Projektstart für „Spürnasenzeit – Kinder forschen“ an der HSBI: Neue MINT-Initiative für Bielefelder Kitas durch Kooperation mit dem Bildungsbüro Bielefeld und der Stiftung „Kinder forschen“
In Bielefelder Kitas bekommen Kinder künftig noch mehr Gelegenheit, spielerisch Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu entdecken. Studierende der Kindheitspädagogik und der Sozialen Arbeit an der Hochschule Bielefeld werden dafür gezielt qualifiziert und bringen ihr Wissen direkt in die Kitas ein. Bielefelder Kitas, die Interesse an der Durchführung der Spürnasenzeiten haben, können sich bei der HSBI melden.Freuen sich auf das Kooperationsprojekt: (v.l.) Insa Schlumbohm (Bildungsbüro Bielefeld), Prof. Dr. Michael Stricker (Dekan Fachbereich Sozialwesen), Dr. Wiebke Esdar (Aufsichtsratvorsitzende Stadtwerke Bielefeld GmbH), Daniela Vogtländer, Milena Förster (beide HSBI), Anna Behring (Stiftung 'Kinder forschen'), Prof. Dr. Helen Knauf (HSBI) und Dr. Ulrich Hüttemann (Hüttemann-Stiftung).
Bielefeld (hsbi). Mit dem neuen Projekt „Spürnasenzeit – Kinder forschen“ stärkt die Hochschule Bielefeld (HSBI) gemeinsam mit dem Bildungsbüro der Stadt Bielefeld und der vom Bundesbildungsministerium geförderten Stiftung Kinder forschen die frühe MINT-Bildung in Kindertageseinrichtungen. Ziel ist es, Kinder im Kita-Alter nachhaltig für naturwissenschaftliche, mathematische, technische und ökologische Zusammenhänge zu begeistern, und das alltagsnah, spielerisch und mit hoher pädagogischer Qualität.
Das Projekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Helen Knauf, Professorin für Bildung und Sozialisation im Kindesalter am Fachbereich Sozialwesen der HSBI umgesetzt. Studierende der Studiengänge Kindheitspädagogik und Soziale Arbeit werden gezielt dafür qualifiziert, Bildungsangebote in den Bereichen MINT zu planen und in Bielefelder Kitas durchzuführen. Dabei orientieren sie sich an den Konzepten der Stiftung Kinder forschen.
Wöchentliche „Spürnasenzeiten“ in Kitas
Bielefelder Kitas, die Interesse an der Durchführung der Spürnasenzeiten haben, können sich per Mail an die Projektkoordinatorin Daniela Vogtländer wenden (spuernasenzeit-fb4@hsbi.de).
Wöchentlich gestalten die Studierenden sogenannte „Spürnasenzeiten“ in den Kitas. In diesen zwei Stunden kommen sie mit Alltags- und Forschermaterialien in die Einrichtungen und gestalten kindgerechte Experimente und Entdeckungsangebote. Dabei laden sie Kinder zwischen drei und sechs Jahren ein, mit Neugier und Entdeckergeist auf Spurensuche zu gehen, Fragen zu stellen und zu experimentieren und eröffnen damit Zugänge zu Themen wie nachhaltiger Entwicklung, etwa im Umgang mit Ressourcen, Umweltphänomenen oder Alltagsmaterialien. So werden sowohl naturwissenschaftlich-technische als auch nachhaltigkeitsbezogene Lernprozesse früh angeregt.
Bei den „Spürnasenzeiten“ kommen HSBI-Studierende mit Alltags- und Forschermaterialien in Kitas und gestalten kindgerechte Experimente und Entdeckungsangebote.
„Gleichzeitig unterstützen wir mit dem Projekt die pädagogischen Teams vor Ort und geben ihnen neue Impulse für ihre tägliche Arbeit. Davon profitieren nicht nur die Kinder und Fachkräfte, sondern auch die Qualität der Ausbildung insgesamt“, erläutert Susanne Beckmann, Amtsleitung des Amtes für Schule, zu dem das Bildungsbüro gehört. „Wir freuen uns, dass wir viele unterschiedliche Partner:innen aus Bildungsregion Bielefeld für dieses Projekt zusammenbringen konnten.“
Entstanden aus dem Makerthon „Kita neu denken“
Prof. Dr. Helen Knauf (l.) und Mitarbeiterin Milena Förster (r.) leiten das Projekt „Spürnasenzeit" an der HSBI.
