29.10.2026

Der Campus Minden der HSBI trauert um ehemaligen Dekan Prof. Dipl.-Ing. Adolf Haase

Im Alter von 92 Jahren ist Prof. Dipl.-Ing. Adolf Haase kürzlich verstorben. Der Bauingenieur lehrte fast 30 Jahre am Campus Minden der Hochschule Bielefeld und war unter anderem bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1999 Dekan des damaligen Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen.

Minden (hsbi). Prof. Dipl.-Ing. Adolf Haase gehörte dem Fachbereich Architektur und Bauwesen am heutigen Campus Minden der Hochschule Bielefeld (HSBI) von 1969 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1999 an. Währenddessen engagierte er sich in der Lehre, als Dekan und in der Selbstverwaltung der Hochschule. Haase prägte das Bild des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen nach innen und nach außen in besonderer Weise.

Adolf Haase, 1934 in Bochum geboren, erlernte das Maurerhandwerk, bevor er sein Studium an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen in Essen aufnahm, das er 1956 abschloss. Praktische Erfahrungen sammelte der junge Bauingenieur nach seinem Studium in einem Spannbetonwerk und in einem Ingenieurbüro für Baustatik in der Konstruktion und statischen Berechnung von Theaterbauten. Ein zweites Studium an der Technischen Hochschule Aachen mit dem Schwerpunkt Verkehrsbau/Schienenbau beendete er 1963 mit dem Diplom.

Anschließend arbeitete Haase als Verkehrsingenieur bei der Stadt Witten. 1966 wechselte er als Bauleiter beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe zur Neubaustelle der Autobahn A 43. Von 1969 bis zur Annahme des Rufs an die damalige FH Bielefeld arbeitete Dipl.-Ing. Adolf Haase in leitender Stellung beim U-Bahnbauamt Dortmund. 1971 kam er als „Baurat im Ingenieurschuldienst zur Anstellung“ nach Minden. Seine Ernennung zum Professor an der FH Bielefeld erfolgte 1982.

Prof. Haase vertrat am Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen die Lehrgebiete Verkehrsplanung, Baubetriebslehre mit Schwerpunkten in der Bauverdingung und -abrechnung, der Tiefbaufertigung sowie der Bauorganisation. Als Lehrbeauftragter für Verkehrsplanung, Eisenbahnbau und Baubetrieb, mit Schwerpunkt Baumaschinen und Verfahrenstechnik, wurde Prof. Haase 1993 Dekan des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen. Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1999 hatte er dieses Amt inne.  Professor Haase war zudem seit 1982 Referent des REFA-Verbandes für den Bereich „REFA im Baubetrieb.“ 

Seit seiner Berufung an die FH Bielefeld engagierte sich Haase ohne Unterbrechung in der Selbstverwaltung der Hochschule. Er war unter anderem lange Jahre Vorsitzender der Stundenplankommission, entwickelte ein Programmsystem zur Organisation der Lehrveranstaltungen und gab Seminare zum Erstellen von Videofilmen.

In seine Zeit als Dekan fielen umfangreiche Renovierungs- und Neubauarbeiten am Standort Minden: Unter anderem erfolgten der Abriss des alten Hörsaalgebäudes („Pavillon“) und die Umwandlung der ehemaligen Pferdeställe zu modernen Labor- und Arbeitsräumen. Es entstanden die Labore für Wasserbau und Vermessung sowie die Datenverarbeitungszentrale. Zwei große Hörsäle, der Audimax-Bereich und das Labor für Siedlungswasserwirtschaft wurden in seiner Zeit als Dekan neu gebaut.

Bis zuletzt hielt Prof. Dipl.-Ing. Adolf Haase den Kontakt mit dem Campus Minden und war immer wieder ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen. Zu einigen seiner damaligen Kollegen bestand zudem eine enge Verbundenheit.

Die Hochschule Bielefeld, insbesondere der Campus Minden, wird Prof. Dipl.-Ing. Adolf Haase ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seinen Hinterbliebenen.