Bielefeld (fhb). „Ja, es ist mein Traumberuf. Und das sage ich jedem, der mich danach fragt.“ Prof. Dr. Jörg-Michael Keuntje blickt gerne zurück. Am 1. Februar 1997 hatte er am Fachbereich Wirtschaft der FH Bielefeld angefangen. Die Wirtschaftsinformatik war und ist sein Lehrgebiet. Ein paar Jahre im öffentlichen Dienst hatte er zuvor verbracht, so dass er jetzt, mit 55 Jahren, sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte, wenn man denn die Übergabe einer Ehrenurkunde durch die Präsidentin der Hochschule, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, als „Feier“ bezeichnen darf. Sechseinhalb Jahre bei Bertelsmann in Gütersloh kommen als „Dienstzeit“ hinzu. Keuntje: „Ich habe immer gerne gearbeitet, das soll auch so bleiben.“
Die Arbeitsbedingungen passen. Der promovierte Mathematiker, der an der Uni Bielefeld studiert hat, lobt die Arbeit im Team der Wirtschaftsinformatiker und die Arbeitsatmosphäre ausdrücklich. Aus dem einstigen Schwerpunktfach in der Betriebswirtschaftslehre sind mittlerweile eigenständige Bachelor- und Masterstudiengänge geworden, „und wir haben den Anspruch, aktuell, umfassend und studierendengerecht unsere Lehre zu vertreten“. Was stete Aufmerksamkeit voraussetzt: „Die Informatik ist schnelllebig, es tut sich eine Menge rund um die so genannte Industrie 4.0 und zum Beispiel um den Datenschutz.“ Betriebssysteme und Rechnernetzwerke, IT-Sicherheit und Datenverschlüsselung, das sind seine Spezialdisziplinen.
Und es gibt ein Steckenpferd, vielleicht darf das auch als „seine Mission“ bezeichnet werden: Seit fast genau zehn Jahren ist er als „Studienorientierer“ unterwegs. Soll heißen: Er besucht regelmäßig Schulen in Ostwestfalen-Lippe, um über das Studienangebot seiner FH zu informieren und auf die Unterschiede eines FH- und eines Uni-Studiums hinzuweisen: „Warum etwas so ist, wie es ist, wird an der Uni erklärt. Was wir daraus machen können, vermittelt die Fachhochschule“, so Keuntjes einfache und treffliche Differenzierung. Mit der Zentralen Studienberatung der FH und mit der Arbeitsagentur arbeitet er eng zusammen, er geht gerne in die Schulen, „mein erster Berufswunsch war Lehrer“, so der mit einer Studienrätin verheiratete Vater von drei Kindern, der die deutschen Nordseeinseln als „meine zweite Heimat“ angibt. Und er hat gelernt: „Viele Schüler sind ungeheuer schwer zu erreichen, wenn es um die Berufs- und Studienorientierung geht. Mit den G 8-Schülern ist das noch schwieriger geworden, die wissen noch gar nicht, was sie wollen.“
Große Hoffnung setzt er in das neue Gebäude der FH auf dem Campus Nord, dass hier „die Fachhochschule räumlich zusammenwächst und sich als interdisziplinäre Einheit ein unverwechselbares Profil gibt“. Bislang sei er nicht enttäuscht worden, „da tut sich eine Menge, das Leben auf der Magistrale pulsiert“. Aber er hält auch fest: „Hier ist noch Potenzial, sich weiterzuentwickeln.“