Erfolgreich trotz fehlendem Abiturjahrgang in NRW: HSBI wächst auf 10.465 Studierende – 2.358 „Ersties“ in mehr als 70 Studiengängen starten ihr Studium
Im zweiten Jahr in Folge wächst die Zahl der Studierenden an der Hochschule Bielefeld wieder. Bei den „Ersties“ konnte der Rekordwert des vergangenen Jahres trotz erschwerter Rahmenbedingungen annähernd erneut erreicht werden. Erstmals sprach Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer bei der offiziellen Erstsemesterbegrüßung am Campus Bielefeld. Am Campus in Minden der HSBI begrüßte Bürgermeister Peter Kock die neuen Studierenden, die ersten Gütersloher Studierenden waren bereits im August begrüßt worden.Begrüßten die neuen Studierenden (v.l.): Ana Dorl (Campusreporterin), Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier (Vizepräsident für Studium und Lehre), Dr. Christiana Bauer (Bielefelder Oberbürgermeisterin) und Dilsad Akay (AStA).
Bielefeld / Minden / Gütersloh (hsbi). Neben dem offiziellen Stichtag zur Erfassung der Anzahl der Studierenden im Dezember bietet die Begrüßung der Erstsemester zum Beginn jedes Wintersemesters Anlass, die Gesamtzahl der Studierenden an der Hochschule Bielefeld (HSBI) zu ermitteln. Hier war zuletzt eigentlich ein deutlicher Rückgang erwartet worden. Denn: Aufgrund der Rückkehr vom achtjährigen zum neunjährigen Gymnasium gibt es an den meisten Gymnasien in NRW in diesem Sommer keinen Abiturjahrgang. Die negativen Erwartungen erfüllten sich jedoch keinesfalls: Waren zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr 10.119 Studierende an der HSBI eingeschrieben, so kletterte diese Zahl nun auf 10.465.
Die aktuelle Zahl der Studienanfänger:innen liegt mit 2.358 – Nachrücker noch nicht mitgezählt – wieder sehr nah am Rekordwert des vergangenen Jahres. Dafür lassen sich mehrere Gründe ausmachen: Insbesondere die am Fachbereich Gesundheit zum kommenden Wintersemester neu eingeführten Studiengänge erfreuen sich großer Beliebtheit. Außerdem konnten sich die ebenso erfolgreich gestarteten Studiengänge der jüngeren Vergangenheit – hier sind insbesondere die englischsprachigen Studiengänge am Campus Gütersloh zu nennen – vollständig etablieren, die Anzahl der weltweit interessierten Bewerber:innen stieg enorm. Nicht auszuschließen ist auch, dass das Studium in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen andere Priorisierung genießt.
Lehre wird laufend angepasst, verschiedene Studienmodelle im Angebot, sehr gutes Informationsangebot
Insgesamt beginnen 2.358 Erstsemester (Stand: 15.09.2026) ihr Studium an einem der drei HSBI-Standorte in Bielefeld, Minden und Gütersloh.
HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk: „Die aktuellen Zahlen zu Semesterbeginn zeigen ganz deutlich: Das praxisorientierte und anwendungsnahe Studienangebot der HSBI stößt bei Studieninteressierten aus dem In- und Ausland auf große Gegenliebe. Das ist umso bemerkenswerter in einer Zeit, in der ein ganzer gymnasialer Abiturjahrgang in NRW wegfällt und – demografisch bedingt – die Studierendenzahlen bundesweit sinken. Der Erfolg hat zahlreiche Ursachen. Dazu gehört unter anderem, dass wir unser Lehrangebot laufend den aktuellen Erfordernissen anpassen, dass wir verschiedene Studienmodelle anbieten – Vollzeit, praxisintegriert, dual und berufsbegleitend – und dass wir ein breites Informationsangebot für Studieninteressierte vorhalten. All das hat in den vergangenen Jahren sehr zu unserer guten Reputation beigetragen, wofür ich allen, die hier im Interesse der Studierenden und der HSBI hervorragende Arbeit leisten, meine Anerkennung und meinen Dank ausspreche.“
Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer spricht erstmals Grußworte zu den „Neuen“ an der HSBI
Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier: „Vernetzen Sie sich am besten gleich zu Beginn mit Ihren Kommiliton:innen [...] und nutzen Sie die zahlreichen Unterstützungsangebote an der HSBI.“
Volles Haus im HSBI-Hauptgebäude in Bielefeld: Rund 1.000 „Ersties“ drängten sich im Foyer der Magistrale, um die offiziellen Grußworte zu verfolgen.
