Internationales Blended-Intensive-Programm „The DaVinci Experience“ an der HSBI
Zwischen DaVinci@HSBI Modellen und vielen neuen Freundschaften: Am Ende der intensiven BIP-Woche blicken die Teilnehmer:innen auf spannende Projekte, jede Menge Teamgeist und gemeinsame Erlebnisse zurück
Auf den Geschmack gekommen: Die BIP-Gruppe erlebte in der Dr. Oetker Welt ein Stück deutscher Alltagskultur mitten in Bielefeld.
Startklar im Schüler:innenlabor: Die Teilnehmer:innen des BIP sind gespannt auf eine intensive Projektwoche an der HSBI.
Die Lehrenden der HSBI , der PXL University of Applied Sciences and Arts (Belgien) und der Satakunta University of Applied Sciences (SAMK, Finnland) freuen sich über die gelungene Zusammenarbeit.
Konzentriert bei der Arbeit: In internationalen Teams tüfteln die Studierenden an den DaVinci-Modellen – vom ersten CAD-Entwurf bis zum fertigen 3D-Druck.
Einblicke in die Industrie 4.0: Die internationalen Studierenden des BIP ‚The DaVinci Experience‘ beim Besuch beim Werkzeughersteller DMG MORI in Bielefeld."
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Internationale, interdisziplinäre Zusammenarbeit, historische Technik und moderne Ingenieurmethoden – all das vereinte das Blended-Intensive-Programm (BIP) „The DaVinci Experience“, das kürzlich am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Hochschule Bielefeld (HSBI) stattfand. Studierende und Lehrende der HSBI arbeiteten gemeinsam mit Partnerhochschulen aus Belgien (PXL University of Applied Sciences and Arts) und Finnland (Satakunta University of Applied Sciences, SAMK) an einer praxisnahen Projektaufgabe rund um die Ideenwelt Leonardo da Vincis.
BIPs bieten Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen von Lehrveranstaltungen kurze Auslandsaufenthalte zu absolvieren, die neben fachlichem Wissen auch den Aufbau internationaler Kontakte fördern. Prof. Marc-Oliver Schierenberg, Projektleiter des DaVinci@HSBI-Projekts, betont: „Solche Programme schaffen Verbindungen, die eine Grundlage für künftige internationale Kooperationen bilden. Die großen Herausforderungen unserer Zeit – sei es Digitalisierung oder Nachhaltigkeit – lassen sich nur gemeinsam meistern. Dafür sind starke Netzwerke und partnerschaftlicher Austausch unerlässlich.“
Internationale und interdisziplinäre Teams
Zweifach Erlebbar: Zu den 3D gedruckten Teilen zum anfassen gibt es auch ein Modell, das im virtuellen Raum erlebt werden kann.
Insgesamt 21 Studierende und Lehrende nahmen an dem BIP teil. Sie arbeiteten in drei Teams an der Aufgabe historische Skizzen Leonardo da Vincis in digitale Modelle zu übersetzen und zum Leben zu erwecken. Zunächst mussten die Teams die Vorlagen sorgfältig analysieren und 3D-Modelle in CAD-Software erstellen. „Die größte Herausforderung bestand darin, die ‚alien language‘ der historischen Skizzen korrekt zu interpretieren“, erklärt eine Teilnehmerin aus Finnland. Anschließend wurden diese Modelle animiert und auf 3D-Drucker übertragen, um die mechanischen Konstruktionen real erlebbar zu machen. Genau das war durch den Initiator des BIP, Prof. Schierenberg beabsichtigt: „Viele Skizzen von Da Vinci sind fragmentarisch oder unvollständig, sodass die Studierenden kreativ und konstruktiv denken müssen. Das ist, was Ingenieurarbeit ausmacht.“
Das Programm des BIPs umfasste eine Woche intensiver Projektarbeit im Schüler:innenlabor der HSBI, ergänzt durch eine Führung über den Campus und eine Actionbound-Tour durch Bielefeld. Den krönenden Abschluss bildete die Abschlusspräsentation der Projekte vor allen Teilnehmer:innen, bei der die Teams ihre 3D-gedruckten Modelle und animierten Konstruktionen vorstellten. Bis zur letzten Minute wurde an den nun zum Leben erweckten Ideen Da Vincis geklebt und gefeilt – wortwörtlich.
“We defined the roles ourselves”
Die Werkbank im Schülerlabor ist zur Fertigungsstraße der Projekte geworden. Bis zur letzten Minute wurde gebohrt, geschraubt und geklebt.