Die Idee für „Spürnasenzeit – Kinder forschen“ entstand im Rahmen des Makerthons „Kita neu denken“ an der Hochschule Bielefeld, der im Mai 2025 von Prof. Helen Knauf und Mitarbeiterin Milena Förster veranstaltet wurde. Über drei Tage hinweg arbeiteten Studierende der HSBI und der Universität Bielefeld gemeinsam mit Praxispartner:innen an innovativen Ansätzen für die frühkindliche Bildung. Das Bildungsbüro Bielefeld war als Praxispartner am Makerthon beteiligt und gab den entscheidenden Impuls für die Initiierung des Projekts. „Der Makerthon war ein wichtiger Ausgangspunkt, an dem deutlich wurde, welches Potenzial in praxisnahen Innovationsformaten steckt. Die Spürnasenzeit übersetzt diese Impulse nun in ein Bildungsangebot für Kitas“, sagt Prof. Dr. Helen Knauf.
Als lokaler Partner der Stiftung „Kinder forschen“ stellt das Bildungsbüro zudem die Qualifizierung der Studierenden im Bereich früher MINT-Bildung sicher: Anna Behring, Trainerin der Stiftung „Kinder forschen“ für die Region Bielefeld, übernimmt diese im Projekt.
„Zusammenspiel von Hochschule, Praxis und Förderpartnern"
Ziel des Projektes ist es, Kinder im Kita-Alter nachhaltig für naturwissenschaftliche, mathematische, technische und ökologische Zusammenhänge zu begeistern.
Einen wesentlichen Beitrag zur Anbahnung und Konzeption des Projekts leistete Milena Förster. „Dass die Spürnasenzeiten jetzt an den Start gehen, verdanken wir besonders den Stadtwerken Bielefeld und der Hüttemann-Stiftung, die das Projekt finanzieren. Das ermöglicht uns, das Projekt qualitätvoll aufzubauen und die Durchführung in den Kitas verlässlich zu gestalten“, so Förster.
„Mit der Spürnasenzeit schaffen wir einen Raum, in dem Kinder ihrer Neugier folgen, die Welt forschend entdecken und früh ein Bewusstsein für nachhaltiges Denken und Handeln entwickeln können. Dass wir dafür Hochschule, Kitas und engagierte Partner aus der Stadt zusammenbringen, ist etwas ganz Besonderes – denn so entsteht ein Projekt, das frühkindliche Bildung stärkt und Verantwortung für die Zukunft direkt vor Ort vermittelt“, so Dr. Wiebke Esdar, Vorstandsvorsitzende der Stiftung der Stadtwerke Bielefeld.
Nuhadra Hanna, Jessy Fritzke und Christoph Lochmüller (v.l.n.r.) sind drei der Studierenden, die im Projekt mitarbeiten. Sie kommen mit Alltags- und Forschungsmaterialien in Kitas und gestalten kindgerechte Experimente und Entdeckungsangebote.
Dr. Ulrich Hüttemann der Hüttemann-Stiftung hebt das Potenzial der frühen MINT-Förderung hervor: „Kinder bereits im frühen Alter zum Forschen zu bewegen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich in der Schule in den MINT-Fächern sowie später in den Natur- und Ingenieurwissenschaften engagieren. Das sind die Bereiche, die für unsere Zukunft mit entscheidend sind.“
Projektkoordinatorin Daniela Vogtländer betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Spürnasenzeit ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer gemeinsamen Idee im Zusammenspiel von Hochschule, Praxis und Förderpartnern ein konkretes Bildungsprojekt entstehen kann, das direkt in den Kitas wirkt.“ (Text: Projektteam/she)
Über das Projekt
Bielefelder Kitas, die Interesse an der Durchführung der Spürnasenzeiten haben, können sich per Mail an die Projektkoordinatorin Daniela Vogtländer wenden (spuernasenzeit-fb4@hsbi.de).
Der offizielle Projektstart ist der 30. April 2026. Im Mai 2026 werden die Studierenden von der Stiftung Kinder forschen qualifiziert, damit sie ab Sommer 2026 in den ersten Kitas aktiv werden können.
Das Projekt wird in Kooperation mit dem Bildungsbüro der Stadt Bielefeld durchgeführt und über drei Jahre von der Stiftung der Stadtwerke Bielefeld GmbH und der Hüttemann-Stiftung gefördert. „Spürnasenzeit – Kinder forschen“ verbindet wissenschaftliche Ausbildung, Praxistransfer sowie MINT-Bildung und setzt damit neue Impulse für eine zukunftsorientierte frühkindliche Bildung in Bielefelder Kitas.