Die Moderation der Begrüßung übernahm in diesem Jahr die Studentin und Campusreporterin der HSBI, Ana Dorl. Sie stellte Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier vor, Vizepräsident für Studium und Lehre, der die Studierenden herzlich im Namen des gesamten Präsidiums willkommen hieß: „Die ersten Tage im Studium sind aufregend. Sie müssen sich orientieren, den Stundenplan zusammenstellen und dürfen viele neue Menschen kennenlernen. Vernetzen Sie sich am besten gleich zu Beginn mit Ihren Kommiliton:innen! Ich wünsche Ihnen, dass Sie dabei gemeinsam auch eine Menge Spaß haben werden! Mein persönlicher Tipp: Machen Sie sich nicht zu viel Stress! Gehen Sie einen Schritt nach dem nächsten und nutzen Sie die zahlreichen Unterstützungsangebote, die wir hier an der HSBI für Sie bereithalten.“
Nach den Grußworten ging es für die Bielefelder „Ersties“ mit Einführungsveranstaltungen in ihren Fachbereichen weiter.
Die Bielefelder Oberbürgermeisterin, Dr. Christiana Bauer, hieß die neuen „Bielefelderinnen und Bielefelder“ ebenfalls willkommen: „Die HSBI ist ein wichtiger Teil unserer Stadt: Sie bringt junge Menschen nach Bielefeld, verbindet Wissenschaft und Praxis und ist eng mit unserer Wirtschaft und vielen Einrichtungen in der Region verbunden. Damit prägt sie unsere Stadt als Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort ganz wesentlich. Ich wünsche den Erstsemestern einen guten Start an der HSBI und in Bielefeld.“
Abschließend stellte Student Dilsad Akay vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) die Angebote des AStA vor und warb für die Mitarbeit in der studentischen Selbstverwaltung.
Volles Programm am Campus Bielefeld der HSBI – besonders gute Zahlen am Fachbereich Gesundheit
An einer Kreativstation konnten die Studienanfänger:innen Jutebeutel unter anderem im HSBI-Design bemalen.
Nach den Grußworten ging es für die Bielefelder „Ersties“ mit Einführungsveranstaltungen in ihren Fachbereichen bzw. Studiengängen weiter oder sie konnten sich an den zahlreichen Beratungsständen informieren und das Rahmenprogramm mit Musik, Fotobox und Kreativstation als „Eisbrecher“ nutzen, um andere Studierende kennenzulernen. Einige von ihnen hatten sich bereits in den Mathe- und Englisch-Vorkursen kennengelernt, welche die HSBI in den beiden Wochen zuvor angeboten hatte. In manchen Studiengängen haben studentische Tutor:innenteams zudem ein Programm für die ganze „Erstie-Woche“ vorbereitet, inklusive Kennenlernspielen, Stadtrallye und der einen oder anderen Party.
Der am stärksten nachgefragte Studiengang war in diesem Jahr der Bachelorstudiengang Soziale Arbeit (1.124 Bewerbungen).
Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Nachfrage am Fachbereich Gesundheit: Hier haben sich 193 neue Studierende eingeschrieben, im Vorjahr waren es rund 130. „Seit zwei Jahren wird das Pflegestudium wieder vergütet, das lässt sich an den Bewerbungen deutlich ablesen“, erklärt Dekan Prof. Dr. Markus Zimmermann, der sich zusammen mit seinen Kolleg:innenfür die Bezahlung in dem dualen Studiengang eingesetzt hat. Der Fachbereich hat sich für die zusätzlichen Studierenden gerüstet und ein weiteres Skills Lab Pflege aufgebaut, in dem die Studierenden in einem geschützten Rahmen Situationen der stationären oder ambulanten, häuslichen Pflege erlernen und trainieren können.
Die drei neuen Studiengänge am Fachbereich Gesundheit scheinen ebenfalls ihre Zielgruppe erreicht zu haben: Angewandte Therapiewissenschaften Ergo- und Physiotherapie richtet sich an bereits ausgebildete Ergo- und Physiotherapeut:innen. Das Studium ist so strukturiert, dass es sich mit einer Berufstätigkeit verbinden lässt.
Erstsemesterbegrüßung in Minden mit Bürgermeister und stellvertretendem Landrat
Auch am Campus Minden wurden die Erstsemester des Wintersemesters 2026/27 feierlich begrüßt.