Jedes Team setzte sich aus Studierenden mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen und Wissensständen zusammen – von Teilnehmer:innen mit ausgeprägten CAD- oder 3D-Druck-Kenntnissen bis hin zu solchen, die sich erst in diese Themen einarbeiten mussten. Um die Projektaufgaben effizient zu bearbeiten, teilten die Teams die Rollen eigenständig auf: Erfahrene im 3D-Modelling übernahmen die Konstruktion der Bauteile, andere kümmerten sich um die Simulation der Bewegungen oder die Organisation des Zusammenbaus. So konnten die Stärken jedes Einzelnen optimal genutzt werden, um funktionierende Modelle zu erstellen. Die praktische Umsetzung im Schüler:innenlabor verlangte dabei Präzision und enge Abstimmung im Team. Zunächst mussten die Studierenden das Funktionsprinzip der Erfindung verstehen und es in einzelne Komponenten unterteilen. Darauf aufbauend erstellten sie 3D-Modelle, simulierten deren Bewegungen und fertigten die Teile anschließend im 3D-Druck an. Beim Zusammenbau war Genauigkeit entscheidend: Mechanische Bauteile mussten exakt dimensioniert sein, kleine Toleranzen konnten die gesamte Mechanik blockieren. „Es war faszinierend zu sehen, wie aus einer einfachen Skizze ein greifbares Modell entstand, das sich bewegen lässt“, so Treasure Njimbong Jing, HSBI-Studentin aus Kamerun.
Exkursionen und Industrieeinblicke
Arthur von der PXL (Belgien) baut die finalen Teile des Da Vinci-Mechanismus zusammen. Dieser wandelt eine Drehbewegung in eine lineare Hin- und Herbewegung.
Neben der Arbeit an den DaVinci-Modellen standen spannende Exkursionen auf dem Programm. Die Studierenden besuchten den Werkzeugmaschinenhersteller DMG MORI in Bielefeld. Bei einer Werksführung erhielten sie Einblicke in moderne Fertigungsprozesse, Automatisierung und additive Verfahren. Besonders die enge Verzahnung von Digitalisierung und Produktion vermittelte dabei spannende Eindrücke aktueller industrieller Entwicklungen. „Die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist ein zentraler Bestandteil des BIPs. Durch die Exkursionen konnten drei Studierenden hautnah erleben, wie moderne Ingenieurarbeit in Unternehmen umgesetzt wird“, so Prof. Dr. Konja Manuel Knüppel.
Ein kulinarischer Akzent durfte beim Aufenthalt in Bielefeld natürlich nicht fehlen: Der Besuch in der Dr. Oetker Welt führte die internationalen Gäste nicht nur in die Unternehmensgeschichte und Markenwelt ein, sondern auch buchstäblich „auf den Geschmack“. Neben einem Blick hinter die Kulissen stand dabei vor allem die Verbindung von Tradition, Innovation und Internationalität im Mittelpunkt – was perfekt zum Geist des BIPs passte.
Internationale Zusammenarbeit verbindet die Standorte des Fachbereichs IuM
Von der Skizze zum CAD-Modell: Ein Teilnehmer digitalisiert Leonardos Idee und macht sie für einen virtuellen Raum erlebbar.
Prof. Dr. Mariam Dopslaf, Beauftragte für Internationales am Fachbereich, hebt die besondere Bedeutung der internationalen Teamarbeit hervor: „Die Zusammenarbeit in gemischten Gruppen aus mindestens drei europäischen Partnerländern erweitert den Horizont der Studierenden enorm – fachlich wie persönlich. Besonders spannend war dieses Mal, dass nahezu alle HSBI-Teilnehmenden aus dem neuen englischsprachigen Bachelor Industrial Engineering kamen, was den Austausch zusätzlich bereichert hat.“ Das BIP fiel mit dem Start des Wintersemesters 2025 zusammen, an dem die beiden englischsprachigen Bachelorstudiengänge Industrial Engineering und Mechatronics & Automation am Campus Gütersloh begannen. Bereits in den Welcome Weeks erhielten die internationalen Studierenden in Campusführungen, Online-Informationsveranstaltungen, einem Mathetutorium und einem begleitenden Intensivkurs Deutsch eine gezielte Einführung ins Studium. Durch das BIP „The DaVinci Experience“ wurde nicht nur internationale Kooperation gelebt, sondern zugleich die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Standorten des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik gestärkt. (jr)
Studieren im internationalen Kontext: BIPs am Fachbereich IuM
Blended Intensive Programmes (BIP) sind ein Format innerhalb von Erasmus+, das virtuelle Lehrformate mit einer kurzzeitigen, finanziell unterstützten physischen Mobilität verknüpft. Diese anerkannten Kurskonzepte ermöglichen es Studierenden, ECTS-Punkte zu erarbeiten und ihre interkulturellen Kompetenzen gezielt auszubauen.
An dem BIP beteiligten sich neben der HSBI die PXL University of Applied Sciences and Arts (Belgien) und die Satakunta University of Applied Sciences (SAMK, Finnland). Ziel ist es, durch solche Programme die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und Ingenieurwissen praxisnah zu vermitteln. Dabei stehen innovative Lern- und Lehrmethoden im Vordergrund. Gleichzeitig bieten Blended-Intensive-Programmes Studierenden die Möglichkeit Auslandserfahrungen zu sammeln, auch wenn längere Aufenthalte nicht möglich sind. Interessierte können sich für weitere Informationen und zukünftige Programme gerne an die Beauftragte für Internationales, Prof. Mariam Dopslaf, wenden.