28.05.2026

Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verbinden: Internationale Wirtschaftskonferenz BiCAB liefert Einblicke

Foto: Die Agenda der Konferenz auf einem Din A 4 Zettel
Die jährliche BiCAB-Konferenz des Fachbereichs Wirtschaft fand zum fünften Mal in Folge statt. © J. Wunder/HSBI
Foto: Riza Öztürk am Rednerpult
Prof. Dr. Riza Öztürk, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft: „Brücken sind gut, wenn sie genutzt werden. Und die BiCAB-Konferenz ist ein Starter für starke Verbindungen.“ © J. Wunder/HSBI
Foto: Der Konferenzsaal der HSBi gefüllt mit Menschen die einem Redner zuhören
Rund 60 Teilnehmende aus Wissenschaft, Unternehmen und Studium kamen bei der Konferenz zusammen © J. Wunder/HSBI
Foto: Natalie Bartholomäus hält Redekarten in der Hand
Prof. Dr. Bartholomäus, Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung, begrüßte die Teilnehmer:innen. © J. Wunder/HSBI
Foto: Vier Personen stehen mit Mikros in der Hand um einen Stehtisch für die Podiumsdiskussion
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass für eine gute Zusammenarbeit der Beteiligten mehr Transparenz und Vertrauen notwendig sind. © J. Wunder/HSBI
Foto: ein Wegweiser mit der Aufschrift bicab und einem Pfeil
Die BiCAB-Konferenz wird jährlich vom Fachbereich Wirtschaft der HSBI organisiert. © J. Wunder/HSBI
Internationale und nationale Expert:innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten auf Einladung des Fachbereichs Wirtschaft der Hochschule Bielefeld bei der fünften BiCAB-Konferenz, wie wichtig die Verbindung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist und wie sie noch mehr gestärkt werden kann.

Bielefeld (hsbi). Gesellschaftlicher Wandel entsteht durch die Verbindung von Wissen, Ideen und technologischem Transfer – das eine funktioniert nicht ohne das andere und umgekehrt. Transfer ist keine Einbahnstraße von Wissenschaft zu Unternehmen. Es ist ein dynamisches und wechselseitiges System. Wie die Verbindung von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft noch mehr gestärkt werden kann, stand im Zentrum der fünften internationalen „Bielefeld International Conference on Applied Business“ (BiCAB) des Fachbereichs Wirtschaft der Hochschule Bielefeld (HSBI). Rund 60 Teilnehmende aus Wissenschaft, Unternehmen und Studium kamen zusammen, um unter dem Motto „Bridges for Impact: Linking Science, Economy, Politics, and Society“ Keynote-Vorträge zu hören und das Thema zu diskutieren. Wie in den Vorjahren fand die Konferenz im Rahmen der International Week der HSBI statt.

Prof. Dr. Riza Öztürk, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, und Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung der HSBI, begrüßten die Teilnehmer:innen mit einer passenden Anekdote. „In meinem Büro hängt ein Zeitungsartikel von vor 12 Jahren. In dem Artikel steht, dass Riza und ich die ersten Brücken für Transfer schaffen wollen – nur, dass es damals noch nicht Transfer hieß“, erzählte Prof. Dr. Bartholomäus. „Und jetzt seht uns an, 12 Jahre später stehen wir hier und setzen uns für genau das noch immer ein.“

Prof. Dr. Bartholomäus und Prof. Dr. Öztürk wollen diese Brücken immer noch stärken und weitere schaffen: „Brücken sind gut, wenn sie genutzt werden“, so Prof. Dr. Öztürk. „Und die BiCAB-Konferenz ist ein Starter für starke Verbindungen.“

Mehr Vertrauen, weniger Bürokratie

Foto: Tom Brüntrup steht am Rednerpult
Tom Brüntrup: „Wir brauchen mehr Vertrauen in unsere Hochschulen statt Bürokratie.“

Für die Keynote-Vorträge konnte der Fachbereich Tom Brüntrup, Landtagsabgeordneter der CDU für Bielefeld, gewinnen. Brüntrup sprach aus Sicht der Politik zum Thema „Communication and Cooperation as a Competitive Advantage”. Er erläuterte, welchen Herausforderungen sich die Politik stellen muss. Er sprach von zu langen Bewerbungsverfahren für Forschungsprojekte, finanzielle Budgets, die über Priorisierungen von Projekten entscheiden, limitierte praktische Forschung und begrenzte Förderzeiträume. „Wir brauchen mehr Vertrauen in unsere Hochschulen statt Bürokratie“, war Brüntrups Fazit.

