSBI: „Fünf Studierende des Bachelorstudiengangs Regenerative Energien der HSBI waren an allen drei prämierten Teams beteiligt und trugen mit ihren Ideen und ihrer fachlichen Expertise maßgeblich zu den ausgezeichneten Lösungen bei: vom Siegerprojekt für die Bewertung von Windkraftpotenzialen auf Firmendächern über einen innovativen Sandspeicher bis hin zu einem digitalen Tool zur Bewertung der Energiesicherheit von Unternehmen. Für die Hochschule Bielefeld ist der Makeathon deshalb weit mehr als ein Wettbewerb. Er ist ein Lern- und Innovationslabor, in dem Studierende Verantwortung übernehmen, Netzwerke knüpfen und Lösungen für gesellschaftlich relevante Herausforderungen entwickeln.“ (OWL GmbH/abo)
Projekt Green.OWL
Der Makeathon Future Energies ist Teil des Projekts Green.OWL, mit dem die OstWestfalenLippe GmbH gemeinsam mit dem Fraunhofer IEM, dem Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn und 40 weiteren assoziierten Partnern einen Masterplan umsetzen will. Ziel ist die Entwicklung von Ostwestfalen-Lippe zu einer Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften. Das Projekt wird im Rahmen des Projektaufrufs Regio.NRW – Transformation aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.