16.07.2026

So klingt die Werkschau: HSBI-Studierende produzieren Radiobeiträge über die Entstehung der Abschlussarbeiten am Fachbereich Gestaltung

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Tonaufnahmen ganz nah dran: Absolvent der Studienrichtung Fotografie und Bildmedien Marvin Krullmann (rechts) und Leiter der Objektwerkstatt Jürgen Berger (links) beim Bau des „Agora-Ausstellungstisches”, der während der Werkschau zum zentralen Ort einer designtheoretischen Untersuchung zur Kritik an digital vermittelten Abonnementmodellen werden wird. © Spencer Kromberg
Matteo Busch spricht in ein Mikro
Chefredakteur Matteo Busch im Studio bei Radio Hertz87.9. bereitet die Workshopteilnehmer:innen auf die LIVE-Sendung am 21. Juli vor, indem er ein spontanes Interview unter LIVE-Bedingungen führt und so ein Gefühl für das vermittelt, was auf die Studierenden zukommt. Foto: Marcus Wildelau
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Blick ins Studio von Hertz87.9, wo die LIVE-Interviews stattfinden werden. Foto: Marcus Wildelau
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Bachelor-Studenten der Gestaltung Tim Kuhn (links) und Maik Schneiker beim LIVE-Training im Hertz87.9-Studio. Beide haben am Workshop teilgenommen und Features erstellt. Foto: Marcus Wildelau
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Dr. Marina Böddeker, freie Journalistin und Referentin für Wissenschaftskommunikation sowie Programmbeitratsvorsitzende von Radio Hertz87.9 gibt im Studio des Campusradios ein Sprechtraining und achtet nicht nur auf Duktus und Aussprache sondern auch auf das „erzählende Lesen” am Mikrofon. Foto: Marcus Wildelau
In Kooperation mit dem Campusradio Hertz87.9 haben Gestaltungs-Studierende der HSBI gelernt, wie sich spannende Geschichten ausschließlich über die Tonspur erzählen lassen. Entstanden sind vier Radiofeatures, die einen Blick hinter die Kulissen der Werkschau werfen und aus der Perspektive der Absolvent:innen berichten, wie eine Bachelor- oder Masterarbeit entsteht. Zu hören sind die Beiträge unter dem Titel „Werklauschen“ erstmalig am 21. Juli beim Campusradio Hertz87.9. Sie sollen neugierig machen auf die kommende Werkschau vom 24. bis 26. Juli.

Bielefeld (hsbi). Ob ein Hörspiel vor dem Einschlafen, das Hörbuch auf langen Autofahrten oder ein informativer Podcast: Auf der Tonspur lassen sich auf ganz unterschiedliche Weise Geschichten erzählen. Welcher Dramaturgie folgen sie, damit sie fesselnd sind und was macht Hörformate so erfolgreich? Wie erzählt man Geschichten, wenn gänzlich auf Visualität verzichtet wird? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende vom Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI). Die Aufgabe: Radiofeatures von maximal 15 Minuten Länge erstellen, die die Entstehung einer Abschlussarbeit aus den vier Fachrichtungen „Mode“, „Digital Media and Experiment (DMX)“, „Fotografie und Bildmedien“ sowie „Kommunikationsdesign“ begleiten – und damit einen Vorgeschmack geben auf die kommende Werkschau vom 24. bis 26. Juli. Teilnehmerin und Studentin Spencer Kromberg fand spontan den passenden Titel für dieses Projekt: „Werklauschen”.

Unterstützung vom Campusradio

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Bachelorstudent Tim Kuhn führt für das Radiofeature ein Interview mit Masterabsolvent Darius Bange über dessen audioreaktive Installation.

Für den Workshop gab es praktische Unterstützung von Expert:innen des Campusradio Hertz87.9. Dort waren Jona Steffmann und Matteo Busch aus der Chefredaktion sofort begeistert von der Idee. Steffmann: „Als wir die Einladung zu der Kooperation bekommen hatten, haben wir uns sehr gefreut. Hertz87.9 ist ja kein Campusradio exklusiv für die Universität Bielefeld, sondern eben auch ein Campusradio für die HSBI. Der Workshop war eine super Gelegenheit, die Zusammenarbeit weiter auszubauen und mehr über den Fachbereich Gestaltung zu erfahren.“

Weitere Unterstützung erhielt „Werklauschen” von Dr. Marina Böddeker, Radiojournalistin, Moderatorin und Kommunikationswissenschaftlerin und zugleich Programmbeiratsvorsitzende vom Campusradio, die viele Jahre als freiberufliche Hörfunkautorin, u.a. für das WDR-Landesstudio Bielefeld, gearbeitet hat. Sie gab den Studierenden eine Einführung in die Standards des journalistischen Arbeitens und ein Sprechtraining. Im Anschluss besuchten die Workshopteilnehmer:innen das Studio von Radio Hertz87.9, setzten die Kopfhörer auf, schalteten die Mikrofone an und sprangen gemeinsam ins kalte Wasser – Interviewprobe unter Live-Bedingungen und mit reichlich „Hertzklopfen“, wie die Expert:innen beim Campusradio es nennen.