Şafak Kibar, Head of Production Controlling, Process Optimization and Business Intelligence Production and Logistics, von Nobilia, war der zweite Keynote-Speaker. Mit Nobilia ist Kibar bereits seit längerer Zeit Kooperationspartner der HSBI. Er hat bereits an der European Summer School teilgenommen und war zuletzt im März bei einem gemeinsamen Forschungskolleg mit Lehrenden und Forschenden der HSBI in Istanbul. In seinem Vortrag hob Kibar die Vorteile der Kooperation hervor. „Wir profitieren voneinander. Bei den Kooperationen lernen wir die Menschen kennen, die später zu unseren Kolleg:innen werden, und arbeiten an tollen gemeinsamen Projekten.“

Aus Mexiko von der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) angereist war Prof. Dr. José Alejandro Velázquez Montes, Professor für Landschaftsökologie. Auch er verdeutlichte in seinem Vortrag „Reframing the role of universities as cooperation alliances for equality, prosperity and peaceful societies” die Wichtigkeit der Brücken zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft: „Brücken, die wir bauen, sollten Wirkung haben“. Während die Wissenschaft in den letzten Jahren einen ständigen Wandel – gerade durch die sozialen Medien – erlebt hat, hat sie seit der Coronapandemie im Jahr 2020 wieder Aufschwung erlebt. „Wir formen die Menschen, die zu Leadern werden“, untermalte er zudem die Wichtigkeit von Hochschulen.

Foto: José Alejandro Velázquez Montes hält ein Mikrofon in der Hand
Prof. Dr. José Alejandro Velázquez Montes: „Brücken, die wir bauen, sollten Wirkung haben.“

Podiumsdiskussion: „Hochschulen müssen Begegnung mit der Gesellschaft suchen“

Foto: Menschen sitzen an Tischreihen ein Mann spricht und gestikuliert
Im Anschluss an die Keynotes fand eine Podiumsdiskussion statt, in der die Teilnehmer:innen ihre Fragen an die Referent:innen stellen konnten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass für eine gute Zusammenarbeit der Beteiligten mehr Transparenz und Vertrauen notwendig sind. Velázquez Montes betonte, dass „Hochschulen raus aus dem Elfenbeinturm herausgehen und die Begegnung mit der Gesellschafft suchen müssen“. Herausforderungen seien, dass die Akteure unterschiedliche Sprachen und über unterschiedliche Themen sprechen. „Ich wünsche mir deshalb Stakeholder Workshops, in denen als Wettbewerbsvorteil für die Region OWL gemeinsam kommuniziert und zusammengearbeitet wird“, sagte Tom Brüntrup. Kibar betonte, dass Paper und andere Hochschulveröffentlichungen direkt auch für Unternehmen und Wirtschaft zugänglich und damit nutzbar sein müssten.

Prämierung der besten Paper

Im wissenschaftlichen Teil der Konferenz trugen Professor:innen, Forschende und Studierende der HSBI sowie internationaler Hochschulen insgesamt elf Paper vor. Die zwei besten Paper wurden gemeinsam von einer Jury und dem Publikum ausgewählt und mit jeweils 500 Euro prämiert: Den ersten Platz belegten Prof. Dr. Ela Sibel Bayrak Meydanoğlu , Hilmi Berkay Abbasoğlu (PhD) (beide von der Turkish-German University), Dr. Ahmet Mete Çilingirtürk (Marmara University), Prof. Dr. Paul F. Langer (Worms University of Applied Sciences) und Prof. Dr. Margareta Teodorescu (Koblenz University of Applied Sciences) mit dem Paper „AI-Enabled Multimodal Science Communication: Reducing Cognitive Load and Enhancing Comprehension of Complex Research“.

Weitere Gewinner:innen waren Prof. Dr. Manuel Stegemann und Jana Dreischalück von der HSBI mit dem Thema „Who Is Ready to Ride? Understanding User Profiles to Foster Acceptance of Autonomous Rail Vehicles”. (sab/nk/abo)

Für weiteres Bildmaterial können Sie sich gerne an presse@hsbi.de wenden.