17.09.2025

Game-Based Learning im Rechnungswesen, Künstliche Intelligenz im Mittelstand und digitale Abschlussarbeitsbetreuung – Die HSBI zu Gast bei der CARF 2025

Mit gleich drei Beiträgen war der Fachbereich Wirtschaft der HSBI auf der diesjährigen CARF 2025 vertreten. Die alljährlich von der Hochschule Luzern ausgerichtete Konferenz verknüpft praxisorientierte Forschung und Lehre in den Bereichen Controlling, Accounting, Risk & Finance.

Mit ihrem Projekt „Game Based Learning im Rechnungswesen“ stellten Dr. Christian Beer und Prof. i. V. Dr. Melanie Frieling gemeinsam mit Prof. Dr. Katharina Dillkötter von der TH Mittelhessen ein Konzept zur Integration spielerischer Lernelemente in Grundlagenmodulen des Rechnungswesens vor. Vor dem Hintergrund der an der HAW typischen, heterogenen Vorkenntnisse der Studierenden entwickelt und erprobt das Projekt spielbasierte Lehrformate, die Studierende aktivieren, den individuellen Lernstand früh sichtbar machen und Einstiegsbarrieren im Rechnungswesen gezielt abbauen. Aufbauend auf einer Pilotphase im Sommersemester 2025, die Effekte auf Motivation, Selbstüberprüfung und Zusammenarbeit zeigte, werden kompetenzorientierte Spielmodule mit Peer-Teaching und optionalen Wettbewerbselementen in Präsenzlehrveranstaltungen integriert und mit Übungsmaterial für das Selbststudium verknüpft. Ziel ist neben der Förderung von Fachkompetenzen vor allem auch die Stärkung von Sozial- und Selbstkompetenzen, die für die Studierenden als Handwerkzeug in der Berufspraxis unerlässlich sind.

In einem weiteren Beitrag im Track „Lehre“ mit dem Titel „Digital unterstützte Betreuung von Abschlussarbeiten in den Bereichen Externes Rechnungswesen, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung“ entwickeln Prof. i. V. Dr. Melanie Frieling und Prof. Dr. Katharina Dillkötter eine digitale Lernplattform, die Studierende von der Themensuche über die Methodik bis hin zur Abgabe der Abschlussarbeit begleitet. Das in Moodle und ILIAS integrierte Modul greift häufig gestellten Fragen im Rahmen der Betreuung von Abschlussarbeiten vor und lässt sich einfach auch auf weitere Themen- und Fachbereiche übertragen. Durch das (teil)standardisierte Betreuungsverfahren sollen Lehrende entlastet und für Studierende gleiche Voraussetzungen geschaffen werden, indem sie auf viele Fragen 24/7 eine Antwort finden.

Prof. Dr. Tim Kampe und Prof. Dr. Andreas Uphaus analysieren in ihrem Beitrag „Künstliche Intelligenz im Finanz- und Rechnungswesen von KMU und Familienunternehmen – Anwendungsfälle, Chancen und Risiken“ die bislang geringe Verbreitung von KI in Finance & Accounting, ordnen die Dynamik als Managementmode ein und zeigen zugleich das konkrete Potenzial für mittelständische (Familien-)Unternehmen auf. Auf Basis aktueller Literatur und Studien, der Arbeit mit führenden generativen Sprachmodellen sowie explorativen Experteninterviews und einer strukturierten Expertenbefragung identifizieren und validieren sie praxisnahe Use Cases im Finanz- und Rechnungswesen. Die Analyse bewertet die damit verbundenen Chancen und Risiken (u. a. Effizienz, Qualität, Governance, Datenschutz, Bias) und leitet priorisierte, handlungsorientierte Empfehlungen für einen verantwortungsvollen, zeitnah umsetzbaren KI-Einsatz ab.

Die Konferenzteilnehmer:innen danken Prof. Dr. Stefan Behringer, Prof. Viviane Trachsel, Prof. Dr. Thomas K. Birrer und dem Orga-Team der Hochschule Luzern für die auch in diesem Jahr gelungene Konferenz!