12.06.2025

HSBI & CURACON laden ein zum offenen Gastvortrag: Kein Aufschub, sondern Auftrag zur Nachhaltigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen!

Was bedeutet die CSRD-Berichtspflicht für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Jugendhilfeträger?

Wie gelingt eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse und welche Rolle spielen dabei freiwillige Berichtsrahmen, wie der VSME?

Am 4. Juni 2025 konnte Frau Dr. Sinja Küppers, Nachhaltigkeitsberaterin der Curacon GmbH aus Münster, an der Hochschule Bielefeld begrüßt werden. In einem offenen Gastvortrag gab sie vor rd. 50 Studierenden, Praktikern und Lehrenden tiefe Einblicke in die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Gesundheits- und Sozialwesen.Im Fokus stand dabei die Frage, wie sich Einrichtungen bereits heute strategisch und strukturell auf die neuen Berichtspflichten vorbereiten können – auch wenn die sogenannte „Omnibus-Richtlinie“ auf den ersten Blick zeitlichen Aufschub bietet.

Der Blick in die Praxis machte deutlich, dass die neue Regulatorik rund um die CSRD nicht nur komplexe Anforderungen mit sich bringt – insbesondere in Bezug auf Datenqualität, personelle Kapazitäten und Prozessorientierung. Vielmehr eröffnet sie auch die Chance, Nachhaltigkeit als festen Bestandteil der Organisationsentwicklung zu verankern. Unternehmen der Gesundheits- und Sozialbranche, die jetzt beginnen, ESG-Aspekte gezielt in Steuerung, Qualitätsmanagement und Kommunikation zu integrieren, schaffen nicht nur Transparenz, sondern stärken auch die Zukunftsfähigkeit und Wirkung der eigenen Einrichtung – und damit ihre Rolle in einer zunehmend nachhaltigkeitsorientierten Gesellschaft.

Die Key-Takeaways:

  • Die „Stop-the-Clock“-Richtlinie verschiebt die CSRD-Berichtspflicht zwar formal um ein Jahr, doch der Handlungsdruck bleibt bestehen: Einrichtungen müssen jetzt mit der internen Bestandsaufnahme, dem Aufbau von ESG-Datenstrukturen und der Verankerung von Zuständigkeiten beginnen, um später belastbare Berichte liefern zu können.
  • Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse erfordert ein systematisches Vorgehen – etwa durch Workshops mit Fachbereichen, Geschäftsführung und externen Stakeholdern. Das kostet Zeit und Ressourcen, ermöglicht aber, tatsächliche soziale und ökologische Wirkungsschwerpunkte zu identifizieren und strategisch zu nutzen.
  • Der VSME-Standard bietet gerade kleineren Trägern wie Pflegeeinrichtungen oder sozialen Diensten ein praxistaugliches Instrument für eine erste strukturierte, aber freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung – zum Beispiel als Grundlage für Gespräche mit Banken, Kostenträgern oder Förderinstitutionen.
  • Nachhaltigkeitsberichte entwickeln sich mehr und mehr zu einem entscheidenden Kommunikationsinstrument gegenüber Politik, Gesellschaft und Finanzierungsgebern. Wer hier proaktiv auftritt, positioniert sich als zukunftsfähiger Partner im Sozial- und Gesundheitswesen – nicht nur regelkonform, sondern auch wirksam.

Die Organisatoren Dr. Christian Beer und Dr. Melanie Frieling freuen sich über das große Interesse am Thema: „Unser herzlicher Dank gilt Frau Dr. Küppers und Herrn Flieger für ihren spannenden, praxisnahen und interaktiven Beitrag, der die aktuellen Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Gesundheits- und Sozialwesen greifbar machte. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden für ihr aktives Interesse, die vielfältigen Fragen und den offenen Austausch! Wir freuen uns, unsere langjährige Kooperation mit der Curacon auch in weiteren, spannenden Formaten fortführen zu können.“

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