Am diesjährigen bundesweiten Girls’ und Boys’ Day am 23. April schnupperten 75 Schülerinnen und 10 Schüler Hochschulluft an der Hochschule Bielefeld und bekamen Einblicke in Berufsfelder und Studiengänge in Bielefeld, Minden und Gütersloh.Diese Schülerinnen haben gelernt, wie ein Computer von innen aussieht und was man daran reparieren kann.
Bielefeld/Minden/Gütersloh (hsbi). Einmal im Jahr gibt es für Mädchen und Jungen die Möglichkeit, in Berufe an der HSBI zu schnuppern, in denen das jeweilige Geschlecht statistisch unterrepräsentiert ist. Im Rahmen des bundesweiten Programms Girls’ und Boys’ Day wurden an diesem Tag unterschiedliche Aktionen an den drei Standorten der HSBI angeboten. Dabei konnten die Kinder Studiengänge und Berufsfelder kennenlernen, einen Einblick in die Hochschule erhalten und die Begeisterung von Vorbildern erleben, die extra für diesen Tag ein Programm konzipiert haben.
An den Standorten in Bielefeld, Minden und Gütersloh kamen insgesamt 75 Mädchen für Programmangebote aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zusammen. Sie konnten praxisnahe Eindrücke in Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Informatik an der HSBI sammeln. Die Jungs konnten im Rahmen des Boys‘ Day am Fachbereich Gesundheit das Studium und die Ausbildung zum Berufsfeld des Pflegefachmanns kennenlernen.
Experimente im Schüler:innenlabor in Bielefeld und Gütersloh
Für ihre eigenen Lampen haben diese Mädchen am Campus Gütersloh einen Stromkreis gebaut, Holz zugeschnitten und gestaltet und gelernt, warum eine LED überhaupt leuchtet.
KI-Anwendungen sind mittlerweile alltäglich geworden. Wieso Künstliche Intelligenz funktioniert und wie sie lernt, das konnten 14 Schülerinnen im experiMINT Schüler:innenlabor am Campus Bielefeld herausfinden. Sie haben dort verschiedene KI-Tools kennengelernt, kleine Experimente gemacht und sich in einer ersten Programmiersprache versucht. Nach dem ersten Kennenlern-Experiment durften die Schülerinnen auch selbst Bilder mithilfe von KI erstellen und darüber reflektieren. Thematisch ging es auch um die Verbindung aus Umweltschutz und KI.
Im experiMINT diGiTal Schüler:innenlabor am Campus Gütersloh arbeiteten zwölf Schülerinnen an einer eigenen Lampe für ihr Zimmer. Dafür lernten sie zunächst, einen kleinen Stromkreis zu bauen. Das Holz für die Lampe durften sie mit einem Lasercutter bearbeiten und individuelle Muster eingravieren. Warum die LEDs leuchten und wie dabei verschiedene Farben entstehen, können die kleinen Ingenieurinnen nun ebenfalls erklären.
Die Mädchen hatten einen guten Blick für KI-generierte Fotos und konnten sie im KI-Quiz nach einigen Hinweisen gut erkennen.
Einsicht in Netzwerktechnik, IT und Angewandte Mathematik
Bei „Netzwerktechnik für Anfängerinnen" am Fachbereich Wirtschaft ging es um Technologien und Prinzipien, die es ermöglichen, Computer in einem Netzwerk miteinander zu verbinden. Dabei haben die Mädchen auch selbst Netzwerkkabel hergestellt.
Ebenfalls am Campus Bielefeld konnten Schülerinnen etwas über Netzwerktechnik, Informatik sowie Angewandte Mathematik lernen. Bei der Netzwerktechnik geht es um Technologien und Prinzipien, die es ermöglichen, Computer in einem Netzwerk miteinander zu verbinden. In „Netzwerktechnik für Anfängerinnen“ wurde alles Wichtige über LAN, WAN, Router, Switches und Verkabelung erklärt. Außerdem konnten die 15 Schülerinnen selbst Netzwerkkabel im hauseigenen Netzwerklabor des Fachbereichs Wirtschaft basteln, testen und mit nach Hause nehmen.
