Dr. Sergej Schultenkämper erhält Auszeichnung für seine Doktorarbeit
Dr. Sergej Schultenkämper wurde auf der dtec.bw-Jahrestagung 2026 an der Universität der Bundeswehr München für seine herausragende Doktorarbeit geehrt.Dr. Sergej Schultenkämper mit Prof. Dr. Michaela Geierhos.
Bielefeld/München (hsbi). Dr. Sergej Schultenkämper vom Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bielefeld (HSBI) hat in seiner Dissertation untersucht, wie Informationen aus sozialen Netzwerken von Angreifern miteinander kombiniert und für gezielte Cyberangriffe genutzt werden können. Seine Doktorarbeit schloss er mit einem summa cum laude ab. Er wurde nun im Rahmen der dtec.bw-Jahrestagung 2026 an der Universität der Bundeswehr München mit einer Urkunde und einer silbernen Gedenkmünze ausgezeichnet.
Für seine Dissertation analysierte Dr. Sergej Schultenkämper umfangreiche Datenbestände und entwickelte 4.500 digitale Zwillinge realer Personen auf Grundlage ihrer öffentlich verfügbaren Social-Media-Präsenz. Mit eigens entwickelten Risikometriken untersuchte er, wie anfällig diese digitalen Identitäten für Spear-Phishing und Identitätsdiebstahl sein könnten. Dabei wurden rund 90 Prozent der untersuchten Personen als potenziell gefährdet eingestuft.
Dr. Sergej Schultenkämper (m.) bei der dtec.bw-Jahrestagung 2026.
Spear-Phishing setzt auf eine möglichst individuelle Ansprache
Anders als klassische Phishing-Nachrichten setzt Spear-Phishing auf eine möglichst individuelle Ansprache. Informationen über Beruf, Freizeit, Familie oder persönliche Interessen können dafür genutzt werden, Vertrauen zu erzeugen und Nachrichten glaubwürdig erscheinen zu lassen. Durch generative KI gewinnt dieses Problem zusätzlich an Bedeutung. Täuschungsversuche können schneller erstellt, stärker personalisiert und sprachlich überzeugender gestaltet werden. Damit wird die Frage, welche Informationen Menschen über sich öffentlich zugänglich machen und welche Risiken daraus entstehen, zunehmend zu einem zentralen Aspekt digitaler Sicherheit.
Ein wesentlicher Beitrag seiner Arbeit besteht nicht nur darin, Risiken zu beschreiben, sondern sie systematisch messbar zu machen. Ergänzend entwickelte er prototypisch ein Dashboard, das Nutzerinnen und Nutzer dabei unterstützen kann, problematische Kombinationen öffentlich sichtbarer Informationen zu erkennen und bewusster mit ihren Daten umzugehen.
dtec.bw-Jahrestagung
Die dtec.bw-Jahrestagung 2026 bildet den Abschluss des Finanzierungszeitraums 2020 bis 2026 und stellt Forschung und Innovationen aus sechs Jahren in den Mittelpunkt. Es geht um Schlüssel- und Zukunftstechnologien sowie den Austausch zwischen Wissenschaft, Bundeswehr und Industrie.
Forschung zwischen HSBI und Universität der Bundeswehr München
Die Dissertation entstand im Rahmen des Forschungsprojekts ADRIAN, Authority-Dependent Risk Identification and Analysis in Online Networks, einer Kooperation zwischen der Hochschule Bielefeld und der Universität der Bundeswehr München. An der HSBI wurde Schultenkämper von Prof. Dr. Frederik Bäumer betreut. Die Promotion erfolgte unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Michaela Geierhos an der Fakultät für Informatik der Universität der Bundeswehr München.