04.06.2012

Studierende des Masterstudiengangs Berufspädagogik Pflege und Gesundheit zu Besuch am Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld zum Thema „forschende LehrerInnen“

Studierende des 2. Semesters des Masterstudiengangs Berufspädagogik Pflege und Gesundheit an der Fachhochschule Bielefeld besuchten am 16.05.2012 im Rahmen des Moduls Bildungsforschung bei Prof. Dr. Ulrike Weyland das Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld.

 

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Studierende des 2. Semesters des Masterstudiengangs Berufspädagogik Pflege und Gesundheit an der Fachhochschule Bielefeld besuchten am 16.05.2012 im Rahmen des Moduls Bildungsforschung bei Prof. Dr. Ulrike Weyland das Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld. Der Besuch stand im Zusammenhang mit dem Konzept des Forschenden Lernens, das im Fokus des Moduls steht. Innerhalb dieses Konzepts werden zwei Aspekte miteinander verknüpft: zum Einen ein Lernen durch Forschung, zum Anderen der Aspekt, Forschen als wissenschaftliche Tätigkeit zu verstehen.

Am Oberstufen-Kolleg forscht ein Großteil der Lehrenden in unterschiedlichen Projekten. Neben der klassischen Lehrer- bzw. Praxisforschung (mit dem Konzept des reflektierenden Praktikers) gibt es ebenfalls Projekte, in denen der Schwerpunkt auf Evaluation, Transfer aber auch auf Grundlagenforschung liegt. Die Fragestellungen können auf den eigenen Unterricht ausgerichtet sein, aber auch die Schule als Ganzes betreffen. Der Fokus richtet sich z.B. auf ausgewählte Konzepte, Methoden und Organisationsformen des Unterrichts oder auf Fördersysteme. Zusammen mit der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg werden innerhalb einer Schule zielführend Schulentwicklungsprojekte zusammengeführt und durch Forschung begleitet sowie weitere Fragen bearbeitet, die auch den Bereich Übergang Schule-Hochschule sowie fachdidaktische Innovationen betreffen. Hiervon profitieren nicht nur die Lehrenden und SchülerInnen dieser Schule, sondern auf Grund der Funktion dieser Schule als Versuchsschule auch andere Schulen. Aufgrund der Einbindung der Wissenschaftlichen Einrichtung in die Lehre der Universität Bielefeld profitiert überdies auch die Lehrerausbildung vom Oberstufen-Kolleg.

Nach der persönlichen Begrüßung durch Dr. Gabriele Klewin (Teil der Kommissarischen Leitung der Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg) führte sie gemeinsam mit Christina Thomas (Oberstufen-Kolleg) durchs Haus, um zu verdeutlichen, dass sich Leitideen und Zielsetzungen dieser Schule bereits in der offenen Architektur widerspiegeln. Danach hatten die Studierenden nach einer Plenumsrunde, in der allgemeine Fragen zur Schule und zum Konzept beantwortet wurden, die Möglichkeit, sich in Kleingruppen mit den forschenden Lehrkräften zu ihren Fragestellungen und Ansätzen auszutauschen. Dabei standen als weitere Personen Dr. Michaele Geweke (Pädagogische Leitung des Oberstufen-Kollegs) sowie Dr. Andreas Stockey den Studierenden zum inhaltlichen Austausch zur Verfügung. Die Studierenden waren beeindruckt von dem Engagement und der reflexiven Haltung der forschenden Lehrkräfte, die nochmal betonten, dass über all die Jahre hinweg immer die Qualitätserhaltung und -verbesserung des Unterrichts im Vordergrund gestanden hätten.

Zum Abschluss der Veranstaltung äußerten die Studierenden den Wunsch nach einer Ausweitung solcher Exkursionen, da der unmittelbare Kontakt eine ganz andere Betroffenheit und inhaltliche Auseinandersetzung zu dieser Thematik ermögliche. Forschung innerhalb einer Schule durch Lehrkräfte zu erleben, war ihnen bisher als mögliches Tätigkeitsfeld nicht zugänglich und daher fremd, wenngleich Schulentwicklungsprozesse forschende Tätigkeiten von Lehrkräften durchaus erwarten lassen. So wird auch im Modul Schulentwicklung im kommenden WS 2012 das Forschende Lernen fokussiert, aber auch innerhalb des anstehenden Praxissemesters hospitieren die Studierenden in den Schulen u.a. auf der Grundlage des Forschenden Lernens (Unterrichtsbeobachtung etc.).

Der Kontakt zur Versuchsschule und Wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg wurde im letzten Jahr bereits von Prof. Dr. Ulrike Weyland eingeleitet. In Bezug auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit gibt es derzeit weitere konkrete Überlegungen, die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zum Forschenden Lernen durch gezielte Initiativen zu vertiefen. Vorteilhaft dürfte sich an dieser Stelle auch der Kontakt zur Uni Bielefeld auswirken. Hier besteht bereits eine gute Zusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Ulrike Weyland, Karin Böhmker, Martha Jopt, Prof. Dr. Beate Klemme, Judith Kreuziger (Lehreinheit Pflege und Gesundheit) sowie Elke Rosowski (Institut für Bildungs- und Versorgungsforschung im Gesundheitsbereich) mit Vertretern der Bielefelder School of Education (BiSEd; insbesondere mit Anke Schöning, Dr. Renate Schüssler, Volker Schwier) an der Universität Bielefeld. Die Arbeit konzentriert sich dabei inhaltlich auf das Forschende Lernen im Rahmen von Praxisphasen und auf die Gestaltung des Praxissemesters. Hierin eingebunden ist auch Frau Dr. Klewin.

Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit waren entsprechende konzeptionelle Vorarbeiten bzw. Expertisen (s. unter www.pedocs.de; www.li-hamburg.de) von Prof. Dr. Weyland zu diesem Themenkomplex. Im Rahmen der Neugestaltung des Praxissemesters, in dem auch zukünftig an diesem Standort das Forschende Lernen einen größeren Raum einnehmen soll, referierte sie zudem im Dezember 2011 an der Universität Bielefeld (BiSEd) vor einem großen Fachpublikum zur Thematik Entwicklung von Praxisphasen. Darüber hinaus ist Frau Prof. Dr. Weyland seit Ende letzten Jahres Mitglied der Steuerungsgruppe im Nordverbund Schulbegleitforschung (s. www.nordverbund-schulbegleitforschung.de). Somit sind für die langfristige Implementierung des Konzepts Forschendes Lernen gute Ausgangsbedingungen gegeben.