Zum fünften Mal hatte die Fachhochschule (FH) Bielefeld am 25. April 2013 Unternehmen aus der Region eingeladen.
Zum fünften Mal hatte die Fachhochschule (FH) Bielefeld am 25. April 2013 Unternehmen aus der Region eingeladen.
"Wir möchten den Unternehmen eine Plattform bieten, sich untereinander und mit uns als Hochschule über die praxisintegrierten Studiengänge in Minden auszutauschen", sagte Marcus Miksch, der an der FH Bielefeld die Firmenkontakte koordiniert, in seiner Begrüßung.
Gerade in den praxisintegrierten Studiengängen ist die Kontaktpflege zur Industrie wichtig, denn die Studierenden sind über die gesamte Studiendauer in einem Unternehmen beschäftigt. Rund 30 Unternehmensvertreter folgten der Einladung der Fachhochschule.
Dekan Professor Dr. Michael Mohe berichtete über die aktuellen Entwicklungen am Fachbereich Technik. 362 Studierende seien momentan eingeschrieben, davon etwa die Hälfte in den drei praxisintegrierten Studiengängen, die andere Hälfte in Informatik. Der Personalausbau gehe gut voran, in Kürze werden zwei neue Professuren für Maschinenbau besetzt. Die Studierenden der ersten Stunde, die im August 2009 ihr Studium in Wirtschaftsingenieurwesen aufgenommen haben, haben ihr Studium erfolgreich in der Regelstudienzeit beendet, was demnächst noch gefeiert werden soll.
Nach dem Bericht des Dekans stellte Professorin Dr. Grit Behrens das Informatikstudium vor. Der Bachelorstudiengang Informatik ist zwar nicht praxisintegriert sondern ein "normaler Präsenzstudiengang", stößt aber ebenso auf das Interesse der Unternehmen. "Wir sind natürlich auch an Kooperationen mit der Industrie interessiert", berichtete die Studiengangsleiterin Grit Behrens. Gut 60 Prozent der Studierenden hätten bereits eine Ausbildung und bringen Vorkenntnisse mit. Viele von ihnen arbeiten regelmäßig in Unternehmen und entwickeln Software, was dem Schwerpunkt des Mindener Informatikstudiums entspricht. Dass das Studium als Vier-Tage-Woche organisiert ist, fördere zudem die Berufstätigkeit der Studierenden, aus denen sich wiederum Kooperationen mit der Industrie entwickeln. Zum Sommersemester 2014 wird der Masterstudiengang Informatik starten.
Mit großem Interesse folgten die Teilnehmer anschließend den Vorträgen von drei Studenten, die ihre Praxisprojekte im praxisintegrierten Studium vorstellten: Sebastian Heemeier studiert im sechsten Semester Wirtschaftsingenieurwesen und ist bei WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG in Minden beschäftigt, Jörn Gottschick studiert im sechsten Semester Elektrotechnik und arbeitet bei der IGEA Ingenieurgesellschaft für Energie- und Automatisierungstechnik GmbH in Bückeburg und Maik Titze ist bei der RK Rose+Krieger GmbH in Minden beschäftigt und studiert Maschinenbau im vierten Semester.
Im anschließenden Vortrag ging es um die Frage, wie mehr junge Frauen für die Ingenieurberufe gewonnen werden können. Cornelia Lins vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. stellte Workshops vor, die an dem An-Institut der Fachhochschule Bielefeld angeboten werden. Ziel der Workshops ist, dass Unternehmen Instrumente der Personalgewinnung einsetzen, die auch für Frauen interessant sind. Dr. Angelika Kipp von OWL Maschinenbau e.V. präsentierte Mentorenprogramme für Studentinnen und Berufseinsteigerinnen. Die Aktivitäten der beiden Vereine sollen die Attraktivität von Unternehmen für die Zielgruppe der jungen Frauen steigern.
Aktuell werden für den Start im August diesen Jahres 77 Praxisplätze angeboten, die noch nicht alle besetzt sind. Insbesondere für Elektrotechnik sind noch Praxisplätze zu vergeben.
Interessierte können sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen lassen, der über freie Stellen informiert. Dazu senden sie eine kurze E-Mail mit Angabe des gewünschten Studiengangs an koordinierungsstelle@fh-bielefeld.de .
Vor Ort informieren können sich Interessierte auch am Hochschulinformationstag in Minden am 16. Mai 2013 ab 15 Uhr.
Info:
Im praxisintegrierten Studium wechseln sich elf Wochen Praxis im Unternehmen mit zwölf Wochen Theorie an der FH ab. In Minden kann man in diesem Modell Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik oder Maschinenbau studieren. Um einen Studienplatz zu bekommen, muss ein Bewerber einen Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen schließen. Die Studierenden werden vom ersten Semester an in den Betrieb integriert und können schnell an verantwortungsvolle Aufgaben herangeführt werden. Weiterer Vorteil für Studierende: Sie erhalten eine Vergütung. Die Anforderungen der Betriebe sind ganz unterschiedlich. Oft werden junge Menschen gesucht, die unmittelbar nach dem Abitur oder Fachabitur mit dem Studium beginnen. Viele Unternehmen stellen aber auch gerne junge Leute ein, die technische Vorkenntnisse mitbringen. Sehr begehrt sind Facharbeiterinnen und Facharbeiter aus den Bereichen Elektrotechnik, Mechanik und Mechatronik.