In einem Angebot aus der Informatik haben die Schülerinnen gelernt, wie sie KI-Tools sinnvoll einsetzen können und was es dabei zu beachten gibt. Sie konnten in einem Quiz selbst testen, woran sie die von KI generierten Fotos erkennen. Außerdem schauten sie sich Computer von innen an und lernten, wie sie repariert werden können. Nach diesen technischen Details wurde es kreativ: Im Video-Studio der Datenverarbeitungszentrale konnten die Schülerinnen live erleben, wie Videos professionell erstellt werden. Von der Ideenfindung bis zur Veröffentlichung zeigten die HSBI-Mitarbeitenden, wie Bild und Film erstellt und bearbeitet werden können.
Die Schülerinnen lernten anhand von spielerischen Rätseln typische mathematische Herausforderungen zu lösen.
Der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik hat die jungen Gäste außerdem für Angewandte Mathematik begeistert. Mit mathematischen Rätseln zu Dreiecks- und Viereckszahlen und strategischen Kooperationsspielen wurden sie spielerisch an typische mathematische Herausforderungen herangeführt. Neben allgemeinen Informationen zu den Studiengängen haben die Schülerinnen eine Vorstellung von der Arbeit einer Mathematikerin aus erster Hand erhalten. Prof. Dr. Ulrike Rhodin stellte ihren Werdegang vor und schaute sich mit den Mädchen statistische Datenanalyse genauer an.
MINT-Studiengänge am Campus Minden
Die Schülerinnen der Jahrgangsstufen 7 bis 9 arbeiteten am Campus Minden an einem fiktiven Produkt.
Am Campus Minden erhielten zwölf Schülerinnen praxisnahe Einblicke in die dort angebotenen MINT-Studiengänge. Mit einem studiengangsübergreifenden Projekt wurden modellhaft Inhalte von ingenieurtechnischen Berufen vermittelt. Anhand einer Übungsfirma konnten die Konstruktion, der Bau und die Vermarktung eines fiktionalen Produktes erlebt werden. Dafür hatten die Schülerinnen der Jahrgangsstufen 7 bis 9 die Aufgabe, das Design eines Motorrades mit einem Architektur-Programm farblich auf eine bestimmte Zielgruppe anzupassen. Auch lernten sie, wie die Schaltung eines Fahrerassistenzsystems entwickelt und das Produkt auf einer Website vermarktet wird. Nach einer Pause widmeten sich die Schülerinnen zudem den Berufsfeldern im Bau- und Architekturbereich. Mit einem originellen Architektur-Memory wurden Fotos und Grundrisse prägnanten Gebäuden zugeordnet und Projektbeispiele besprochen.
Boys’ Day in der Pflege
Die zehn Jungen lernten am Fachbereich Gesundheit, was das Pflegestudium ausmacht und konnten ihr Wissen über Organe, Sehschwächen und pflegerische Notsituationen ausweiten.
Wie sich Alt-Sein anfühlt und wie die Arbeitswelt eines Pflegefachmanns aussehen kann, konnten zehn Schüler im Skills Lab Pflege erleben. Ihnen wurden allgemeine Informationen zum Bachelorstudiengang Pflege an der HSBI und dem späteren Berufsalltag vermittelt. Zusätzlich konnten die Jungen selbst einiges ausprobieren: Mit speziellen Brillen, die altersbedingte oder durch Krankheit verursachte Sehschwäche simulieren, wagten sie gemeinsam einen Rundgang durch das HSBI-Gebäude. Außerdem simulierten sie im Skills Lab einige Notsituationen und den richtigen Umgang damit. Sie lernten zum Beispiel eine Reanimation an Übungspuppen. (nbe)