In einem zweitägig angelegten, von der Studiengangsleitung Prof. Dr. Ulrike Weyland initiierten Blockseminar (15./16.07.2013) hatten Studierende des Masterstudiengangs Berufspädagogik Pflege und Gesundheit die Möglichkeit, sich in mehreren berufsbezogenen Situationen mit verschiedenen Herausforderungen handlungsnah und selbstreflexiv auseinanderzusetzen. Unter der Leitung von Dr. Kordula Marzinzik, Gesundheitswissenschaftlerin, Organisationsberaterin und langjährige Spielerin der Theaterwerkstatt Bethel erfuhren die Studierenden Formen handlungsorientierten Lernens mit Fokus auf spezielle Themen des Gesundheitswesens und der Lehrtätigkeit.
Nach einer Einführung in Formen der Improvisation und Körperarbeit sowie einer Erwartungsabfrage bei den Studierenden stand das szenische Spiel als Form kreativer Bearbeitung beruflicher Herausforderungen im Mittelpunkt. Im Wechsel von Erprobungs- und Reflexionsphasen ging es um die Sensibilisierung für Patientenbedarfe in verschiedenen Lebenssituationen und das Herausarbeiten angemessenen professionellen Handelns. In einem zweiten Schritt wurde die "Bühne" des Unterrichtens in den Blick genommen und dabei die Schüler- und die Lehrerperspektive szenisch untersucht.
Trotz vorlesungsfreier Zeit und hochsommerlicher Temperaturen wurde der Vorlesungsraum zur offenen Bühne, auf der Improvisationsaufgaben gestellt, eigenes Handeln humorvoll unter die Lupe genommen und Handlungsspielräume erweitert wurden. Fazit der Teilnehmenden: "Überrascht hat mich die Motivation, Begeisterung und Offenheit der gesamten Gruppe." "Besonders gut fand ich, mal in verschiedene Rollen zu schlüpfen" "Theater macht Spaß!" "Das Seminar ist hilfreich für die eigene Weiterentwicklung, gibt Anregungen für das Praxissemester und späteres berufliches Handeln." Empfohlen für zukünftige Seminare, die nach Meinung der Teilnehmenden unbedingt stattfinden sollen, wurde eine ergänzende didaktische Einordnung in den Reflexionsphasen.
Nach dieser für diesen Studiengang erstmalig gestalteten "Experimentierphase" arbeiten Frau Dr. Kordula Marzinzik und Prof. Dr. Ulrike Weyland derzeit an einer Konzeption, die spezifisch die Lehrtätigkeit an Schulen des Gesundheitswesens in den Blick nimmt. Dabei geht es auch um die Erweiterung der Idee zur Verbindung von beruflichem mit kulturellem Lernen. Darüber hinaus berücksichtigt die Konzeption auch die Perspektivierung, dass Studierende dadurch angeregt werden sollen, diese Art des Lernens in die spätere eigene Lehrtätigkeit mit den Schülern/-innen an Schulen des Gesundheitswesens umzusetzen. Dadurch soll das kulturelle Lernen auch Einzug in die Schulen finden, womit ein weiterer, u.E. oft vernachlässigter Bildungsaspekt tangiert wird.