06.12.2011

Nach der Ausbildung studieren

Bundesministerium fördert mit 350.000 Euro FH-Projekt zum Übergang von der beruflichen zur hochschulischen Bildung.

Bielefeld (fhb). Will ich diese Tätigkeit wirklich mein Leben lang ausführen? Diese Frage geht vielen jungen Menschen nach der Berufsausbildung durch den Kopf. Sie wollen sich persönlich und fachlich weiterbilden und einige von ihnen denken über ein Studium nach. An der Hochschule angekommen, werden sie mit neuen Problemen konfrontiert. Möglichkeiten der Lösung dieser Probleme wollen jetzt Professoren an der Fachhochschule (FH) Bielefeld ermitteln. Professor Dr. Axel Benning und Professor Dr. Heiko Burchert vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit haben dafür das Projekt „Förderung von Maßnahmen für den Übergang von der beruflichen in die hochschulische Bildung“ initiiert. Dieses wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Fördergeldern in Höhe von 350.000 Euro unterstützt.

Durch eine Verordnung des Landes NRW wurden in den letzten Jahren bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Berufstätigen den Weg an die Hochschule zu erleichtern. So wurde der Hochschulzugang erleichtert. Im Wirtschaftsbereich berechtigt beispielsweise auch eine kaufmännische Berufsausbildung in Verbindung mit einer mehrjährigen einschlägigen Berufserfahrung zur Aufnahme eines Studiums. Abitur oder Fachabitur sind nicht mehr Grundvoraussetzung für die Zulassung. Des Weiteren können sich Berufstätige Wissen und Fertigkeiten, die sie in Aus- oder Weiterbildung erworben haben, für das Studium anrechnen lassen. Dadurch werden doppelte Lernprozesse vermieden und die Studiendauer verkürzt. Solche Entlastungen sind vor allem für beruflich Qualifizierte wichtig, da sie häufig älter sind als traditionelle Studierende und zum Teil den Spagat zwischen Beruf, Familie und Studium schaffen müssen.

Gerade beruflich Qualifizierte stellen aus Sicht der Hochschule eine interessante Zielgruppe dar. Sie steigern die Qualität der Lehre, weil sie die Lehrveranstaltungen mit ihren beruflichen Erfahrungen bereichern können. Zudem, und dies wurde von Professor Dr. Burchert in einer dem Projekt vorausgehenden Studie belegt, erzielen beruflich qualifizierte Studenten bessere Prüfungsergebnisse und gelangen schneller zum Studienende. Laut Professor Dr. Axel Benning gibt es jedoch auch Schwierigkeiten: „Ein Berufstätiger muss sich erst wieder an Unterricht und Lernen gewöhnen.“ Seiner Meinung nach könnten zusätzliche Brückenkurse den Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten erleichtern. Von den Fördergeldern des Bundes wird die FH Bielefeld zudem am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit eine Pädagogin einstellen. „Die Art der Vermittlung von Lehrstoff spielt bei beruflich Qualifizierten eine große Rolle“, erklärt Professor Benning diese Maßnahme. Weitere mögliche Ansatzpunkte, die im Projekt untersucht werden, seien die Information und Beratung zum Studium, die zielgerichtete Gestaltung des Übergangs an die Hochschule sowie die Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie.

Wie wichtig es ist, Berufstätige von einem Hochschulstudium zu überzeugen, zeigt der zunehmende Mangel an Fachkräften. Dieser ist bereits heute in einigen Branchen zu beobachten und wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich noch verstärken. Die inländischen Bildungspotenziale müssen deshalb stärker genutzt werden. Die FH Bielefeld ist diesbezüglich übrigens bereits auf einem guten Weg: Im Wintersemester 2011/2012 haben 40 Prozent der Studierenden vor dem Studium eine Berufsausbildung abgeschlossen.Bielefeld (fhb). Will ich diese Tätigkeit wirklich mein Leben lang ausführen? Diese Frage geht vielen jungen Menschen nach der Berufsausbildung durch den Kopf. Sie wollen sich persönlich und fachlich weiterbilden und einige von ihnen denken über ein Studium nach. An der Hochschule angekommen, werden sie mit neuen Problemen konfrontiert. Möglichkeiten der Lösung dieser Probleme wollen jetzt Professoren an der Fachhochschule (FH) Bielefeld ermitteln. Professor Dr. Axel Benning und Professor Dr. Heiko Burchert vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit haben dafür das Projekt „Förderung von Maßnahmen für den Übergang von der beruflichen in die hochschulische Bildung“ initiiert. Dieses wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Fördergeldern in Höhe von 350.000 Euro unterstützt.