Wie zum Start des Wintersemesters an der HSBI üblich, gab es zum Beginn der Vorlesungszeit auch in Minden eine feierliche Erstsemesterbegrüßung. Hier hieß Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, HSBI-Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung, die „Ersties“ im Namen des Präsidiums gemeinsam mit Dekan Prof. Dr. Sven Battermann willkommen. Auch der stellvertretende Landrat Siegfried Gutsche und Mindens Bürgermeister Peter Kock richteten auf dem ehemaligen Artilleriekasernengelände einige Grußworte an die neuen Studierenden. Die am Campus Minden traditionell sehr aktive Fachschaft hatte wieder ein Begleitprogramm für die „Erstie-Woche“ ausgearbeitet, das direkt am Montagnachmittag mit einer Stadtrallye durch Minden startete.
Insgesamt sind zurzeit rund 1.327 Studierende am Campus Minden in zwölf Bachelor- und Masterstudiengängen in den Bereichen Architektur, Bauwesen, Informatik sowie Ingenieurwissenschaften eingeschrieben. Neben dem klassischen Vollzeitstudium werden hier auch praxisintegrierte und kooperative Studienmodelle angeboten.
Hohe Nachfrage nach den Studiengängen am Campus Gütersloh
Mtihilfe eines Ersti-Kennenlern-Bingos konnten die Studienanfänger:innen direkt die ersten Kontakte knüpfen.
Der Campus Gütersloh der HSBI hatte seine neuen Studierenden in den deutschsprachigen praxisintegrierten Bachelorstudiengängen bereits Ende August willkommen geheißen, während die Studienanfänger in den englischsprachigen Bachelorstudiengängen zur Erstsemesterbegrüßung in Bielefeld eingeladen waren. Sie haben bereits drei Wochen „Online Welcome Weeks“ hinter sich und starteten nun „live“ in die vierte Welcome Week.
Am Campus Gütersloh bietet die HSBI die englischsprachigen Bachelorstudiengänge „Industrial Engineering“ (seit 2024) und „Mechatronics and Automation“ (seit 2025) an sowie den englischsprachigen Research Master Data Science. Für diesen Master hatten sich 151 Personen beworben, es gab allerdings nur zehn Studienplätze. Hier bearbeiten die Studierenden, engmaschig betreut von erfahrenen Wissenschaftler:innen, ein eigenes Projekt über den gesamten Studienverlauf hinweg und schaffen sich so eine Karriereperspektive in der Industrie, in der Forschung oder in einem eigenen Startup. Insgesamt hatten sich 762 Personen um einen Studienplatz in einem der englischsprachigen Studiengänge am Campus Gütersloh beworben. Mit dem englischsprachigen Angebot möchte die HSBI ihre Internationalität stärken und etwas gegen den Fachkräftemangel tun.
Neben den noch recht neuen englischsprachigen Studiengängen bietet die HSBI am Campus Gütersloh praxisintegrierte Studiengänge in Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik/Automatisierung, Software Engineering und Digitale Technologien an, bei denen die Studierenden über die gesamte Studiendauer in einem Unternehmen beschäftigt sind und eine Vergütung erhalten. Während der sieben Semester wechseln sich mehrwöchige Praxisphasen im Unternehmen mit Theoriephasen an der Hochschule ab. Außerdem bietet die HSBI in Gütersloh weiterbildende Masterstudiengänge an sowie den Bachelor BWL. Die Gesamtzahl der Studierenden am Campus Gütersloh liegt aktuell bei 682 in 14 Studiengängen, davon studieren 205 in einem englischsprachigen Studiengang.
Die Studierenden konnten sich an verschiedenen Infoständen auf der Magistrale in Bielefeld informieren.
Besonders beliebt: Soziale Arbeit, Wirtschaftspsychologie und BWL
Die am stärksten nachgefragten Studiengänge bei den Bewerber:innen waren in diesem Jahr die Bachelorstudiengänge Soziale Arbeit (1.124 Bewerbungen auf 254 Studienplätze), Wirtschaftspsychologie (898 auf 50 Studienplätze) und Betriebswirtschaftslehre (754). Auch Wirtschaftsrecht (458), Wirtschaftsingenieurwesen (Vollzeit, 363) und International Studies in Management (348) gehörten zu den besonders beliebten Angeboten. Auf internationales Interesse stießen die englischsprachigen Studiengänge am Campus Gütersloh: Für Mechatronics and Automation gingen 366 Bewerbungen auf 30 Studienplätze ein, 245 bewarben sich um einen Studienplatz in Industrial Engineering.
Alle genannten Zahlen wurden zum Stichtag 15. September erhoben und sind als vorläufig zu betrachten, da die Einschreibe- und Nachrückverfahren noch nicht vollständig abgeschlossen sind. (vku/lk)