Drei Fotos die Studierende zeigen, die Aufnahmen in einer Straße und an einer Wand machen
Für ihren Bachelorabschluss in Kommunikationsdesign sammelt Annell Kaufmann (Foto Mitte, kniend) Gegenstände in ihrer urbanen Umgebung und romantisiert diese durch das Ansprühen mit silberner Farbe. Charlotte Sülflohn und Maik Schneiker (Foto Mitte mit Mikrofon) haben sie bei einem ihrer abendlichen Streifzüge begleitet und festgehalten, wie genau das eigentlich klingt.

Abschlussarbeit als persönlichen Prozess erzählen

Und so etwa klingt der Anfang eines der vier Features: Man hört, wie eine Person durch einen Raum schreitet, Lüfter von elektronischen Geräten rauschen, irgendwo erklingt atmosphärische Musik, die lauter wird. Eine Stimme beschreibt, was man nicht sehen kann: Hunderte von an Wände projizierte Landschaftsbilder, die sich innerhalb von Sekunden immer wieder neu zusammensetzen und aus einer unerschöpflichen Datenbank zu stammen scheinen. DMX-Masterstudent Darius Bange hat in seiner Abschlussarbeit mit Hilfe von KI eine audioreaktive Installation erstellt, bei der die Betrachtenden Bilder von Naturlandschaften und atmosphärische Klänge im Raum durch Handbewegungen in Echtzeit verändern können. Die betreuende Theorieprofessorin Prof. Dr. Kirsten Wagner erläutert im Interview die besondere Relevanz der wechselnden Feld- und Vogelperspektive, die das Publikum beim Betrachten der Arbeit einnimmt.

„Ein Dokumentarfilm für die Ohren“

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Bachelorstudentin Jana Klassen (rechts) macht Tonaufnahmen in den Modewerkstätten des Fachbereichs Gestaltung, wo Masterstudentin Cara Determeyer ihren Abschluss zum Thema Carearbeit mit dem Titel Who cares? anfertigt und mit der sie betreuenden Professorin Meiken Rau spricht.

Honrarprofessor Marcus Wildelau, der am Fachbereich Gestaltung Film- und Audiogestaltung lehrt, leitete den Workshop. Wie wichtig Ton für das Storytelling beim Filmemachen ist, lernen die Studierenden am Fachbereich Gestaltung in seinen Filmseminaren der Studienrichtung Digital Media and Experiment (DMX). Gemeinsam mit Dekanin Prof. Claudia Rohrmoser entwickelte Wildelau das Konzept für den Workshop. Wildelau: „Die Abschlussarbeit ist für unsere Absolvent:innen oft etwas sehr Persönliches und kann ein herausfordernder und manchmal nervenaufreibender Prozess zwischen Kunst, Wissenschaft und der eigenen Autorenschaft sein.“  Das Radiofeature sei das passende Format für einen spannenden und nahbaren Einblick in die Abschlussarbeiten. „Das Feature ist dokumentarisch und kann trotzdem fiktionale Passagen beinhalten, es ist erzählerisch und kann auch mal Geräuschen und Musik den Vorrang geben: Quasi ein Dokumentarfilm für die Ohren! Die Hörer:innen sind ganz nah dran an der Entstehung der künstlerischen Arbeiten. Auch die betreuenden Professor:innen kommen zu Wort und erläutern Zusammenhänge, stellen kritische Fragen, sprechen mögliche Schwächen oder Stärken der Abschlussarbeiten frühzeitig an und unterstützen beim Finish“, so Wildelau.

On Air: Live-Premiere beim Campusradio am 21. Juli

Am 21. Juli zwischen 17:00h und 18:30 Uhr werden die Features live in einer Sondersendung bei Hertz87.9 präsentiert. Die acht Student:innen aus dem Workshop werden dann zu Gast bei Jona Steffmann und Matteo Busch im Studio sein und mit dem „Werklauschen” auf die Werkschau vom 24. bis 26. Juli am Fachbereich Gestaltung neugierig machen. Darüber hinaus werden die Beiträge im Werkschau-Archiv auf der Website zu hören sein. (Marcus Wildelau/she)