30.03.2026

Ausgezeichnete Präzision: HSBI-Absolvent Linus Bröker erhält Preis für herausragende Bachelorarbeit auf der AALE-Konferenz

Nahaufnahme eines CNC-Werkzeugs bei der Bearbeitung eines Metallbauteils; die Schneide folgt präzise einem berechneten Werkzeugpfad und trägt Material von der Oberfläche ab.
Präzision in Bewegung: Das CNC-Werkzeug folgt einem neuartigen, direkt aus der Bauteilgeometrie berechneten Pfad. Ohne vereinfachende Approximation bleiben alle Forminformationen erhalten.
Nahaufnahme eines CNC-Werkzeugs bei der Bearbeitung eines Metallbauteils; die Schneide folgt präzise einem berechneten Werkzeugpfad und trägt Material von der Oberfläche ab.
Das Ergebnis sind deutlich präzisere Bearbeitungen komplexer Oberflächen mit dem Potenzial, die Fertigungsqualität zu steigern und gleichzeitig Zeit- und Kostenaufwand zu reduzieren.
Im Februar dieses Jahres fand die 22. Konferenz für Angewandte Automatisierungstechnik in Lehre und Entwicklung (AALE) an der Technischen Hochschule Rosenheim statt. Unter dem Leitthema „Mechatronische Systeme für die Automatisierung: Fortschritt durch Präzision und Flexibilität“ kamen zahlreiche Fachleute aus Wissenschaft, Industrie und Lehre zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Methoden und zukunftsweisende Trends der Automatisierungstechnik zu diskutieren.

Ein besonderer Höhepunkt der Konferenz ist traditionell die Prämierung herausragender Abschlussarbeiten in diesem Bereich. Die Preise unterstreichen die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses und fördern innovative Ansätze in Lehre und Entwicklung. Bei der diesjährigen Konferenz wurde Linus Bröker, Student des Studiengangs Mechatronik/Automatisierung (praxisintegriert) am Campus Gütersloh, für die beste Bachelorarbeit im Bereich der Automatisierungstechnik 2025 ausgezeichnet.

Präzisere Fertigung durch neue Wege

Linus Bröker hält einen Vortrag und schaut zur Präsentationsfolie.
Preisträger Linus Bröker stellt seine Arbeit zur präzisen Pfadplanung für CNC-Anwendungen vor. Im Rahmen AALE-Konferenz stellten alle Nominierten ihre Arbeiten aus Bereichen wie Sensorik, Computer Vision und robotischer Pfadplanung vor.

Der Titel seiner Arbeit lautet: „Analytische Oberflächenbeschreibung zur Erstellung nicht approximierter Pfade für CNC-Anwendungen“. Im Zentrum der Arbeit steht ein neuer Ansatz zur Steigerung der Präzision von CNC-Maschinen. Bisher gehen auf dem Weg von der Konstruktion zur Fertigung häufig Informationen über die exakte Form eines Bauteils verloren, was zu Ungenauigkeiten und erhöhten Kosten führen kann. Die entwickelte Methode setzt genau hier an: Werkzeugwege werden direkt aus der ursprünglichen Bauteilgeometrie berechnet, ohne dass eine vereinfachende Approximation erforderlich ist. Dadurch lassen sich Oberflächen deutlich genauer bearbeiten – mit dem Potenzial, sowohl die Fertigungsqualität zu verbessern als auch Kosten zu senken.

Mehr als eine Abschlussarbeit: Mit Anspruch in die Praxis

Für Linus Bröker ist der Preis eine wichtige Bestätigung seiner Arbeit: „Der Preis ist für mich eine besondere Anerkennung für die intensive Arbeit und die Detailgenauigkeit, die ich in meine Bachelorarbeit investiert habe. Gleichzeitig stellt er eine wertvolle Bestätigung für die Relevanz des zugrunde liegenden Forschungsthemas dar.“ Die Bachelorarbeit entstand in Kooperation mit Beckhoff Automation. In enger Zusammenarbeit mit seinem fachlichen Ansprechpartner Dr. Alexander Weddemann entwickelte Bröker seine Ergebnisse praxisnah weiter. Bröcker betont dabei seinen eigenen Anspruch an die Arbeit: „Ich habe meine Bachelorarbeit nie als reines Pflichtprojekt verstanden, sondern als abschließende Ausarbeitung, die meinen persönlichen Anspruch an Qualität, Genauigkeit und technische Tiefe widerspiegelt.“

Im Dialog mit Forschung und Industrie

Das wissenschaftliche Programm der AALE-Konferenz bot ein breites Spektrum an Vorträgen, Posterpräsentationen und Diskussionsrunden. Im Fokus standen sowohl etablierte als auch neue Methoden zur Steigerung von Präzision und Flexibilität in Automatisierungssystemen sowie Ansätze zur Verkürzung von Entwicklungszyklen – Themen, die auch in Brökers Arbeit eine zentrale Rolle spielen. Ergänzt wurde das Programm durch eine Fachausstellung, auf der zahlreiche Anbieter und Anwender aus der Automatisierungstechnik vertreten waren. Der enge Austausch zwischen Hochschulen und Industriepartnern machte die starke Verzahnung von Forschung und Praxis dabei besonders deutlich. Auch für Linus Bröker selbst wurde diese Verbindung greifbar: „Die AALE-Konferenz hat mir die große Bandbreite der Ingenieurwissenschaften und der Automatisierungstechnik deutlich vor Augen geführt. Besonders der interdisziplinäre Austausch mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten technischen Bereichen war sehr bereichernd.“

Der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik sowie Christian Stöcker, Professor für das Lehrgebiet Steuerungs- und Automatisierungstechnik am Campus Gütersloh, gratulieren Linus Bröker herzlich zu dieser herausragenden Leistung.(jrf)