26.10.2011

Finnland - Ein Projektreffen mit Rentierfleisch und Finnischer Sauna

Das vierte gemeinsame Arbeitstreffen der Partner im TRaNSforM-Projekt (Training Requirements and Nursing Skills for Mobility) fand im September in Finnland statt. Erstmals konnten auch 3 Studierende der FH mitfahren. Zwei Tage lang eröffnete sich den Studierenden die Möglichkeit, die Arbeitssituation von Pflegefachkräften in Finnland kennen zu lernen und die Projektarbeit eines internationalen Fachgremiums begleiten zu können.

Das vierte gemeinsame Arbeitstreffen der Partner im TRaNSforM-Projekt (Training Requirements and Nursing Skills for Mobility) fand im September in Finnland statt. Erstmals konnten auch 3 Studierende der FH mitfahren. Zwei Tage lang eröffnete sich den Studierenden die Möglichkeit, die Arbeitssituation von Pflegefachkräften in Finnland kennen zu lernen und die Projektarbeit eines internationalen Fachgremiums begleiten zu können.

Am 7.September 2011 startete unsere viertägige Exkursion nach Finnland. Zu unserer Freude konnten wir Studenten (Cyrus Pfau, Susan Zäske und Henrike Greuel) die Möglichkeit wahrnehmen und Inge Bergmann-Tyacke (Projektleiterin) und Andy Tyacke zum TraNSforM-Arbeitstreffen zu begleiten. Am Flughafen sahen wir uns als komplettes Team zum ersten Mal und flogen mit einer Fülle an Erwartungen los.

Am Abend erreichten wir endlich unser Ziel: Mikkeli. Dort lernten wir die Mitglieder des TraNSforM-Projektes bei einem gemeinsamen Abendessen kennen. Die TraNSforM-Partnerschaft ist eine Gruppe von Lehrenden und Professoren aus der Krankenpflege. Sie kommen aus den verschiedensten europäischen Ländern: aus Belgien, der Türkei, Finnland, Portugal, England, Irland und aus Deutschland. Das TRaNSforM-Projekt beschäftigt sich einerseits mit dem Thema „Transkulturalität in der Pflege“, und andererseits stellt die TraNSforM-Gruppe, in der Lehrende und Studierende partizipieren, ein Netzwerk dar, das dieses Thema auch im Ländervergleich beleuchtet.

Schon am ersten Abend fühlten wir uns voll in die Gruppe integriert, wir lachten und unterhielten uns über viele spannende Themen. Voll zufrieden gingen wir spät ins Bett, um dann wieder sehr früh morgens mit einem frisch gebrühten Kaffee loszulaufen, um in Mikkeli das Krankenhaus zu suchen.

Dort endlich angekommen mussten wir uns zunächst bemerkbar machen und die Damen an der Krankenhausrezeption ansprechen, die leider nur finnisch sprachen. Daher freuten wir uns als Pia Leppäkumpu, ein Clinical Teacher im Sairaala Hospital uns dann in Empfang nahm und fließend Englisch sprach. Sie führte uns drei zunächst auf die Intensivstation, wo wir verblüfft über die Ähnlichkeit mit deutschen Intensivstationen waren. Die Krankenpflegerinnen nahmen sich viel Zeit für eine ausführliche Führung und eine noch ausführlichere Diskussion. Nach zwei interessanten Stunden gingen wir voller Denkanstöße und Ideen wieder von der Intensivstation und bekamen dann die Möglichkeit mit Pia, dem Clinical Teacher, über ihre Aufgaben und ihre Zusammenarbeit mit Krankenpflege-Studentinnen zu sprechen. Auch sie nahm sich viel Zeit für all unsere Fragen und erklärte uns ausführlich das finnische Krankenpflegestudium. Spontan ermöglichte sie uns den Besuch auf einer weiteren Station. Diesmal eine chirurgische Station, auf der wir ebenfalls eine ausführliche Einführung der Stationsleitung erhielten. Hier fanden sich ebenfalls einige Parallelen zum deutschen Krankenhaussystem, allerdings auch große Unterschiede.

Anschließend fuhren wir zum Universitätscampus, wo wir uns mit der TraNSforM-Gruppe trafen.

Wir Studenten stellten uns der TRaNSforM-Projekt- Gruppe vor und blieben bis zum frühen Nachmittag auch bei ihnen und verfolgten gespannt das Projekttreffen.

Am späten Nachmittag zogen wir dann weiter und trafen zwei Universitätsmitarbeiterinnen, die uns Rede und Antwort zu unseren Fragen zum Thema „chronische Schmerzen“ und „Wundmanagement“ standen.

Nach so viel neuen Fakten und spannenden Gesprächen freuten wir uns auf das angekündigte gelöste Abendprogramm. Wir fuhren mit Autos in Kolonne zu einer Blockhütte, die abgelegen von der Zivilisation an einem wunderschönen See lag, inmitten von Wäldern. Man kann sagen, dass wir den Abend im finnischen Paradies verbringen durften, was vervollständigt wurde durch eine Blockhüttensauna, die für uns angeheizt wurde. Zudem wurden wir dann mit kulinarischen Spezialitäten verwöhnt, unter anderem mit Rentier-Kartoffel-Gratin. Den Abend genossen alle TRaNSforM-Beteiligten, denn es blieb viel Zeit für Gespräche, lustige Geschichten und im Hintergrund hörten wir das hitzige Gelächter der Saunagänger. Auch an diesem Abend fielen wir erschöpft, gesättigt und glücklich ins Hotelbett.

Am nächsten Morgen starteten wir mit der Gruppe gemeinsam in ein Community-Health-Care-Center (Elixiiri), das als ein “Schonraum“ für Krankenpflege-Studenten genutzt wird, in dem die Schüler Gesprächsführung und soziale Fähigkeiten lernen können. Labore und Schonräume, in denen Schüler fachliche Fähigkeiten üben können, kannten wir, aber soziale und personale Fähigkeiten dadurch zu schulen, das war eine ganz neue Idee für uns.

Am Abend traf sich die Gruppe dann wieder gemeinsam, da es am folgenden Tag bereits wieder Richtung Heimat ging. Herzlich wurden wir von allen Projektmitgliedern verabschiedet und die Freude, sie im November in Bielefeld wieder zu sehen, wuchs umso mehr.

Für uns Studierende war das Schönste, dass wir nicht nur die Arbeit in dem anderen Land kennenlernen durften, sondern vor allem, dass wir vier Tage dies in einer entspannten, freundlichen und lustigen Atmosphäre genießen konnten. Jeder von uns kann kleine Anekdoten von dieser kurzen Reise mitnehmen.

So waren wir für eine kurze Zeit lange Zeit weit weg und freuen uns auf das kommende Treffen vom 17.-19.11.2011 der TRaNSforM-Partner in Bielefeld!

 

Cyrus Pfau, Susan Zäske, Henrike Greuel