26.10.2016

Auftakt zur (Pflege)Didaktischen Werkstatt

Lehrende von pflegeberuflichen Schulen kamen am 19.10. an der Lehreinheit Pflege und Gesundheit der Fachhochschule (FH) Bielefeld zusammen,

Austausch und Podiumsdiskussion zur generalistischen Pflegeausbildung.

Lehrende von pflegeberuflichen Schulen kamen am 19.10. an der Lehreinheit Pflege und Gesundheit der Fachhochschule (FH) Bielefeld zusammen, um die generalistische Pflegeausbildung sowie die damit verbundenen Herausforderungen zu thematisieren und diskutieren.

Prof. Dr. Patrizia Raschper vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit und Moderatorin der Veranstaltung führte mit ihrem Vortrag über „Das neuen Pflegeberufegesetz – Konsequenzen für die pflegeberufliche Bildung“ in das Thema ein. Der Entwurf für das neue Pflegeberufegesetz, in dem eine generalistische Ausbildung mit einer Aufhebung der Trennung zwischen Altenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Gesundheits- und Krankenpflege gefordert wird, liege bereits seit längerem vor. Jedoch sei eine Verabschiedung des Gesetzes derzeit nicht in Sicht, obwohl sich die bedeutsamsten Berufsverbände wie der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Deutsche Pflegerat e.V. eindeutig für eine generalistische Pflegeausbildung ausgesprochen haben, auch um damit auf europäischer Ebene anschlussfähig zu sein. „Eine Verabschiedung des neuen Pflegeberufegesetzes (in der aktuellen Fassung) bedeutet für die pflegeberuflichen Schulen Handlungsbedarf in den Bereichen Schulentwicklung, Schulmanagement, Gestaltung der praktischen Einsätze, Curriculumentwicklung, Schulkooperation und Lernortkooperation“, so Raschper.

Eine generalistische Pflegeausbildung konnte bereits in unterschiedlichen Modellprojekten erprobt werden. Bereits im Jahr 2004 startete das Modellprojekt „Generalistische Ausbildung“ am Wannsee Schule e.V. in Berlin. Frau Sandra Altmeppen, selbst Lehrerin an dieser Schule, begleitete das Projekt. In ihrem Vortrag bei der (Pflege)Didaktischen Werkstatt berichtete sie über projektbezogene Erfahrungen und die Folgen des Projekts auf die gegenwärtige curriculare Arbeit sowie auf die pädagogische Gestaltung der Lernorte. Anschließend referierte Matthias Drossel, stellvertretender Schulleiter an den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe, über die Umsetzung des Schulversuchs ‚Generalistische Pflegeausbildung mit beruflichem Schwerpunkt‘ in Bayern. Dabei verdeutlichte er zum einen den Gewinn der generalistischen Pflegeausbildung, zum anderen aber auch die Herausforderungen, denen sich die Schule als Institution, die Lehrenden, die Praxiseinrichtungen und letztendlich auch die Auszubildenden stellen müssen.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion mit Altmeppen, Drossel und Mr. Marc Dhaeze vom belgischen University College in Gent, der im Rahmen der „International Week“ an der FH Bielefeld zu Gast war, statt. Bei dieser Gelegenheit stellte Dhaeze die Strukturen der pflegeberuflichen Bildung in Belgien vor. Zudem erläuterte er den Zusammenhang zwischen den jeweils angestrebten Qualifikationsniveaus im „Europäischen Qualifikationsrahmen“ sowie den pflegeberuflichen Handlungsfeldern.

Künftig soll die (Pflege)Didaktische Werkstatt als festes Forum an der Lehreinheit etabliert werden, um den Austausch und die Kooperation zwischen Fachhochschule und pflegeberuflichen Schulen zu fördern.

(Pflege)Didaktische Werkstatt Referenten

Foto: Marc Dhaeze (v.l.), University College in Gent, Matthias Drossel, stellvertretender Schulleiter an den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe und Lehrbeauftragter an der SRH Hochschule Gera, Sandra Altmeppen, Lehrerin und Leiterin der AG Curriculum an der Wannsee-Schule Berlin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden, und Prof. Dr. Patrizia Raschper, Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit der FH Bielefeld. Fotografin: Katharina Stupp.

(Pflege)Didaktische Werkstatt Teilnehmende

Foto 2: Die Teilnehmenden an der (Pflege)Didaktischen Werkstatt. Fotografin: Katharina Stupp.